Trotz kurzfristiger Mobilisierung sind am vergangenen Samstag etwa 200 Menschen unserem Aufruf gefolgt, Gesicht zu zeigen und ein Zeichen zu setzen für ein solidarisches Miteinander in der Pandemie!
Wir sind uns sicher: Da geht noch mehr!
Es wird Zeit, dass die vernünftige, bislang leise und zurückhaltende Mehrheit der Gesellschaft sichtbar wird!
Wir müssen uns dagegen wehren, dass eine kleine Gruppe mit ihrem egoistischen und in Teilen demokratiefeindlichen Geschrei versucht, einen Spaltkeil in die Gesellschaft zu treiben, nur um anschließend Toleranz für sich einzufordern.
Deshalb ruft das Bündnis Herne dazu auf, auch am kommenden Samstag, 15.01.2022, in die Herner Innenstadt zu kommen:
11:00 Uhr Robert-Brauner-Platz: Mahnwache „Bündnis Herne für ein solidarisches Miteinander“
11:00 Uhr Europaplatz/Kreuzkirche: Friedensgebet mit anschließendem Demozug zum Robert-Brauner-Platz
11:00 Uhr Shoah-Mahnmal / Willi-Pohlmann-Platz: Mahnwache „Schützt das Mahnmal!“ mit anschließendem Demozug zur Kreuzkirche/zum Robert-Brauner-Platz
Seit Dezember 2021 gibt es auch in Herne Demonstrationen von Gegner:innen der Coronamaßnahmen; sie versuchen, einen harmlosen Anschein zu erwecken („für glänzende Kinderaugen“), der Freiheitsbegriff, den sie propagieren, ist allerdings ein sehr ichbezogener.
Das gemeinsame Auftreten mit Rechtsradikalen und anderen Demokratiefeinden wird von ihnen nicht als problematisch empfunden.
Darüber hinaus wird montags abends nun auch in Herne „spazieren gegangen“, wie schon bundesweit und in mehreren unserer Nachbarstädte.
Auch hierzu hatten wir bereits ein Statement veröffentlicht.
Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst, wenn wir in der aktuellen pandemischen Situation zu einer solchen Veranstaltung aufrufen.
Bitte tragt daher während der Veranstaltung(en) einen medizinischen MNS und haltet so gut wie möglich Abstand!
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Das Bündnis Herne ist ein überparteilicher und religionsübergreifender Zusammenschluss der Herner Zivilgesellschaft. Unsere Veranstaltungen sind keine Plattform für Eigenwerbung von Parteien, Gewerkschaften, Verbänden und religiösen Gemeinschaften.
Wir verzichten daher alle auf das Zeigen von entsprechender großflächiger Symbolik (z. B. Fahnen) und erwarten dies auch von allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern unserer Veranstaltungen. Dies gilt auch für Nationalflaggen.
Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder sie von dieser auszuschließen.
Das Bündnis Herne weist außerdem noch einmal auf den Konsens der Gewaltfreiheit hin.
Es wird Zeit, dass die Herner Zivilgesellschaft einmal wieder Gesicht zeigt und ein Zeichen setzt für ein solidarisches Miteinander in der Pandemie!
Es wird Zeit, dass die bislang leise und vernünftige Mehrheit der Gesellschaft sichtbar wird!
Seit Dezember 2021 gibt es auch in Herne Demonstrationen von Gegner:innen der Coronamaßnahmen; sie versuchen, einen harmlosen Anschein zu erwecken („für glänzende Kinderaugen“), der Freiheitsbegriff, den sie propagieren, ist allerdings ein sehr ichbezogener.
Das gemeinsame Auftreten mit Rechtsradikalen und anderen Demokratiefeinden wird von ihnen nicht als problematisch empfunden.
Darüber hinaus wird montags abends nun auch in Herne „spazieren gegangen“, wie schon bundesweit und in mehreren unserer Nachbarstädte.
Auch hierzu hatten wir bereits ein Statement veröffentlicht.
Wir wehren uns dagegen, dass eine kleine Gruppe mit ihrem egoistischen und in Teilen demokratiefeindlichen Geschrei versucht, einen Spaltkeil in die Gesellschaft zu treiben, nur um anschließend Toleranz für sich einzufordern.
Deshalb ruft das Bündnis Herne dazu auf, am Samstag, 08.01.2022, in die Herner Innenstadt zu kommen:
11:00 Uhr Robert-Brauner-Platz: Mahnwache „Bündnis Herne für ein solidarisches Miteinander“ mit anschließendem Demozug zur Kreuzkirche.
11:00 Uhr Europaplatz/Kreuzkirche: Friedensgebet der Ev. Kreuz-Kirchengemeinde, der Kath. Kirchengemeinde St. Dionysius und der Islamischen Gemeinde Röhlinghausen. „Gemeinsam wollen wir für ein friedliches Miteinander beten und ein Zeichen gegen die Spaltung unserer Gesellschaft und Geschichtsverleugnung sowie für Frieden und ein gutes Miteinander in unserer Stadt setzen“, sagt Pfarrerin Melanie Jansen.
11:00 Uhr Shoah-Mahnmal / Willi-Pohlmann-Platz: Schirme gegen Rechts: „Schützt das Mahnmal!“ mit anschließendem Demozug zur Kreuzkirche
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Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst, wenn wir in der aktuellen pandemischen Situation zu einer solchen Veranstaltung aufrufen.
Bitte tragt daher während der Veranstaltung(en) einen medizinischen MNS und haltet so gut wie möglich Abstand!
Am vergangenen Montagabend, 20.12.2021, traf sich zum wiederholten Male eine größere Personengruppe vor dem Herner Rathaus und zog nach kurzem Aufenthalt gemeinsam durch Herne-Mitte.
Die Veranstaltung war in einem öffentlichen Telegram-Kanal mit über 10.000 Mitlesenden in einer Terminübersicht angekündigt worden. Im Netzwerk Telegram organisieren sich zunehmend Ablegergruppen der „Freien Sachsen“, die für teils gewalttätige Proteste im Osten der Republik verantwortlich sind. In überregionalen Gruppen ist die Rhetorik der Diskussionen um einiges schärfer, als man es von der Außendarstellung der samstäglichen Demonstrationen „gegen 2G auf Weihnachtsmärkten“ gewohnt ist. Ganz offen liebäugeln Mitglieder mit Umsturzphantasien und verbreiten verschwörungsideologische Desinformation über die Pandemie, Impfungen und verwandte Inhalte.
Wir als Bündnis Herne haben uns vor Ort ein Bild von der Gruppe gemacht. Wir versammelten uns am 20.12.2021 ab 17:45 Uhr mit wenigen Personen zu einer angemeldeten Mahnwache unter dem Motto „Für lebendige Erinnerungskultur“ auf dem Friedrich-Ebert-Platz. Parallel positionierten sich dort zunehmend mehr Kleingruppen von Maßnahmengegner:innen, von denen sich einige zu größeren Gruppen zusammenschlossen.
Zunächst waren keine Polizeikräfte vor Ort; auf unsere Bitte in der benachbarten Wache hin erhielten wir für unsere Veranstaltung polizeiliche Begleitung. Wir beobachteten, wie die vier Beamten versuchten, Kontakt zu den Maßnahmengegner*innen aufzunehmen. Die Zusicherung, man würde sich lediglich zum Spazierengehen treffen, genügte den Beamten aber offenbar und die Versammlung wurde nicht als solche eingestuft, es wurde nicht auf einer Anmeldung bestanden.
Zwar wertschätzen wir das klare Auftreten der Polizei am vergangenen Samstag – auch als einige Gruppen nach Abschluss der Impfskepsis-Demo provokativ in Richtung des am Europaplatz stattfindenden Friedensgebetes zogen und von Polizeikräften gestoppt wurden – und wir erkennen an, dass die Belegschaft einer kleinen Dienststelle wie Herne vermutlich nur schwerlich ohne Vorbereitungszeit eine Gruppe von ungefähr 50 Personen ohne den Einsatz massiver Mittel würde stoppen können. In Bezug auf die Lageeinschätzung am Montag und auch in Bezug auf die generelle Einordnung des Demonstrationsgeschehens rund um die pandemische Lage schätzen wir jedoch einige Dinge anders ein als die Ordnungsbehörden es am vergangenen Montag getan haben:
Die Taktik, durch den Anschein eines Spaziergangs die Auflagen im Sinne des Versammlungsrechts und die Corona-Schutzverordnung zu umgehen, sollte inzwischen allen Interessierten hinlänglich bekannt sein. Dies wird schließlich in der bundesweiten Presseberichterstattung seit Wochen thematisiert. Für die “Spaziergänger:innen“ ist diese halb-subversive Aktionsform förderlich für ein Gefühl der Selbstwirksamkeit und ist Anknüpfungspunkt für die eigene Wahrnehmung. Man setzt sich in eine historische Kontinuitätslinie mit der DDR-Bürgerrechtsbewegung, geriert sich als widerständig gegen eine komplex gewordene Welt, inszeniert sich im schlimmsten Fall als neue Opfergruppe einer neuen Diktatur und kommuniziert Aufforderungen an die Polizei, doch auf die „richtige Seite“ zu wechseln.
Auch wenn es sich bei den Herner „Spaziergänger:innen“ bisher nur vereinzelt um Personen aus dem rechtsradikalen Spektrum handelt, konnte man jüngst in Bochum beobachten, welche Wohlfühlatmosphäre im Rahmen solcher Veranstaltungen für organisierte Rechtsextremist:innen geschaffen wird. (Vgl. Bericht des Antifa-Infoportals Bochum). Die Strategie des Gewährenlassens führt bei den Teilnehmenden zu einem Gefühl gesellschaftlicher Wirksamkeit und läuft von Sachsen über Bochum bis Herne auf die fortschreitende Radikalisierung der Szene hinaus. Dieser Entwicklung muss Einhalt geboten werden – insbesondere, da sich ein Großteil der Radikalisierung Einzelner in der vermeintlich verborgenen Sphäre des Internets abspielt. Wie man konsequent agiert, hat am Wochenende die Polizei in Dortmund gezeigt: Hier wurde eine ebenfalls angekündigte und ebenfalls unangemeldete Versammlung der Szene aufgelöst, die Personalien von 23 Personen wurden festgestellt, zudem wurden Anzeigen wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz erstattet.
Die aktuellen Demonstrationen im Kontext von Corona im gesamten Bundesgebiet müssen sicher differenziert betrachtet werden. In der Gesamtschau muss aber klar sein, dass die aktuelle Lage eine Gefahr für das demokratische Miteinander und für das Vertrauen in staatliche Institutionen darstellt. Nur weil eine Minderheit geltend machen will, dass ihre eigene Abspaltung von unvergleichlich breiten Mehrheitsmeinungen (wie dem Schutz des Lebens von vulnerablen Gruppen z.B. in Form von Kontaktbeschränkungen oder der medizinischen Überwindung der pandemischen Situation durch Impfungen), einer Spaltung der gesamten Gesellschaft gleichkäme, werden gerade im gesamten Land Personen bedroht, Pressearbeit behindert, gewalttätige Übergriffe verübt und durch das Nichtbeachten von Schutzmaßnahmen Leben gefährdet. Das darf weder die mehrheitliche Zivilgesellschaft noch der Staat passiv geschehen lassen.
Wir erwarten daher angesichts der bundesweiten gesellschaftspolitischen Lage eine größere Sensibilität und eine klare Linie gegenüber nicht-angemeldeten „Spaziergängen“ aus dem Spektrum der Maßnahmengegner:innen!
Inzwischen befinden wir uns in der Bundesrepublik im 21. Monat des pandemischen Ausnahmezustandes und aller zwischenzeitlicher Entspannungen zum Trotz, ist ein Ende dieser Lage noch nicht in greifbare Nähe gerückt. Als Bündnis Herne haben wir vor ziemlich genau einem Jahr mit unserer Online-Tagung „Corona und die Stadtgesellschaft“ auf die Gefahren hingewiesen, die die Krise auch für die Zivilgesellschaft und den gesamten sozialen Zusammenhalt birgt. Damals wie heute ist klar, dass Corona mehr gefährdet als die körperliche Gesundheit. Die epidemiologisch alternativlose Praxis des social distancing hat große Herausforderungen mit sich gebracht, die in Kürze dieses Aufrufes gar nicht dargestellt werden können. Der Schaden durch die Pandemie umfasst ökonomische Sorgen, psychische Belastungen, ein Abdriften von Bevölkerungsteilen in den Verschwörungsglauben und allem voran den Verlust von inzwischen mehr als 100.000 Menschenleben, die unter den gegebenen Umständen kaum angemessen betrauert werden konnten. Aus diesen Gründen und weil wir weiterhin der Überzeugung sind, dass die Coronakrise nur miteinander zu überstehen ist, möchten wir für kommenden Samstag gemeinsam mit den Schirmen gegen Rechts, der evangelischen Kreuzkirchengemeinde, der Islamischen Gemeinde Röhlinghausen und der katholischen Gemeinde zu zwei Aktionen aufrufen.
11:00 Uhr | Shoa Mahnmal am Willi-Pohlmann-Platz
Die Schirme gegen Rechts erinnern in einer kurzen symbolischen Mahnwache an die Allgegenwärtigkeit antisemitischer Weltsauffassungen und Narrative. Insbesondere im Kontext von Querdenken-Protesten kam es in den vergangenen Monaten gehäuft zu Relativierungen der Shoa, indem unzulässige Vergleiche zwischen der Verfolgung und Ermordung von Jüdinnen und Juden und Pandemieleugner:innen gezogen wurden. Ihren Gipfel erreichten diese strukturell antisemitischen Erzählungsmuster in Verschwörungsgebilden um ein angeblich planvolles Handeln von imaginierten Eliten, die die Krise für ihre Zwecke instrumentalisieren würden. Diese Gedankengebilde sind nach wie vor brandgefährlich und bergen den Kern von Vernichtungsphantasien. Darauf immer wieder aufmerksam zu machen, ist eine immerwährende Verpflichtung und wir rufen dazu auf, die Schirme gegen Rechts bei ihrer Aktion zu unterstützen.
11:30 Uhr | Europaplatz
Die Kreuzkirchengemeinde möchte gemeinsam mit der katholischen Gemeinde und der Islamischen Gemeinde Röhlinghausen mit einem interkonfessionellen Friedensgebet an die inzwischen über 302 Hernerinnen und Herner erinnern, die in Folge einer Infektion mit Covid-19 ums Leben gekommen sind. Wir möchten den Hinterbliebenen unser Mitgefühl aussprechen, gemeinsam innehalten und ein stilles Zeichen des Miteinanders senden.
Seit dem 27. November 2021 ist Herne um einen politischen Akteur reicher. Bereits drei Mal demonstrierte eine bunt gemischte Gruppe von etwa 60 Personen samstags vormittags in der Bahnhofsstraße „für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft“, für „leuchtende Kinderaugen, statt tränender“ und „gegen 2G auf Weihnachtsmärkten“. Im Aufruf, im Auftreten und der Kommunikation betont man Friedfertigkeit und Akzeptanz unterschiedlicher Anschauungen und proklamiert, mit Solidarität einer empfundenen Spaltung der Gesellschaft entgegenwirken zu wollen. In der folgenden Einordnung wollen wir den Motiven der Gruppierung nachspüren und deutlich machen, weswegen wir als Bündnis Herne mit einem großen Maß an Skepsis auf diese neue Formierung blicken.
Die heterogene, bisher namenlose Gruppierung versteht sich selbst als vollkommen unpolitisch und begeht in dieser Selbsteinschätzung ihren Kardinalfehler. Wer das Grundrecht der Versammlungsfreiheit nutzt, um ein gemeinsames Anliegen in der Öffentlichkeit zu vertreten, betritt ohne jeden Zweifel den politischen Raum. Demonstrationen sind politisch und so sind es auch die Anliegen, die vertreten werden.
Offenkundig speist sich das Mobilisierungspotential des neuen Zusammenschlusses nicht aus einer einheitlichen politischen Agenda, sondern es herrscht mehrheitlich eine reale, lebensweltliche Frustration über inzwischen fast zwei Jahre pandemischen Ausnahmezustandes, der nur hin und wieder von Phasen der Entspannung unterbrochen wurde. Diese Frustration ist menschlich komplett nachvollziehbar. Natürlich gibt es eine Reihe von Gründen, wegen derer wir alle (nicht nur als Gesellschaft in der Bundesrepublik, sondern als gesamte Menschheit) ausgelaugt und frustriert sind. Eine Reihe dieser Gründe wirft existenzielle Fragen auf; sei es die konkrete gesundheitliche Gefährdung durch das Virus, sei es ökonomische Bedrängnis oder die Gefährdung der eigenen seelischen Gesundheit oder der von Freund:innen und Angehörigen, nicht zuletzt der von Kindern und Jugendlichen. Manche sind vielleicht auch nur enttäuscht vom bisweilen etwas hemdsärmelig wirkenden Agieren der Politik. Auch das ist nachvollziehbar, denn während der vergangenen Monate gab es viel Hin und Her, es wurden Fehler gemacht, leichtfertig falsche Versprechen gegeben und dadurch viel Vertrauen verspielt und Verunsicherung geschürt.
Wir haben daher zunächst einmal Verständnis für Unzufriedenheit, aber auch einige Kritikpunkte an den samstäglichen Zusammenkünften, die wir als antifaschistische Stimme der Herner Zivilgesellschaft gerne benennen möchten.
Erstens muss jede Gruppierung, die zu Demonstrationen für oder gegen etwas aufruft, sich überlegen, wen sie an ihrer Seite haben möchte. Sicher kann man für bestimmte höhere Zwecke auch politische Gräben überwinden – so möchte das Bündnis Herne ja ebenfalls von konservativ bis links alle Demokrat:innen ansprechen, die sich gegen Rechtsextremismus einsetzen – aber man muss mit Kritik rechnen, wenn man keine Grenze zieht. An den Demonstrationen der vergangenen zwei Wochen haben mehrere Rechtsextreme teilgenommen, die bereits von den Aufmärschen der Mischszene rund um „Stark für Herne“ 2019 und 2020 bekannt sind. Vertreten war außerdem Guido Grützmacher von der AfD, der sich rege an den strategischen Besprechungen beteiligte, die nach dem Ende der Demo am 11.12. auf dem Europaplatz abgehalten wurden. Mindestens einer der Rechtsextremen aus dem Umfeld von „Stark für Herne“ fantasiert in sozialen Netzwerken auch bereits von Zuständen, wie wir sie teilweise aus dem Osten der Republik kennen, wo Pressevertreter:innen und andere kritische Stimmen teils gewalttätig angegangen werden. Wer neben einem Faschisten auf der Straße steht und gemeinsam mit ihm „Freiheit“ fordert, sollte sich fragen, ob man auch die gleiche Freiheit meint. Wir bezweifeln, dass der Großteil der Demonstrierenden gemeinsame Sache mit Rechten machen möchte. Die Organisationsstruktur der Demonstration muss sich deshalb überlegen, ob man weiterhin mit diesen Leuten paktieren möchte. Wer an der Seite von Nazis demonstriert, begibt sich außerhalb des demokratischen Wettstreites um das bessere Argument.
Zweitens muss jede Gruppierung, die sich in die öffentliche Debatte um große Begriffe wie Freiheit, Selbstbestimmung und Solidarität einbringen möchte, auch ein Verständnis von diesen Begriffen entwickeln und kommunizieren. So ist zu fragen, wessen Freiheit eigentlich gerade durch was eingeschränkt wird und wie diese Freiheit jeweils beschaffen ist. Wir als Bündnis Herne sehen es als Hauptaufgabe einer solidarischen Gesellschaft an, ihre verletzlichsten Mitglieder zu schützen. Die Impfung gegen Covid-19 ist praktizierte Solidarität. Wir alle wollen zurück zu einer möglichst großen Unbeschwertheit, wir wollen Veranstaltungen besuchen können und Freund:innen umarmen, wir alle träumen von Freiheit. Doch wir sehen auch, dass die Freiheit Einzelner dort enden muss, wo die Freiheit Anderer anfängt und bedroht wird. Wenn ältere Menschen oder Menschen mit Vorerkrankung deshalb nicht am gesellschaftlichen Leben teilhaben können, weil eine Minderheit zu hohen Inzidenzen und zur Überlastung des Gesundheitssystems beiträgt, ist dieser Punkt erreicht. Es ist daher richtig, politischen und gesellschaftlichen Druck auf diejenigen aufzubauen, die bisher nicht zu dem Entschluss gelangen konnten, sich impfen zu lassen. Richtig ist auch, dass Selbstbestimmung – vor allem der Schutz des Körpers vor staatlichem Zugriff – ein hohes Verfassungsgut ist, doch Recht bedeutet immer Rechtsgüterabwägung. Was wiegt also schwerer: Ein überlastetes Gesundheitssystem, Tote durch Covid-19 und Tote durch de-facto-Triage, weil zahlreiche wichtige Operationen verschoben werden müssen oder ein intramuskulärer Piks in den Oberarm? Wie alle anderen Medizinprodukte können auch bei den Covid Vakzinen extrem seltene unerwünschte Nebenwirkungen auftreten, allerdings wurde kaum jemals ein Medikament derart intensiv geprüft und vor allem in diesem Volumen angewendet. Der Nutzen der Impfung überwiegt das Restrisiko bei weitem, insbesondere, wenn man bedenkt, dass alle ungeimpften Menschen eher früher als später mit einer Covid-Erkrankung konfrontiert sein werden. Ängste, die trotz dieser absolut klaren Faktenlage weiterbestehen, sind entweder pathologisch und als solche mit Sensibilität adressierbar oder sie sind das Ergebnis von Desinformation, der wiederum mit Aufklärung begegnet werden muss. Wer Ängste in diese Richtung haben sollte, ist gut beraten, sie offen mit der eigenen Hausärzt:in zu bereden und sich nochmals die Faktenlage darlegen zu lassen.
Wir ermuntern alle Demokrat:innen, sich weiterhin kritisch mit politischen Entscheidungen auseinanderzusetzen, denn Kritik und der Streit zwischen unterschiedlichen Positionen sind die Basis unserer Demokratie. Wir rufen dazu auf, sich nicht mit Nazis und anderen Rechten gemein zu machen und ihre verschwörungsideologischen Erzählungen nicht mitzutragen. Wir fordern von den Organisator:innen der Demonstrationen „Gegen die Spaltung der Gesellschaft“ eine unmissverständliche Distanzierung von rechten Personen und Narrativen. Sollte der Orga-Kreis dazu nicht Willens oder fähig sein, fordern wir alle Demokrat:innen auf, der Veranstaltung fernzubleiben.
Das Kulturell-Alternative-Zentrum Herne (KAZ) ist seit der Geburtsstunde des Bündnis Herne an unserer Seite, tatkräftig und beherzt im Kampf gegen Rassismus.
Deshalb ist es unser großes Anliegen, jetzt auch unterstützend an seiner Seite zu sein. Das KAZ ist aus der Herner Kulturszene nicht mehr wegzudenken, es bereichert sie.
Hier ist vor allen Dingen das jährliche KAZ Open-Air-Festival und das vielfältige Engagement gegen Rassismus und Ausgrenzung jeglicher Art zu nennen.
Kultur braucht Raum, in diesem Falle im wahrsten Sinne des Wortes: Das KAZ als Teil der alternativen Kultur- und Kunstszene braucht eine feste Räumlichkeit, um ein vielfältiges und offenes Herne zu stärken, weitere großartige Veranstaltungen zu planen, zu koordinieren und als Anlaufstelle zu dienen.
Für Samstag, 13.11.2021, hatte das Bündnis Herne zu einem Strategie- und Planungsworkshop eingeladen. Unter dem Motto „Quo vadis, Bündnis Herne?“ trafen sich knapp 25 hochmotivierte, diskutierfreudige Interessierte für einen mehrstündigen Meinungsaustausch im Bürgersaal Sud- und Treberhaus Eickel.
Einmal mehr hat sich an diesem Tag gezeigt, wie breit das Meinungsspektrum innerhalb des Bündnis Herne ist. Trotz z.T. kontroverser Ansichten waren die Diskussionen von einem sehr respektvollen Umgang miteinander geprägt.
Allerdings war der Diskussionsbedarf so groß, dass uns leider nicht genug Zeit blieb, um zu eindeutigen Ergebnissen zu kommen; dies betrifft insbesondere die Punkte „zukünftige Ausrichtung“ und „Vereinsgründung“, auch die Jahresplanung 2022 konnte nur noch kurz angerissen werden. Damit hatten wir aber fast ein wenig gerechnet.
Dennoch werten wir den Workshop als Erfolg:
Auch wenn wir noch keine abschließenden Ergebnisse erreicht haben, haben wir viel Input zu diesem Thema bekommen, mit dem wir nun weiterarbeiten können.
Mit diesen „Hausaufgaben“ wird sich das Orgateam des Bündnis Herne also in der nächsten Zeit intensiv beschäftigen.
Wir blicken zurück auf einen schönen und intensiven Austausch – vielen Dank an alle Teilnehmenden für Feedback, gute Ideen, respektvollen und wertschätzenden Umgang miteinander!
die Partnerschaft für Demokratie Herne (PfD), die uns über die Fördermöglichkeiten des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ geholfen hat, den Workshop durchzuführen.
den Herner Partyservice Heermann, dank dessen großzügiger Spende wir so ausgesprochen lecker und reichhaltig verpflegt wurden.
alle diejenigen, die aktiv an der Vorbereitung und Durchführung des Workshops beteiligt waren!
Strategie- und Planungsworkshop für zivilgesellschaftliches Engagement in Herne
Gemeinsam haben wir als Bündnis Herne in den vergangenen gut zwei Jahren eine Menge erreicht: Wir haben die antifaschistischen Kräfte dieser Stadt gebündelt, haben einen guten Teil zur Beendigung der rechtsradikalen Mobilisierung in Herne-Mitte beigetragen, haben Aufklärungsarbeit in unterschiedlichen gesellschaftspolitischen Feldern betrieben und waren immer dann zur Stelle, wenn antidemokratische Kräfte versuchten, sich Gehör zu verschaffen. Darauf sind wir stolz und sagen an dieser Stelle „Danke für eure großartige Unterstützung“!
Doch wir wären nicht wir, wenn wir uns auf den Erfolgen der Vergangenheit ausruhen würden. Wir müssen nun daran arbeiten, unseren Zusammenschluss beisammenzuhalten, ihn mit Leben zu füllen und ihm nachhaltige und tragfähige Strukturen zu geben. Das können und wollen wir aber nicht allein im kleinen Kreis des Orgateams erarbeiten. Wenn wir unserem Anspruch gerecht werden wollen, auch zukünftig als starke Stimme für Demokratie, Meinungsfreiheit und die Offenheit unserer Stadt einzutreten, brauchen wir dazu erneut den Einsatz von euch allen.
Deshalb heißt es am Samstag, 13.11.2021, von 11 bis 17 Uhr:
„Quo vadis, Bündnis Herne?
Strategie- und Planungsworkshop für zivilgesellschaftliches Engagement in Herne“
Schüttelt endgültig die Pandemielethargie ab und gestaltet mit uns gemeinsam die zukünftige Ausrichtung des Bündnis Herne!
Programm
Geplant ist folgendes Programm – für die Moderation konnten wir die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus (MBR) gewinnen:
Begrüßung
Ideensammlung in der Gruppe: Was können wir am besten? Was machen wir am liebsten? Was liegt mir persönlich am Herzen? Wie soll das Bündnis Herne zukünftig thematisch ausgerichtet werden?
Kurzer Input-Vortrag MBR: Was können zivilgesellschaftliche Bündnisse leisten?
Offene Diskussion mit dem Ziel, unser Leitbild zu präzisieren
Pro/Contra Vereinsgründung
Jahresplanung 2022
Für ausreichend Pausen und Zeit zum individuellen Austausch ist ebenso gesorgt wie für die Verpflegung vor Ort!
Anmeldung (bis 31.10.2021):
Bitte meldet euch verbindlich über dieses >Kontaktformular< an.
In diesem Fall müssen wir auf einer Voranmeldung mit Klarnamen bestehen. Die Kontaktdaten werden nach Abschluss der Veranstaltung selbstverständlich gelöscht. Es stehen nur begrenzte Kapazitäten zur Verfügung. Gegebenenfalls können wir daher nicht alle Voranmeldungen berücksichtgen!
Den Veranstaltungsort teilen wir euch in der finalen Anmeldebestätigung mit.
Ausschluss von der Veranstaltung
Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtenden Äußerungen in Erscheinung getreten sind, oder ihre ablehnende Haltung zum Bündnis Herne deutlich gemacht haben, sind von unserer Veranstaltung ausgeschlossen.
Infektionsschutz:
Wir achten selbstverständlich auf alle notwendigen Infektionsschutzmaßnahmen.
Bitte bringt einen 2G Nachweis zum Workshop mit.
Wir freuen uns auf zahlreiche und motivierte Teilnahme!
Gedenkveranstaltung am Dienstag, den 9. November 2021 am Herner Shoah-Mahnmal (Kulturzentrum) und in der Nähe des Polizeipräsidiums
Gedenkveranstaltung am Dienstag, den 9. November 2021 am Herner Shoah-Mahnmal (Kulturzentrum) und in der Nähe des Polizeipräsidiums
Im Bündnis wollen die DGB-Geschichtswerkstatt, das Unterrichtsfach „Kohlengräberland“ der Erich-Fried-Gesamtschule, das Projekt „Schule mit Courage – Schule ohne Rassismus“, der Förderverein „Mahn- u. Gedenkstätte Polizeigefängnis Herne e.V.“ und das „Bündnis Herne“ in diesem Jahr wieder der NS-Opfer gedenken und an die Gräueltaten in der Reichspogromnacht 1938 in Herne und Wanne-Eickel erinnern. Ein besonderer Stellenwert hat in diesem Jahr der gemeinsame Einsatz für einen Lern- und Gedenkort im Zellentrakt des ehemaligen Polizeigefängnisses im Hof des aktuell zum Verkauf stehenden Herner Polizeipräsidiums.Zum Hintergrund:
Vor 83 Jahren brannten auch in Herne und Wanne-Eickel die Synagogen, wurden Menschen mit jüdischem Glauben erniedrigt, ausgeraubt, verfolgt, gequält und ermordet. Mehr als 400 jüdische Mitbürger, über 1.700 ausländische Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene, zahlreiche politische und religiöse Nazi-Gegner, Sinti und Roma, Behinderte, Emigranten und Widerstandskämpfer, aber auch 1.500 Bombenopfer des von den Nazis entfachten Weltkrieges dürfen, nach Meinung der Veranstalter nicht vergessen werden.
Zellentrakt des Polizeigefängnisses muss Lern- und Gedenkort werden
Viele Naziopfer waren von 1933 bis 1945 im ehemaligen Polizeigefängnis Herne inhaftiert und wurden von hier auf Transport in Zuchthäuser und Vernichtungslager geschickt. Insofern wollen die Veranstalter die diesjährige Manifestation auch als Unterstützung für die Forderung nach der Einrichtung eines ständigen Lern- und Gedenkortes im ehemaligen Polizeigefängnis verstanden wissen. Herne braucht einen historischen Ort, wo aktives Erinnern an die Nazi-Barbarei mit dem heutigen Einsatz für Demokratie und Menschenwürde verbunden wird. Dafür bietet sich das nahezu im Originalzustand erhaltene, ehemalige Polizeigefängnis, wie kein anderes Gebäude an.
Erinnern mit Einsatz für Demokratie und Menschenwürde verbinden
Auch heute gibt es wieder Besorgnis erregenden Juden- und Ausländerhass, wie aktuelle Ereignisse gezeigt haben. Am 2. Juni 2019 wurde in Wolfhagen der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke wegen seiner Bemühungen für Asylsuchende umgebracht, am 9. Oktober brachte ein Attentäter zwei Menschen um, weil sein Terroranschlag auf die Synagoge in Halle gescheitert war. Am 19. Februar 2020 wurden in Hanau 9 Bürger mit Migrationshintergrund bei einem rechten Terroranschlag ermordet. Seit 2019 sind rechte Straftaten um 15% gestiegen. In diesem Zeitraum gab es 43.6471 rechtsextreme Straftaten, 1.948 davon waren Gewalttaten wie Körperverletzungen oder Brandstiftungen. An jedem Tag gab es 3 rechtsextremistische Gewalttaten, denen Menschen zum Opfer fielen. Sympathien für rechtsextreme, nationalistische, rassistische und antisemitische Bewegungen werden in der Öffentlichkeit mehr und mehr offen zur Schau gestellt, und Hass und Hetze in sozialen Netzwerken und bei rechtspopulistischen Aufmärschen sind an der Tagesordnung. Die Initiatoren: „Wir möchten Mitschüler*innen, Eltern, Freunde und Lehrer*innen einladen, uns auch in diesem Jahr wieder bei der Gedenkfeier zu begleiten, um ein persönliches Zeichen gegen Hass und Gewalt zu setzen und für eine demokratische Gesellschaft einzustehen.“
Zum Ablauf der Veranstaltung:
Treffpunkt ist um 10.00 Uhr am Shoah-Mahnmal (Willi-Pohlmann-Platz, hinter dem Kulturzentrum / Stadtbücherei). Hier werden – nach einer Schweigeminute – Rosen für die jüdischen Opfer unserer Stadt abgelegt. Um 10.15 Uhr Schweigemarsch, am Rathausplatz vorbei über die Freiligrathstr. zum Mahnmal an der Bebelstraße (gegenüber der Herner Post). Gegen 10.30 Uhr folgt die Kranzniederlegung am Mahnmal an der Bebelstraße unweit des ehemaligen Polizeigefängnisses zu Ehren der Opfer des Nazi-Terrors
Es sprechen Schüler*innen des Kohlengräberland-Projekts der EFG und Rolf Dymel vom Förderkreis „Mahn- u. Gedenkstätte Polizeigefängnis Herne e.V.“ (Veranstaltungsende: ca. 11.00 Uhr )
Zur Teilnahme rufen auf:
Schülerinnen und Schüler der Erich-Fried-Gesamtschule, Kohlengräberland-Projekt, Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, Herner DGB-Geschichtswerkstatt, Förderkreis „Mahn- und Gedenkstätte Polizeigefängnis Herne e.V“ , Bündnis Herne
Heute auf den Tag genau vor zwei Jahren fand unsere allererste Veranstaltung statt.
Anlass für die Gründung des Bündnis Herne waren die Aufmärsche rechtsradikaler und neonazistischer Gruppierungen ab August 2019.
Noch vor der Pandemie wurden diese Aufmärsche aufgegeben – die Menschen dahinter sind aber nicht weg: Sie tauchen bei Demonstrationen vom „III. Weg“ in Berlin und bei Querdenkendemos in Bochum auf, sie sind im Umfeld von „Eltern stehen auf“ zu finden und hetzen in Onlinediskussionen beispielsweise gegen Geflüchtete und gegen „das bunte Herne“.
Die Veranstalter und Teilnehmenden der Autokorsos im Frühjahr haben mit ihnen gemeinsam, dass sie den Rechtsstaat infrage stellen und die Gesellschaft zu spalten versuchen. Sie klammern sich an ihrer vermeintlich heilen und vor allem überschaubaren kleinen Welt fest und verweigern sich der Erkenntnis, dass Leben immer auch Veränderung bedeutet.
Sie sind unfähig, sich in einer modernen, offenen Gesellschaft, wie wir sie auch hier in Herne anstreben, zu integrieren.
Der Wunsch nach weniger Komplexität, nach einfachen Erklärungen und noch einfacheren Lösungen ist nachvollziehbar, aber unrealistisch. Für komplexe Sachverhalte gibt es nun einmal keine schlichten Lösungen.
Die AfD trägt diese Unfähigkeit, Teil einer modernen, offenen Gesellschaft zu sein, in die Parlamente. Mit populistisch-plakativem Auftreten verspricht sie unrealistisch einfache Lösungen, die auf Abschottung und „zurück zum Vorgestern“ abzielen, auch hier in Herne.
Dies wurde kürzlich sehr deutlich, als alle im Rat der Stadt vertretenen demokratischen Parteien gemeinsam beschlossen, Herne zum „Sicheren Hafen“ zu erklären. Die AfD (also das, was hier noch von ihr übrig ist) reagierte ausgesprochen polemisch, gehässig, unsachlich und persönlich beleidigend.
Die AfD mag hier in Herne gespalten und zerstritten sein –sie erscheint aber dennoch auf dem Stimmzettel für die Bundestagswahl am 26. September. Viele Menschen werden auch diesmal kein Problem damit haben, sie oder eine der anderen rassistischen oder ganz weit nach rechts offenen Parteien zu wählen: die NPD, die Querdenkerpartei „Die Basis“, den „III. Weg“.
Wir sagen ganz klar:
Wer Parteien wählt, die sich weder nach innen noch nach außen gegen Nazis abgrenzen, ist nicht zwingend selbst ein Nazi. Aber wer Parteien wählt, die mit Nazis gemeinsame Sache machen, gibt Nazis Macht und Einfluss! Wer Nazis wählt, findet sich deshalb zu Recht in genau dieser Ecke wieder.
Wir unterstützen die Kampagne „Bundestag nazifrei“ des DGB und anderer Beteiligter. Weitere Initiativen und Vereine aus Herne sind herzlich eingeladen, sich dieser Kampagne anzuschließen.
Gemeinsam mit dem DGB appellieren wir an die Herner Wahlberechtigten:
Nehmt am 26. September an der Bundestagswahl teil! Wählt demokratische Parteien!
Wenn ihr, aus welchen Gründen auch immer, mit den im Bundestag vertretenen demokratischen Parteien nicht zufrieden seid: Die Auswahl ist groß genug. Es gibt wirklich keinen Grund, die Nazis zu wählen!
Bitte tragt dazu bei, dem Bündnis Herne seinen größten Geburtstagswunsch zu erfüllen: