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    Familientag im Schloßpark: Klara gewinnt die Wahl zur Klassensprecherin

    Bei schönstem Wetter kamen am Sonntag viele Besucher:innen zum Familientag der SPD Herne in den Schloßpark Strünkede. Von 14 bis 18 Uhr herrschte an den zahlreichen Ständen reges Treiben. Insgesamt präsentierten sich dort Vereine, Organisationen und SPD-Ortsvereine an 42 Ständen.

    Auch wir vom Bündnis Herne waren mit unserem Infostand und unseren Demokratiespielen dabei. Besonders viele junge Familien und Menschen mit Zuwanderungsgeschichte besuchten den Familientag und sorgten für ein vielfältiges Bild unserer Stadtgesellschaft.

    Klara macht das Rennen

    Ein kleiner Renner an unserem Stand war die Wahl zum/zur Klassensprecher:in der Tiere. Immer wieder kamen Kinder – und auch nicht mehr ganz so kleine Kinder – vorbei, um sich nach dem aktuellen Stand der Wahl zu erkundigen.

    Am Ende setzte sich Katze Klara durch: Sie gewann die Wahl vor Maus Maxi und Hund Hugo.

    Neben unserem Angebot gab es auf dem Gelände ein umfangreiches Kinderprogramm mit Luftkissen, verschiedenen Spielen und einer „Bewegungsbaustelle“ der Herner Falken. Auf der Bühne waren der Freizeit- und Breitensport Herne e. V. und die Herner Show & Tanzgarde zu sehen, außerdem sang Frank Lindner.

    Glückwunsch an OASE

    Ein weiterer Programmpunkt war die Verleihung der Berta-Schulz-Medaille. Wir freuen uns für OASE – Mittagstisch für Kinder und mehr … e. V. als diesjährige Preisträgerin und gratulieren herzlich.

    Mit der Auszeichnung verbindet uns eine besondere Erinnerung: 2024 wurden wir selbst beim Familientag im Schloßpark ausgezeichnet. Mit dem Ehrenamtspreis würdigt die SPD Herne Personen und Organisationen, die sich in ihren Augen in besonderem Maße für Demokratie und das Zusammenleben in Herne einsetzen.

    Viele Gespräche und eine gute Versorgung

    Der Familientag bot uns erneut die Gelegenheit, mit vielen Menschen ins Gespräch zu kommen. Dafür bedanken wir uns bei der SPD Herne als Veranstalterin.

    Ein besonderer Dank geht außerdem an Gemeinsam für Herne e. V. (GfH), die uns an unserem Stand immer wieder mit Tee und Gebäck versorgt haben.

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    20. Kanalfest: Mehr als 170 Kinder und Jugendliche spielen Demokratie

    Mehr als 170 Kinder und Jugendliche bei unseren Demokratiespielen, eine „Mauer der Vielfalt“, die schließlich auf beiden Seiten bunt wurde, und viele Gespräche an unserem Infostand: Beim 20. Kanalfest am Samstag, 12. September 2026, war an unserem Stand im Kulturpark an der Künstlerzeche Herne einiges los.

    Angenehme Temperaturen boten gute Bedingungen, um sich Zeit für die vielen Stände zu nehmen. Insgesamt beteiligten sich 42 Vereine und Verbände an der Jubiläumsausgabe des Kanalfests. Von 13 bis 18 Uhr gab es Informationsstände, kreative und spielerische Mitmachaktionen, Sport, Musik und kulinarische Angebote.

    Klara, Maxi und Hugo stellen sich zur Wahl

    Besonders gut angenommen wurden unsere Demokratiespiele. Mehr als 170 Kinder und Jugendliche haben wir im Laufe des Tages gezählt. Dabei zeigten die Teilnehmer:innen viel Wissen über unsere Demokratie und ein sicheres Gespür für Begriffe wie „Meinungsfreiheit“ und „faire Entscheidung“.

    Natürlich wurde auch gewählt: Bei der Wahl zum/zur Klassensprecher:in der Tiere traten Katze Klara, Maus Maxi und Hund Hugo gegeneinander an. Klara ging als „mutig und eigenwillig“ ins Rennen, Maxi als „clever und vorsichtig“ und Hugo als „treu und laut“.

    Das Ergebnis blieb lange offen. Hund Hugo übernahm mit dem Zuspruch der Kinder und Jugendlichen immer wieder die Führung. Am Ende setzte sich Katze Klara knapp vor Maus Maxi durch.

    Und weil bei unseren Spielen alle gewinnen, die sich an Demokratie beteiligen, haben wir die Kinder und Jugendlichen anschließend zu „Bündnis Herne – Demokratie Rabauken“ erklärt. Als Dank fürs Mitmachen bekam jede:r einen entsprechenden Schlüsselanhänger.

    Eine „Mauer der Vielfalt“ mit zwei bunten Seiten

    Auch an unserer „Mauer der Vielfalt“ wurde mit viel Hingabe gearbeitet. Kinder konnten die Mauer mit den bereitgestellten Farben gemeinsam gestalten.

    Doch eine Seite reichte ihnen offenbar nicht: Schon lange vor dem Ende des Kanalfests begannen die Kinder, auch die Rückseite bunt zu besprühen. So bekam die „Mauer der Vielfalt“ bei dieser Ausgabe des Kanalfests gleich zwei gestaltete Seiten.

    Viele Gespräche und Unterschriften für das Herner Versprechen

    Während die Kinder spielten und die Mauer gestalteten, kamen wir mit Eltern und weiteren Besucher:innen ins Gespräch. Dabei erhielten wir viel Zuspruch für unsere Arbeit zum Erhalt der Demokratie und gegen Rechtsextremismus. Auch für unseren überparteilichen Anspruch bekamen wir viel Wertschätzung.

    Besonders gefreut hat uns, dass bereits während der Veranstaltung viele Menschen das Herner Versprechen online unterschrieben haben.

    Wer das Herner Versprechen ebenfalls unterstützen möchte, kann es online lesen und unterzeichnen:

    Das Herner Versprechen

    So bleiben uns vom 20. Kanalfest vor allem viele Begegnungen und Gespräche in Erinnerung – und mehr als 170 neue „Demokratie Rabauken“, die uns bei unseren Spielen gezeigt haben, wie viel sie bereits über Demokratie wissen.

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    „Sachsen-Anhalt geht uns alle an“: Mehr als 400 Menschen bei unserer Kundgebung

    Mehr als 400 Menschen sind am Donnerstagabend, 10. September, unserem Aufruf zur Kundgebung „Sachsen-Anhalt geht uns alle an“ auf den Robert-Brauner-Platz gefolgt. Wir freuen uns über diesen großen Zuspruch aus der Herner Zivilgesellschaft und über die vielen wertschätzenden Rückmeldungen, die wir während und nach der Kundgebung erhalten haben.

    Bereits um 17 Uhr hatten sich rund 150 Menschen an der Kreuzkirche zu einem interkonfessionellen Gebet für Frieden und Toleranz versammelt. Vertreter:innen der evangelischen und katholischen Kirche sowie der islamischen Gemeinde Röhlinghausen traten dort in Worten und Gebeten für Vielfalt, Toleranz und Mitmenschlichkeit ein. Anschließend machten sich die Teilnehmer:innen gemeinsam durch die Herner Innenstadt auf den Weg zum Robert-Brauner-Platz.

    Fünf Redebeiträge auf dem Robert-Brauner-Platz

    Um 17:45 Uhr begrüßte Melanie Jansen für das Bündnis Herne die Teilnehmer:innen und eröffnete die Kundgebung. Den ersten Redebeitrag hielt Jörg Höhfeld, der „Schorsch aus Baukau“. Mit Blick auf das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt erinnerte er daran, diejenigen zu unterstützen, die dort nicht die AfD gewählt haben. Sein Appell in Anspielung auf einen Hit der Band Herne 3: „Immer wieder aufstehen! Immer wieder sagen: Es geht doch!“

    Pooya Shojaee vom Kulturell-Alternativen Zentrum Herne e.V. richtete anschließend den Blick besonders auf junge Menschen und Kürzungen im Jugendbereich. Seine Forderung: „Gebt der Jugend Raum zurück, dann hat der Hass keine Chance.“

    Nach einer musikalischen Unterbrechung sprach Kerstin Brosius für die Eltern gegen Rechts – Herne. Sie forderte, die rechtsstaatlichen Möglichkeiten für ein Verbotsverfahren gegen die AfD zu nutzen, und wandte sich dabei auch direkt an NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst: „Herr Wüst, machen Sie keine Arbeitsgruppe, stellen Sie einfach einen Antrag!“

    Melanie Jansen sprach anschließend für die Glaubensgemeinschaften. Sie betonte, dass Ordnung und Menschlichkeit keine Gegensätze seien, und warb dafür, auch bei unterschiedlichen Positionen miteinander im Gespräch zu bleiben: „Wir müssen wieder lernen, zu diskutieren, ohne einander die Würde abzusprechen.“

    Den letzten Redebeitrag hielt Cordula Vordenbäumen für das Bündnis Herne. Sie knüpfte an unser Statement zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt an. Die wichtigste Ressource für unser Engagement seien Menschen, die mitmachen und sich beispielsweise Gesprächen mit unentschlossenen Wähler:innen stellen oder Ideen für Aktionen, Flyer und Plakate einbringen. Ihr Appell: „Macht mit, bevor es zu spät ist. Demokratie ist nämlich ein Mitmachverein. Die Zeit, zu handeln, ist jetzt.“

    Mit bunten Bändern miteinander verbunden

    Zum Abschluss wurde es auf dem Robert-Brauner-Platz noch einmal ganz praktisch: Wir verteilten farbige, jeweils 25 Meter lange Kreppbänder an die Teilnehmer:innen. Die Bänder wurden durch die Menge weitergereicht, bis die Menschen auf dem Platz miteinander verbunden waren.

    Dabei kamen viele Teilnehmer:innen direkt miteinander ins Gespräch – genau das war das Ziel der Aktion.

    Während der Kundgebung verteilten wir außerdem Postkarten zum Herner Versprechen.

    Unter den Teilnehmer:innen waren neben den Jusos auch die Omas gegen Rechts – Bochum & West sowie das Bündnis Recklinghausen Es REicht.

    Gegen 18:45 Uhr beendete Melanie Jansen die Kundgebung.

    Wir bedanken uns bei allen, die gekommen sind, bei den Redner:innen, den Glaubensgemeinschaften, den Eltern gegen Rechts – Herne und allen, die an der Vorbereitung und Durchführung beteiligt waren.

    Vor allem freuen wir uns darüber, dass so viele Menschen an diesem Abend gemeinsam auf dem Robert-Brauner-Platz waren und miteinander ins Gespräch gekommen sind.

    Die Reden

    Jörg Höhfeld („Der Schorsch aus Baukau“)

    Tach, ich bin der Schorsch aus Baukau und das Wahlergebnis aus Sachsen-Anhalt hat mich fast umgehauen, aber mein Stock hat mich dann doch davor bewahrt. Wir alle dürfen nämlich jetzt nicht in eine Schockstarre verfallen, wir demokratischen AntifaschistInnen müssen weiter für ein offenes, buntes, diverses Deutschland kämpfen.

    Und so grüssen wir die Menschen in Sachsen-Anhalt, die nicht AfD gewählt haben, denn „wer im Stich lässt seinesgleichen lässt ja nur sich selbst im Stich“. (B.Brecht).

    „Weil wir dieses Land verbessern, lieben und beschirmen wirs“ hat Bert Brecht einst geschrieben. Und wir werden es verteidigen. Lass sie mal kommen auf ihren Simson Schwalben. Dann holen wir unsere Zündapp aus der Garage und schwingen uns auf die Kreidler Florett. Und weil wir keine völkischen Nationalisten sind, machen auch die Honda und Suzuki Fahrerrinnen mit und auch die Moto Guzzis sind dabei. Und ganz vorne fährt die Harley Davidson Gruppe und auf unseren Plakaten steht die Losung unserer Freunde aus Spanien und Lateinamerika: No pasaran – sie werden nicht durchkommen.

    Deshalb gilt unsere Solidarität den Frauen und Männern, die weiter Tag für Tag für Demokratie und Offenheit in Sachsen-Anhalt kämpfen und wir grüssen sie aus Herne mit dem alten Hit von „Herne 3“: Immer wieder aufstehen, immer wieder sagen es geht doch!

    Bis die Tage

    Pooya Shojaee (Kulturell-Alternativen Zentrum Herne e.V.)

    Liebe Genossinnen und Genossen, liebe Freundinnen und Freunde der Subkultur,
    ​wenn wir über das Erstarken der AfD im Osten und im nördlichen Ruhrgebiet sprechen, müssen wir über Räume reden. Räume, die wir jungen Menschen genommen haben – und Räume, die sich jetzt andere greifen.

    ​Aus Sicht einer kultur-alternativen Szene ist der Erfolg der Rechten in diesen strukturschwachen Regionen kein Zufall, sondern das direkte Ergebnis einer jahrelangen, verheerenden Sparkultur und politischer Gleichgültigkeit.

    ​Warum verfangen rechte Parolen genau hier?

    ​Erstens: Der Rückzug des Staates und der Verlust Freier Räume.

    In den letzten Dekaden wurden im Osten wie im Revier unter dem Deckmantel der Konsolidierung Schwimmbäder geschlossen, Jugendzentren abgewickelt und Budgets für soziokulturelle Zentren zusammengestrichen. Wo einst Orte der Begegnung, des Ausprobierens und der Diversität waren, herrscht oft gähnende Leere. Jugendarbeit wurde von einer Pflichtaufgabe zu einer freiwilligen Leistung degradiert, an der bei klammen Kommunalkassen zuerst gespart wird. Die Botschaft an die Jugend in Herne, Gelsenkirchen oder in der ostdeutschen Provinz war klar: Ihr seid uns keinen Cent wert. Eure Kultur zählt nicht.

    ​Zweitens: Das Vakuum wird gefüllt.

    Wo die demokratische Zivilgesellschaft und subkulturelle Netzwerke weggespart werden, entsteht ein Vakuum. Und rechte Strukturen haben das extrem klug und eiskalt ausgenutzt. Im Osten haben Freie Kameradschaften, rechte Sportclubs und rechtsextreme Netzwerke Räume besetzt – sie bieten Jugendräume, Grillabende, Sportangebote und ein Pseudo-Gefühl von Gemeinschaft. Im Ruhrgebiet begegnen wir einer kollektiven Perspektivlosigkeit, in der rechte Vereinfacher eine vermeintliche Heimat versprechen. Wenn es keinen selbst verwalteten Jugendclub, keinen Skatepark und kein autonomes Zentrum mehr gibt, wird die rechte Dorfkneipe oder die rechte Jugendgruppe zur einzigen Anlaufstelle.

    Drittens: Der Angriff auf das Verschiedensein.

    Subkultur bedeutet Vielfalt, Reibung, Kritik und das Recht, anders zu sein. Das passt nicht ins völkische, autoritäre Weltbild der AfD. Sie nutzt die Wut der abgehängten Regionen und lenkt sie gezielt auf Minderheiten und freie Kulturprojekte um. Wenn Gelder für Zivilgesellschaft gekürzt werden, trifft das zuerst genau die Orte, an denen junge Menschen lernen, eigenständig und kritisch zu denken.

    ​Sind junge Menschen und Jugendsozialarbeit also vernachlässigt worden?

    Ja, absolut. Es war ein episches Systemversagen. Man hat geglaubt, man könne einer ganzen Generation die soziale Infrastruktur wegsparen, ohne dass es politische Konsequenzen hat.

    ​Aber unsere Antwort darauf darf nicht Ressentiment sein. Unsere Antwort muss Rückeroberung heißen!

    ​Wir brauchen keine Repression, sondern Infrastruktur. Wir brauchen Räume, in denen laut Musik gemacht werden kann, in denen gesprayt, diskutiert, gepunkt und gelebt werden kann – ohne Konsumzwang und ohne Bevormundung. Jugendsozialarbeit ist kein Luxusgut, sondern das Fundament einer lebendigen Demokratie.

    ​Wer die AfD stoppen will, darf das Geld nicht in Symbolpolitik stecken, sondern muss es in selbst verwaltete Jugendzentren, Soziokultur und Sozialarbeit vor Ort investieren! Gebt der Jugend ihren Raum zurück – dann hat der Hass keine Chance mehr!

    ​Vielen Dank.

    Kerstin Brosius (Eltern gegen Rechts – Herne)

    Ich weiß nicht wie es euch geht, aber mich haben die Ergebnisse am Sonntagabend schockiert. Bis zuletzt habe ich gehofft, dass die Prognosen sich nicht bewahrheiten werden und dann kam es sogar noch heftiger. 43,8%! Alter! Der weitere Wahlabend verlief wie ein Fiebertraum. Wird da etwa einer gesichert rechtsextremen Partei zum Sieg einer demokratischen Wahl gratuliert?! Verfassungsfeinden wird gratuliert?!

    Verfassungsfeinde gehören verboten.

    Wirklich, ihr Lieben, ich kann nicht mehr. Seit Januar fahre ich regelmäßig nach Düsseldorf um die Politik aufzufordern alle Parteien, die vom Verfassungsschutz als rechtsextremer Verdachtsfall oder gesichert rechtsextrem eingestuft werden, durch das Bundesverfassungsgericht zu überprüfen. Seit Januar! Welchen Monat haben wir jetzt?!

    Deshalb lasse ich auch das Argument nicht gelten, ach jetzt wo sie eine Wahl gewonnen haben, wollt ihr sie verbieten. Nein, wir wollen das schon viel länger.

    Mit unserem Grundgesetz sind genau dafür Mittel und Wege geschaffen worden. Es ist etwas kompliziert, aber an alles gedacht. Das Bundesverfassungsgericht entscheidet über die Verfassungswidrigkeit einer Partei. Das Verfahren zur Prüfung kann durch den Bundestag, Bundesrat oder durch die Bundesregierung beantragt werden. Und wenn das Bundesverfassungsgericht zu dem Urteil kommt, dass eine Partei darauf ausgerichtet ist die freiheitlich demokratische Grundordnung zu gefährden, also verfassungswidrig ist, wird nicht nur die Partei an sich aufgelöst, sondern auch Ersatzorganisationen verboten.

    Das hat sogar schon funktioniert! 1952 wurde die SRP, die sozialistische Reichspartei verboten. Sie verstand sich als Nachfolgepartei der Nazis, vertrat offen nationalsozialistische Positionen und lehnte die parlamentarische Demokratie ab.

    Damals hat die Bundesregierung den Antrag beim Bundesverfassungsgericht gestellt. Was die AfD betrifft sind wir im Bundesrat auf einem guten Weg und einige Bundesländer positionieren sich sogar offen für eine Prüfung.

    Bei uns in NRW ist man da sehr zögerlich. Herr Wüst, machen Sie keine Arbeitsgruppen, stellen Sie einfach einen Antrag!

    Was wollen Sie da noch in einer Arbeitsgruppe erarbeiten? Wir kennen alle das Gutachten der Gesellschaft für Freiheitsrechte. Wie wir wissen, kommt es zu dem Schluss, dass ein Verbotsverfahren sehr wahrscheinlich erfolgreich ist. Ich weiß, es wird viel im Konjunktiv geschrieben, aber wir haben nur diese eine Chance. Für mein Engagement gegen Rechts bin ich bereits angefeindet worden. Auch wenn ich mich nicht einschüchtern lasse, macht es mir dennoch Angst. Hass ist nicht mehr irgendetwas in den Nachrichten, es trifft nicht nur mich im echten Leben. Als Mutter habe ich ehrlicherweise auch Angst um meine Kinder.

    Wenn die AfD politische Macht bekommt, sind wir alle politischer Gegner und da wir das Gutachten der Gesellschaft für Freiheitsrechte kennen, wissen wir auch, was die AfD mit ihren politischen Gegnern vorhat. Die Möglichkeiten unseres Rechtsstaates müssen genutzt werden!

    Ich vergleiche die AfD gerne mit einem ungebetenen Gast auf einer Party. Dieser Gast pöbelt nur rum, demoliert das Wohnzimmer und hinterlässt schlammig braune Fußabdrücke. Würdet ihr in so einer Situation erstmal fragen, wer hat diesen Gast eingeladen? Was findest du denn an diesem Gast so toll, dass du diesen mit zu meiner Party gebracht hast? Oder würdet ihr erstmal dafür sorgen, dass der Gast wieder verschwindet, bevor euer Wohnzimmer komplett dreckig und zerstört ist?

    Und wir alle haben die Möglichkeit dafür zu sorgen, dass dieser ungebetene Gast rausgeworfen wird. Samstag ist um 14 Uhr in Düsseldorf die nächste Prüf-Demo. Das Land braucht eine starke Zivilgesellschaft. Und das ist nicht irgendwer aus den Medien, das sind du und ich. Jeder und jede von uns macht einen Unterschied, inspiriert andere und kann Eindruck machen auf diejenigen die einen Prüfantrag beim Bundesverfassungsgericht stellen können! Also auf nach Düsseldorf mit uns!

    Melanie Jansen (für die ev. und kath. Kirche und die Islamische Gemeinde)

    Wir sind heute hier, weil uns etwas verbindet: die Sorge um unser Land – und die Hoffnung auf eine Gesellschaft, in der Menschen verschieden sein dürfen und trotzdem zusammengehören.

    Ich spreche heute hier als Christin.

    Denn Christsein bedeutet für mich nicht, bei politischen Fragen die Augen zu verschließen. Im Gegenteil: Unser Glaube verpflichtet uns, hinzusehen, wenn Menschen ausgegrenzt werden, wenn Angst geschürt wird und wenn die Würde von Menschen davon abhängig gemacht wird, woher sie kommen.

    Jesus sagt: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“

    Er sagt nicht: Deinen deutschen Nächsten.
    Er sagt nicht: Deinen christlichen Nächsten.
    Er sagt nicht: Deinen Nächsten, der dir kulturell ähnlich ist.

    Er sagt: deinen Nächsten.

    Und genau daran müssen sich auch politische Programme messen lassen.

    Die AfD spricht häufig von christlicher Kultur, von Tradition und von der Bewahrung des Abendlandes. Aber christliche Werte sind mehr als Tradition und nationale Identität.

    Christlicher Glaube beginnt nicht mit der Frage: „Wer gehört zu uns?“

    Er beginnt mit der Aussage: Jeder Mensch ist Geschöpf Gottes.

    Jeder Mensch besitzt Würde – unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Religion, Sprache, sozialem Status oder politischer Einstellung.

    Deshalb widerspreche ich einer Politik, die Menschen vor allem als Problem betrachtet: als Migranten, als Flüchtlinge, als Fremde oder als Belastung.

    Natürlich braucht ein Staat Regeln.
    Natürlich müssen Grenzen kontrolliert werden.
    Natürlich muss Kriminalität konsequent verfolgt werden.
    Natürlich müssen Integration und Migration politisch gestaltet werden.

    Aber Ordnung und Menschlichkeit sind keine Gegensätze.

    Wir dürfen Probleme benennen, ohne Menschen abzuwerten.

    Wir dürfen über Migration diskutieren, ohne gegen Migrantinnen und Migranten Stimmung zu machen.

    Und wir dürfen für unser Land eintreten, ohne anderen Menschen ihre Zugehörigkeit abzusprechen.

    Und genauso gilt: Wer Sorgen über Migration hat, ist deshalb noch lange kein Rassist.

    Wir müssen wieder lernen, miteinander zu diskutieren, ohne einander die Würde abzusprechen.

    Aber wir müssen auch klar widersprechen, wenn politische Sprache Menschen gegeneinander aufbringt.

    Christlicher Glaube ist keine Religion der Angst.

    Er ist eine Religion der Hoffnung.

    Und deshalb sage ich als Christin:

    Ich möchte keine Politik, die Menschen gegeneinander ausspielt.

    Ich möchte keine Politik, die Angst vor dem Fremden zur Identität macht.

    Ich möchte keine Politik, die christliche Begriffe benutzt, aber den Kern des Evangeliums vergisst.

    Ich möchte eine Gesellschaft, in der Menschen zusammenstehen können, wie sie sind, wie wir heute hier. In der Menschen verschieden sein dürfen und trotzdem zusammengehören.

    Cordula Vordenbäumen (Bündnis Herne)

    Beim CSD vor zwei Monaten hat jemand zu uns gesagt: „Ach, Sachsen-Anhalt. Wir sind hier ja nicht in Sachsen-Anhalt. Das betrifft uns hier ja gar nicht.“ Das war neulich schon falsch.

    Und jetzt sehen wir, wie grässlich sich dieser Mensch geirrt hat.

    Deshalb: Sachsen-Anhalt geht uns alle an! Die Entwicklung dort hat nämlich nicht nur Auswirkungen auf die ganze Republik, sie ist auch in anderen Bundesländern möglich.

    Wir werden aber nicht erschrocken und tatenlos abwarten, wie die Landtagswahl in NRW nächstes Jahr im April wohl ausgehen wird.

    Das Bündnis Herne und andere Initiativen und Vereine setzen sich zum Teil seit Jahren für die Demokratie, Menschenwürde und gesellschaftlichen Zusammenhalt ein – und gegen Rechtsextremismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit.

    Allen, die uns für unser ehrenamtliches Engagement auf die Schultern klopfen, sagen wir „vielen Dank für eure Wertschätzung“. Das bestärkt uns, nicht aufzugeben!

    Auch eure finanzielle Unterstützung ist enorm wichtig: um Materialien zu beschaffen, Workshops und Veranstaltungen durchzuführen und so weiter.

    Anders als in den Kommentarspalten der antisozialen Medien penetrant behauptet wird, werden wir nämlich nicht „vom Staat“ bezahlt, sondern finanzieren uns weitestgehend aus Mitgliedsbeiträgen und gelegentlichen Spenden.

    Aber reicht das aus? Nein, längst nicht mehr! Mit euren solidarischen Posts und Sharepics erreicht ihr vor allem eure eigene Bubble. Menschen, die überlegen, die noAfD zu wählen, erreicht ihr damit eher nicht. Das geht nur im Gespräch – also im echten Gespräch, nicht in einem Wortgefecht in anonymen Kommentarspalten in den antisozialen Medien.

    Und es reicht auch längst nicht mehr, nur dann da zu sein, wenn Nazis durch unsere Straßen laufen und es eine Gegendemo mit viel Geschrei gibt.

    Etwa eine Woche vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt waren 31 Prozent der Wahlberechtigten noch unentschlossen, was sie wählen würden. 31 Prozent!

    Wir müssen also raus auf die Straßen und Plätze dieser Stadt, um unentschlossene Wahlberechtigte vom Wert der Demokratie zu überzeugen und sie davon abzubringen, aus purer Unzufriedenheit die noAfD zu wählen.

    Und damit dürfen wir nicht erst vier Wochen vor der Landtagswahl anfangen.

    Überzeugte noAfD-Wähler:innen werden wir wohl nicht so leicht ins „Team Demokratie“ zurückholen können.

    Hier sind die demokratischen Parteien in der Pflicht, sich etwas mehr Mühe zu geben.

    Wir, also die Vereine und Initiativen, sollten uns verstärkt auf diejenigen konzentrieren, die noch nicht final zu „Team Blau-Braun“ abgedriftet sind. Bei den Unentschlossenen, die ihre Entscheidung noch nicht getroffen haben, können wir mit echten Gesprächen noch etwas erreichen!

    Den Kampf um die Demokratie können aber nicht ein paar wenige stemmen, bestärkt durch Schulterklopfen und „Daumen hoch“-Emojis.

    Wir tun das alle ehrenamtlich – und die meisten von uns machen das neben ihren beruflichen und familiären Verpflichtungen. Oft genug kommt das Privatleben dabei zu kurz.

    Unsere wichtigste Ressource ist daher nicht eure Anerkennung oder euer Geld.

    Unsere wichtigste Ressource sind Menschen, die mitmachen, die sich den Gesprächen an den Infoständen stellen, die Ideen einbringen für Aktionen, Flyer, Plakate … Es gibt vielfältige Möglichkeiten, auch im Hintergrund gibt es immer reichlich zu tun. Dabei können wir jede Unterstützung gebrauchen!

    Deshalb rufen wir euch auf:

    Sofern ihr das nicht schon tut: Engagiert euch in Initiativen und Vereinen, die sich für eine vielfältige, solidarische Gesellschaft einsetzen! Davon gibt es eine ganze Reihe, mit sehr unterschiedlicher Ausrichtung. Da ist doch bestimmt für jede und jeden was dabei!

    Kommt zum Beispiel

    • zum Bündnis Herne
    • zu den Eltern gegen Rechts
    • zu den Schirmen gegen Rechts
    • zu den Omas gegen Rechts
    • zum Herner Antifa Treff,
    • zum Kulturell-Alternativen Zentrum oder
    • zum Queer in Herne e. V.

    Und ich habe in meiner Aufzählung jetzt bestimmt noch irgendwen vergessen. Schaut euch einfach mal um!

    Oder ihr engagiert euch bei den Trägern der Freien Wohlfahrt, bei den Glaubensgemeinschaften, bei der Freiwilligen Feuerwehr, im Sport- oder Kaninchenzüchterverein – oder sogar bei einer der demokratischen Parteien!

    Eigentlich ist es fast egal, wo ihr mitmacht, Hauptsache, ihr kommt dabei mit echten Menschen ins Gespräch, vielleicht auch mit solchen, die nicht direkt zu eurer eigenen Bubble gehören!

    Macht mit, bevor es zu spät ist!

    Demokratie ist nämlich ein Mitmach-Verein!

    Die Zeit zum Handeln ist JETZT!

  • SharePic BH 18. KAZ Open Air - Rückblick

    18. KAZ Open Air – Rückblick

    Wind, Regen und traumhafter Sonnenschein: Beim 18. KAZ Open Air am 29. August 2026 im Skatepark Hibernia zeigte sich das Wetter ausgesprochen abwechslungsreich. Der Stimmung bei uns und den vielen Besucher:innen tat das keinen Abbruch. Für uns bleibt vor allem ein schöner Tag unter Freund:innen in Erinnerung.

    Nach unserer kurzfristigen Absage im vergangenen Jahr waren wir diesmal wieder mit einem eigenen Infostand dabei. Das Kulturell-Alternative Zentrum Herne ist Gründungsmitglied des Bündnis Herne und hat seit 2019 viele unserer Veranstaltungen unterstützt oder überhaupt erst möglich gemacht. Entsprechend haben wir uns darauf gefreut, wieder gemeinsam einen Tag beim KAZ Open Air zu verbringen.

    Viele Gespräche über unsere Arbeit und das Herner Versprechen

    Unser Stand war sehr gut besucht. Wir konnten viele Gespräche mit Menschen aus ganz Deutschland über ihre eigenen Erfahrungen sowie über unsere Arbeit und insbesondere über das Herner Versprechen führen.

    Die Reaktionen darauf reichten von Überraschung darüber, dass ein solcher Schulterschluss zwischen Demokrat:innen aus allen politischen Lagern in dieser Deutlichkeit möglich ist, bis hin zu Anerkennung und Bewunderung für das, was wir damit in Herne erreicht haben.

    Gerade Menschen aus dem Osten Deutschlands äußerten sich sehr wertschätzend über unsere Arbeit. Gleichzeitig erzählten sie von vielen negativen Situationen aus ihrer Heimat und teilten ihre Sorgen über die Entwicklung im Osten Deutschlands mit uns. So entstanden an unserem Stand neben vielen kurzen Begegnungen auch immer wieder persönliche und ausführliche Gespräche.

    Gemeinsam mit den „Eltern gegen Rechts – Herne“

    Mit uns am Stand waren auch die neu gegründeten „Eltern gegen Rechts – Herne“. Sie machten auf ihr Anliegen aufmerksam und boten für Kinder eine Mal- und Postkartenaktion an. Dabei wurden viele Steine bunt angemalt.

    Mehr über die „Eltern gegen Rechts – Herne“ gibt es auf Instagram.

    Musik, Skateboarding und eine bunte Vielfalt

    Zum KAZ Open Air gehörten auch in diesem Jahr Live-Musik, Skateboarding sowie verschiedene Info- und weitere Stände. Sieben Bands standen auf dem Programm: Waving the Guns, Dosenstolz, Pisscharge, Angry Youth Elite, Ratbite, Silk und Shok Güzel. Dazu kam der Skate-Contest von Plan B.

    Das KAZ organisiert das Open Air vollständig ehrenamtlich. Ziel des Vereins ist es, einen Ort zu schaffen, an dem alle unabhängig vom Geldbeutel zwei Tage mit Musik, Skateboarding und anderen Menschen verbringen können.

    Auch für uns war diese Vielfalt an diesem Samstag überall zu erleben: in den Begegnungen, in den Gesprächen und bei den vielen freundlichen und bunten Menschen im Skatepark.

    Mehr zum KAZ Open Air 2026 gibt es auf Instagram.

  • SharePic Demokratie auf der Straße 22.08.2026 - Rückblick

    Demokratie auf der Straße: Bündnis Herne im Gespräch mit Passant:innen

    Am Samstag, den 22.08.2026, war das Bündnis Herne von 10:30 bis 12:30 Uhr mit der Aktion „Demokratie auf der Straße“ in der Herner Innenstadt unterwegs. Drei Mitglieder des Bündnis Herne suchten dabei gezielt das Gespräch mit Passant:innen.

    Im Mittelpunkt der Gespräche stand die Wahrnehmung der Passant:innen der aktuellen politischen Lage, welche persönliche Situation sie beschreiben und wie sie diese bewerten. Auch das Bündnis Herne selbst und das Herner Versprechen kamen zur Sprache – die Reaktionen darauf waren überwiegend positiv.

    Es gab auch schwierige Gespräche, in denen keine Übereinkunft erzielt werden konnte. Dennoch nahmen sich die Passant:innen Zeit für den Austausch, und wir konnten Denkanstöße geben.

    Wer mehr über das Herner Versprechen erfahren möchte, findet Informationen unter Das Herner Versprechen. „Demokratie auf der Straße“ findet monatlich statt. Die nächsten und alle weiteren Termine des Bündnis Herne stehen im Kalender.

    Drei Mitglieder des Bündnis Herne bei Demokratie auf der Straße
  • Die noAfD wollte Empörung. Herne entschied sich für Dialog

    Herne entschied sich für Dialog

    Stell dir vor, ihr habt auf der Arbeit eine Abteilungssitzung. Es geht um ein neues Zeiterfassungssystem. Eine Person beginnt plötzlich, über die gestiegenen Preise am Kaffeeautomaten zu sprechen. Sicher auch wichtig – aber nicht das Thema. Die Sitzungsleitung fordert dazu auf, zur Sache zu sprechen. Niemand käme deshalb ernsthaft auf die Idee, von „Zensur“ zu reden.

    Genauso inszenierte sich aber die AfD um ihren Fraktionsvorsitzenden Guido Grützmacher in der Ratssitzung am 19.05.2026.
    Dort ging es um den gemeinsamen Antrag von Grünen und Linken, einen Beirat zur geplanten Zentralen Unterbringungseinrichtung für Geflüchtete (ZUE) einzurichten. In diesem Gremium sollen Politik, Verwaltung, Wohlfahrtsverbände, der AK Flüchtlinge, die Bezirksregierung und selbstverständlich auch Anwohner:innen gemeinsam nach konstruktiven Lösungen suchen.

    Mit kleinen Änderungen stimmten alle Fraktionen dem Antrag zu – lediglich die AfD stimmte geschlossen dagegen.
    Dabei hatte sich die AfD in den vergangenen Wochen immer wieder als „Anwalt der Anwohner:innen“ präsentiert. Umso deutlicher zeigt ihre Ablehnung des Dialogforums: Es geht ihr nicht um sachlichen Austausch oder Lösungen, sondern vor allem um Stimmungsmache, in diesem Fall gegen Schutzsuchende.

    Auch Guido Grützmachers Redebeitrag machte das deutlich. Statt über das geplante Dialogforum zu sprechen, dozierte er über „Ausländerkriminalität“. Trotz mehrfacher Ermahnungen durch den Oberbürgermeister blieb er bei diesem Thema und stilisierte sich anschließend als Opfer angeblicher „Zensur“.
    Tatsächlich hatte seine Rede mit dem eigentlichen Antrag schlicht nichts zu tun. Sein Rederecht hat er nur genutzt, um gegen zukünftige Bewohner:innen der Unterkunft zu hetzen. Die unwürdige Inszenierung seiner Opferrolle ist ihm dabei nicht einmal besonders gut gelungen.
    Die AfD hat damit erneut gezeigt, dass konstruktive Lösungen mit ihr nicht zu realisieren sind und sie kein ehrliches Interesse an den Sorgen und Nöten der Anwohner:innen hat – und ebenso wenig an demokratischen Prozessen.

    Das Bündnis Herne begrüßt ausdrücklich den Vorstoß von Grünen und Linken zu einem sachlichen und konsensbasierten Gremium sowie die große Geschlossenheit der demokratischen Fraktionen gegen die unwürdige Hetzerei der AfD: Allesamt grenzten sie sich klar gegen die unwürdige Hetzerei der AfD ab.

    Das entspricht im besten Sinne dem Geist des „Herner Versprechens“!

    Das „Herner Versprechen“ kann übrigens hier unterschrieben werden: 
    https://herner-versprechen.de/

    Die Diskussion über den Antrag kann man sich noch bis zur nächsten Ratssitzung hier anschauen:
    https://www.herne.de/Rathaus/Politik/Rats-TV/
     (ab 2:36:45)

  • Zwei Vertreterinnen des Bündnis Herne im Gesppräch

    Zusammenfassung Mitmachaktion

    Ich finde es ganz wunderbar, dass sich heute wieder so viele Menschen versammeln, um das solidarische Herne zu zeigen.

    Wir alle erleben diese Pandemie anders, befinden uns in verschiedenen Situationen, haben unterschiedliche Ängste – und dennoch ist es für alle hier klar: sich abseits des  demokratischen Miteinanders zu bewegen, wird nicht die Lösung bringen!

    Oft habe ich deswegen von außen Bezeichnungen wie „pro-Corona“ oder „Corona-Jünger“ gehört. Deswegen haben wir die Mitmach-Aktion in den letzten Wochen gestartet. Denn auch wenn uns öfter mal die kritische Stimme in Bezug auf die aktuelle Situation abgesprochen wird: wir sind kritisch, wir haben Zweifel, wir haben Ängste! Und darüber zu sprechen, soll uns auch nochmal in neuer Weise daran erinnern, wieso wir heute und an allen anderen Tagen, seien es Samstage oder Montage, hier stehen. Denn gerade in den Lockdowns ging es oft darum, worum es auch in Zukunft wieder mehr gehen sollte – auch nach der Pandemie.

    Viele von Ihnen und Euch haben gesagt, dass die Familien näher zusammengerückt sind, Nachbarschaften gestärkt wurden und sogar „alte“ Freundschaften wieder belebt werden  konnten. Viele von uns haben auch alte und neue Hobbies für sich entdecken können: Zumba-Kurse über Zoom mit unserer tollen Jessi, Haldentouren, Industriekultur, Fotografie –so haben sich einige neu in das schöne Ruhrgebiet verliebt, wir haben entschleunigt, entspannt, zu uns gefunden, besser gekocht und haben endlich mal ausgerümpelt. Und auch die Haustiere haben sich über die viele Zeit mit Herrchen und Frauchen gefreut. Einige konnten sich sogar beruflich weiterentwickeln und Positives aus Videokonferenzen ziehen, so funktionieren Kurse zur Babymassage wohl online besser als in Präsenz.

    Und dennoch: Was für viele folgte, war Isolation. Ohne Kontakt zu Freund:innen, Kolleg:innen, Komilliton:innen im Studium oder Mitschüler:innen in der Schule sind viele von uns auf sich allein gestellt gewesen. Mit dem vielen Hin und Her der Maßnahmen und Regelungen stieg die Überforderung und Nerven lagen und liegen immer noch blank. Widersprüchliche Maßnahmen strapazieren immer noch unser aller Nerven.

    Doch am allergrößten und auch von Ihnen und euch am häufigsten genannt, ist die Angst vor Covid-19. Die Angst zu erkranken, die Angst, dass Angehörige erkranken oder man sogar  liebe Menschen anstecken könnte sowie die Angst vor Long-Covid. Und auch ohne Corona, ist doch immer die Angst davor präsent, nicht die richtigen Behandlungen oder Operationen zu erhalten im Falle von anderen Erkrankungen. Und ja: von denjenigen, die heute hier sind, gibt es auch Betroffene, deren Freunde an Corona verstorben sind. Ich kann mir nicht ausmalen, wie schwierig es sein muss, sich in dieser Situation die Parolen von Leugner:innen anhören zu müssen.

    Wie ich schon sagte, wir alle erlebten diese Zeit anders und tun dies noch immer. Und  trotzdem gehen wir gemeinsam durch diese Pandemie. Lasst uns daran festhalten und es beibehalten. Auch für die Tage, an denen Corona irgendwann hoffentlich Geschichte sein wird.

  • Teilnehmende der Kundgebung mit FFP2-Masken

    Herner Zivilgesellschaft zeigt erneut Präsenz gegen Demokratiefeinde

    Einmal mehr hat die starke Herner Zivilgesellschaft Präsenz gezeigt gegen die Gruppierung der Coronaleugner:innen, die ihre demokratiefeindlichen Verschwörungserzählungen in den vergangenen Wochen auf unseren Straßen verbreitet haben.

    Mindestens 250 Hernerinnen und Herner waren dem Aufruf des Bündnis Herne, der „Schirme gegen Rechts“ und der Glaubensgemeinschaften gefolgt und nahmen am Friedensgebet, an der Mahnwache am Shoah-Mahnmal sowie an der Kundgebung auf dem Robert-Brauner-Platz teil.

    Die Coronaleugner:innen hatten auf eine eigene Kundgebung verzichtet; stattdessen tauchte die noch einmal dezimierte Gruppierung zunächst am Rand des Friedensgebetes vor der Kreuzkirche auf, später dann auch auf dem Robert-Brauner-Platz.

    An beiden Orten wurde die Gruppierung spontan durch Mitglieder der „Schirme gegen Rechts“ wie auch durch weitere Teilnehmer:innen regelrecht abgeschirmt: Mit Schirmen und Plakaten bildeten sie einen schweigenden Sichtschutz und machten so deutlich, dass Demokratiefeind:innen bei uns nicht erwünscht sind.

  • Moderatorin des Workshops "Quo vadis Bündnis Herne?"

    Rückblick „Quo vadis, Bündnis Herne?“

    Für Samstag, 13.11.2021, hatte das Bündnis Herne zu einem Strategie- und Planungsworkshop eingeladen. Unter dem Motto „Quo vadis, Bündnis Herne?“ trafen sich knapp 25 hochmotivierte, diskutierfreudige Interessierte für einen mehrstündigen Meinungsaustausch im Bürgersaal Sud- und Treberhaus Eickel.

    Einmal mehr hat sich an diesem Tag gezeigt, wie breit das Meinungsspektrum innerhalb des Bündnis Herne ist. Trotz z.T. kontroverser Ansichten waren die Diskussionen von einem sehr respektvollen Umgang miteinander geprägt.

    Allerdings war der Diskussionsbedarf so groß, dass uns leider nicht genug Zeit blieb, um zu eindeutigen Ergebnissen zu kommen; dies betrifft insbesondere die Punkte „zukünftige Ausrichtung“ und „Vereinsgründung“, auch die Jahresplanung 2022 konnte nur noch kurz angerissen werden. Damit hatten wir aber fast ein wenig gerechnet.

    Dennoch werten wir den Workshop als Erfolg:

    Auch wenn wir noch keine abschließenden Ergebnisse erreicht haben, haben wir viel Input zu diesem Thema bekommen, mit dem wir nun weiterarbeiten können.

    Mit diesen „Hausaufgaben“ wird sich das Orgateam des Bündnis Herne also in der nächsten Zeit intensiv beschäftigen.

    Wir blicken zurück auf einen schönen und intensiven Austausch – vielen Dank an alle Teilnehmenden für Feedback, gute Ideen, respektvollen und wertschätzenden Umgang miteinander!

    Ein herzlicher Dank geht zudem an:

    • Jonas Flick von der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus (MBR Arnsberg), der uns professionell durch den Workshop begleitet hat.
    • die Partnerschaft für Demokratie Herne (PfD), die uns über die Fördermöglichkeiten des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ geholfen hat, den Workshop durchzuführen.
    • den Herner Partyservice Heermann, dank dessen großzügiger Spende wir so ausgesprochen lecker und reichhaltig verpflegt wurden.
    • alle diejenigen, die aktiv an der Vorbereitung und Durchführung des Workshops beteiligt waren!

    Wir freuen uns auf ein nächstes Mal!

  • SharePic zur Online-Podiumsdiskussion des Bündnis Herne "Shalom und Salam"

    Shalom und Salam. Auswirkungen des Nahostkonfliktes auf unser Miteinander

    Podium der Online-Diskussion Bündnis Herne "Shalom und Salam"
    Podium der Online-Diskussion Bündnis Herne „Shalom und Salam“

    Am 30.06.2021 hatten wir gemeinsam mit der „Partnerschaft für Demokratie Herne (PfD Herne)“ interessante, tolle Gäste zu einer Podiumsdiskussion zum Thema „Shalom und Salam. Auswirkungen des Nahostkonfliktes auf unser Miteinander“ eingeladen.

    Unsere Gäste waren Anton Tsirin (u.a. Präsident von Makkabi Deutschland Jugend), Tuncay Nazik (Leiter Islamische Gemeinde Herne Röhlinghausen e.V.), Sobitha Balakrishnan (DINX-Institut), Micha Neumann (Antidiskriminierungsberater ADIRA) und Rabeya Müller (Liberal-Islamischer Bund e.V.).

    Moderiert von dem wunderbaren Fadl Speck (Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus e.V.) brachten sie über 90 Minuten lang ihre Erfahrungen aus den unterschiedlichen Perspektiven ein.

    Wer eine „krawallige“ Talkrunde erwartet hatte, war möglicherweise enttäuscht – unsere Gäste haben vorgemacht, dass es möglich ist, sich trotz kontroverser Positionen respektvoll auszutauschen, einander zuzuhören, Gedanken aufzunehmen, weiterzuspinnen.


    Am Beispiel unseres Themas ist einmal mehr deutlich geworden, dass viele Herausforderungen zu vielschichtig sind, um in zwei bis drei Sätzen eine Meinung dazu zu artikulieren. Die individuelle Bewertung komplexer Zusammenhänge hängt zudem immer auch mit den individuellen Erfahrungen zusammen. Das jeweils zu berücksichtigen und zu respektieren, erscheint zielführender als jeweils für sich selbst die „einzige richtige Wahrnehmung“ zu beanspruchen und damit die Erfahrungen von anderen abzuwerten.

    Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten – alle, die den Livestream am Mittwoch verpasst haben, können ihn sich hier nachträglich noch anschauen – es lohnt sich!

    Unser Dank gilt – neben unseren Gästen – Merlin Morzeck und Holtkamp//media Rental für die hervorragende technische Umsetzung des Livestreams! Gerne wieder!

    Hinweis zu den Fotos: Alle im Pluto anwesenden Beteiligten waren entweder schon durchgeimpft oder zumindest tagesaktuell negativ getestet; daher konnten wir auf das Tragen von Masken verzichten.

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