Die Jugendorganisationen der Grünen (Grüne Jugend), der SPD (Jusos), der CDU (Junge Union), der Linken (Linksjugend) und der FDP (JuLis) planen anlässlich der Neugründung einer AfD-Jugendorganisation am Sonntag das Herner Versprechen gemeinsam zu unterzeichnen. Ein starkes Zeichen der demokratischen Jugend!
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– Keine Kooperation mit der AfD – Keine politischen Vorteile aus ihr – Keine Normalisierung von Rechtsextremismus
Wir stehen geschlossen für eine demokratische, offene und menschenwürdige Gesellschaft und machen deutlich, dass ihre Gegner in Herne keinen Raum gewinnen werden.
📍 Rathausplatz Herne 🕑 30.11.2025, 14 Uhr
Wir erwarten euch. Haltung zeigen ist jetzt Pflicht. (Wir freuen uns, dass wir kurzfristig auch die @julisherne für unser Junges Herner Versprechen gewinnen konnten!)
es ist an der Zeit, klare Haltung zu zeigen! Vor einem Jahr haben wir das „Herner Versprechen“ ins Leben gerufen – und seitdem hat sich die politische Landschaft dramatisch verändert. Die AfD feiert Erfolge bei Landtagswahlen, beeinflusst politische Diskussionen massiv, selbst ohne Regierungsbeteiligung. Der Ton zwischen den Parteien hat sich verschärft, auch unter den demokratischen Kräften.
Dieses Klima der Aggression und Angst bedroht das Herzstück unserer Demokratie! Doch Demokratie bedeutet, Kompromisse im Sinne aller zu verhandeln – und sie schützt jede und jeden von uns.
Unser demokratisches Fundament wackelt!
Am 20. Februar 2024 haben alle demokratischen Parteien im Stadtrat Herne das „Herner Versprechen“ gemeinsam unterzeichnet – ein bundesweit einmaliger Akt der Einigkeit. Aber heute, ein Jahr später, sehen wir: Die Lage hat sich weiter zugespitzt. Die AfD wird auf allen politischen Ebenen zunehmend als „normal“ akzeptiert.
Das dürfen wir nicht hinnehmen!
Es ist Zeit, das „Herner Versprechen“ einzufordern: Keine Kooperation mit Rechtsradikalen wie der AfD, keine stillen Absprachen, keine faulen Deals! Wir sagen Nein zu menschenverachtenden Positionen und populistischem Geschrei, das keine echten Lösungen bietet.
Das „Herner Versprechen“ ist unser gemeinsames Fundament – und wir werden es gemeinsam verteidigen!
Zeigt Gesicht, kommt zur Kundgebung und bringt Familie, Freund:innen und Nachbar:innen mit!
Setzt mit uns ein starkes Zeichen für Demokratie, Vielfalt, Toleranz, Solidarität und Respekt.
Ich bin sauer, wenn ich sehe, wie die demokratischen Parteien mit großen, erstaunten Augen auf die Wahlergebnisse in Thüringen, Sachsen und Brandenburg schauen und sich fragen, wie das passieren konnte: die AfD erreicht jeweils um die 30% der abgegebenen Stimmen.
Ich bin empört darüber, wie viele Menschen sich offenbar eine autoritäre Führung wünschen, einen „starken Mann“ an der Spitze, der endlich aufräumt. Das sind keine Protestwähler:innen, die treffen ihre Wahlentscheidung für Antidemokrat:innen und Faschist:innen aus Überzeugung.
Noch viel mehr Menschen haben Umfragen und Analysen zufolge das Vertrauen in einen funktionierenden Staat und in die Politik verloren. Sie wünschen sich Orientierung in unruhigen Zeiten mit komplexen Problemen – und das mit gutem Recht!
Ich habe nicht die Lösung für die Frage, wie „die Politik“ das Vertrauen zurückgewinnen kann. Aber ich hätte da ein paar Gedanken in Richtung der demokratischen Parteien in den Parlamenten, basierend auf meinen eigenen subjektiven Wahrnehmung.
Demokratie bedeutet: Position beziehen, mit Argumenten zu überzeugen versuchen, eine Mehrheit hinter sich versammeln oder einen Kompromiss finden.
Demokratie bedeutet insofern auch: akzeptieren können, dass man die eigene Position vielleicht nicht durchsetzen konnte.
Demokratie heißt durchaus Auseinandersetzung und Streit, aber in der Sache!
Ihr tut aber etwas anderes: die Auseinandersetzungen zwischen den demokratischen Parteien werden in den letzten Jahren zunehmend persönlich geführt. Es wird polarisiert und beleidigt, was das Zeug hält. Jede Gegenposition wird reflexartig zur Ideologie erklärt, die abgelehnt und bekämpft werden muss. Darüber treten die Inhalte völlig in den Hintergrund:
Initiativen zum Klimaschutz, für bezahlbaren Wohnraum, für eine moderne Familienpolitik, die ihren Namen verdient, für eine gerechte Verteilung der Lasten und Pflichten – und ja, auch über eine gerechte Verteilung der Privilegien.
Ihr solltet Vorbilder sein für die Menschen, die euch wählen sollen. Ihr solltet ihnen vorleben, wie der demokratische Prozess funktioniert. Stattdessen tragt ihr die Polarisierung in unseren Alltag. Ihr tragt durch euer Auftreten dazu bei, dass bei vielen Menschen die Hemmschwelle in alltäglichen Streitigkeiten sinkt, weil sie vorgelebt bekommen, dass das offenbar ok ist. Ihr tragt dazu bei, dass die Bereitschaft und Fähigkeit zum Konsens verloren gehen.
Das richtet sich vor allem an die CDU/CSU, die die Grünen quasi zum „Endgegner“ erklärt hat.
Im Ergebnis wird nicht mehr über das Für und Wider in Bezug auf Vorschläge diskutiert, sondern über das Für und Wider in Bezug auf Parteien und Personen. Die FDP macht ebenfalls immer wieder bei diesem Niveaulimbo mit – und das als kleinster Koalitionspartner in der Ampel.
Auch die SPD und die Grünen sind nicht frei davon.
Seid ihr eigentlich noch ganz dicht, alle miteinander?
Wenn ich euch zuschaue, komme ich mir manchmal vor wie beim „Leben des Brian“: verschiedene Gruppierungenen, die alle Pilatus‘ Frau entführen wollen, treffen aufeinander und prügeln sich wegen der Frage, wer die Idee mit der Entführung zuerst hatte. Brian ruft irgendwann über die Köpfe der Raufbolde hinweg: „Lasst uns zusammen ringen!“ Die vielstimmige Antwort: „Tun wir doch!“
Im Film ist das witzig – aber wir sind hier in der Realität!
Ihr redet ständig von der Brandmauer gegen die AfD. Tatsächlich baut ihr euch jeweils eure eigene Brandmauer, die bei manchen etwas höher ausfällt, während sie bei anderen schon etwas löchrig zu sein scheint.
Ist das so schwer zu verstehen, dass ihr eine wirkungsvolle Brandmauer gegen die AfD nur gemeinsam hochziehen und verteidigen könnt?
Und nebenbei bemerkt: Was ist eigentlich aus „Nie wieder ist jetzt“ geworden?
Nun zu ein paar inhaltlichen Punkten.
Was treibt ihr da gerade an unseren Grenzen?
Die Migration ist nicht die „Mutter aller Probleme“, auch die so genannte illegale Migration nicht.
Meine Güte, lasst euch doch nicht von der AfD in so eine nationalistische Politik treiben!
Ihr holt damit keinen einzigen Wähler, keine einzige Wählerin zurück. Die wählen nämlich lieber das Original statt der Kopie. Das ist seit Jahren bekannt und spiegelt sich auch in den Ergebnissen der letzten drei Landtagswahlen wider – warum handelt ihr nicht entsprechend?
Vielleicht kümmert ihr euch zum Beispiel mal um die Infrastruktur: Wir möchten wohl alle nicht mit mulmigem Gefühl über marode Brücken fahren oder ständig in verspäteten Zügen sitzen.
Oder wie wäre es mit etwas mehr Einsatz für mehr soziale Gerechtigkeit? Das wäre ein großer Gewinn für den sozialen Frieden!
Dazu gehört selbstverständlich, dass ihr nicht verschiedene marginalisierte Gruppen gegeneinander ausspielt, während die reichsten 10 Prozent der Bevölkerung sich gemütlich zurücklehnen können und von oben herabschauen auf den unzufriedenen, aber uneinigen „Pöbel“.
Oder das Bildungssystem: Was glaubt ihr, was aus Kindern für Erwachsene werden, die in der Schule um jedes Blatt Toilettenpapier kämpfen müssen? Denen gesagt wird, sie hätten ohnehin keine Perspektive? Was soll dabei herauskommen? Dafür, dass Kinder unsere Zukunft sind, könnten sie etwas mehr Wertschätzung und Teilhabe erfahren.
Ihr habt euch schon vor langer Zeit aus den ländlichen Gebieten im Osten zurückgezogen und das Feld AfD & Co. überlassen. Und da wundert ihr euch, dass vor allem Jugendliche in Scharen auf deren Angebote anspringen? Und wo wir schon bei den Jugendlichen sind: Ich sage nur „Tiktok“, das habt ihr auch verpennt, während die AfD dort munter zielgruppengerecht mit den Algorithmen spielt.
Und ja, auch beim Thema Integration und Migration gibt es Baustellen.
Haltet ihr das für eine gute Idee, ausgerechnet jetzt ausgerechnet an Integrationsprogrammen zu sparen? Echt jetzt?
Ich könnte noch eine Weile so weitermachen – mit der Verantwortung der Medien zum Beispiel, aber dann kommt hier sonst niemand mehr zu Wort.
Die meisten Wahlberechtigten in diesem Land wählen nicht die AfD– bisher zumindest.
Eure Politik muss sich den Menschen in diesem Land verpflichtet fühlen – sowohl in der Regierung als auch in der Opposition. Ihr seid allen Menschen gegenüber in der Pflicht, nicht nur den knapp 20%, die laut aktuellen Umfragen bundesweit die AfD wählen würden.
Wenn ihr euren Politikstil nicht ändert, werden sich weitere Wähler:innen mit Grausen abwenden, ihr werdet noch mehr Stimmen verlieren.
Ich habe mich in den letzten Tagen ehrlich gesagt auch manchmal gefragt, wen ich eigentlich bei den Bundestagswahlen im nächsten Jahr wählen soll. Die Nazis werden es aber ganz sicher nicht.
Für diese und viele weitere Herausforderungen ist aber nicht die Bekämpfung der Migration die „Mutter aller Lösungen“. Wir erwarten echte sachorientierte Lösungen für die tatsächlichen Probleme. Lösungen, die in einem demokratischen Wettstreit gefunden und dann umgesetzt werden, statt immer wieder von vorne anzufangen, in der Hoffnung, für sich selbst doch noch einen kleinen Punkt zu machen.
Das geht vor allem an die Parteien in der Ampel: Das Bild, das ihr abgebt, ist grauenvoll und abschreckend. Wir erwarten endlich einen Wumms, oder besser noch einen Doppel-Wumms – dafür müsste sich Olaf Scholz aber mal aus seinem Schneckenhaus wagen und wirklich auf den Tisch hauen. Keine Sorge: Das halten wir aus!
Noch ein Wort an die CDU: Ihr führt euch auf, als hättet ihr die letzten 50 Jahre in der Opposition verbracht. Meine Güte, ihr hattet doch wirklich genug Gelegenheit, Politik zu gestalten und Lösungen voranzubringen!
Im Allgemeinen versuche ich immer, mich nicht zu Pauschalisierungen hinreißen zu lassen. Das ist mir gerade nicht so gut gelungen, wie gesagt: Ich bin sauer und ehrlich gesagt auch ein wenig erschöpft. Ich fühle mich manchmal, als würden wir mit unseren Bündnissen gegen Windmühlen kämpfen.
Zum Schluss meiner Rede versuche ich trotzdem noch eine Differenzierung:
In allen demokratischen Parteien in den Parlamenten gibt es nicht wenige Menschen, die für eine sach- und lösungsorientierte Politik kämpfen, statt sich von Populismus leiten zu lassen. Leider sind sie meist nicht in der Position, diese Richtung parteiintern durchzusetzen.
Diesen Menschen möchte ich sagen: Wir sehen euch!
Bitte gebt den Kampf innerhalb eurer Parteien nicht auf, zieht euch nicht zurück!
Wir als Zivilgesellschaft können die Welle, die von Thüringen, Sachsen und Brandenburg auf uns zukommt, nicht ohne euch brechen!
Und die Zivilgesellschaft selbst? Wir müssen zusammenhalten gegen diese Welle, auch über die Stadtgrenzen hinweg. Wir müssen uns in Solidarität üben, unabhängig von parteipolitischen Präferenzen, Konfessionen, Gehaltsklassen. Wir müssen uns mit Verbündeten umgeben und uns gegenseitig unterstützen, um nicht am Ende in der Welle unterzugehen, jede und jeder für sich allein.
Unsere Freund:innen vom Bündnis Recklinghausen – Es REicht rufen am Donnerstag zu einer ganz wichtigen Kundgebung auf! Lasst uns gemeinsam Wellenbrecher gegen den Rechtsruck in der Gesellschaft sein!
Unsere Freund:innen aus Recklinghausen haben uns in den letzten Jahren so großartig bei all unseren Aktionen unterstützt. Wir freuen uns, wenn wir als Bündnis Herne sie in großer Zahl bei ihrem so wichtigen Anliegen unterstützen werden.
Es ist auch unser Anliegen!
„Lasst uns die vierte Welle brechen…
… Wellenbrecher – Demo gegen Rechts! Stoppt die vierte Welle.
Die nächste rechte Welle kommt direkt auf uns zu. Und wir müssen diejenigen sein, die sie brechen. Wir reden nur noch über die rechte Wählerschaft, aber auch wir haben eine Stimme, die gehört werden muss. Dafür gehen wir auf die Straße.
Wir als Bündnis sind mit der aktuellen Migrationspolitik alles andere als zufrieden, und wir wollen, dass das gehört wird. Söder griff mit seiner Forderung den Rechtsstaat an, indem er forderte, die Politik solle sich statt Gerichten um Migration kümmern. Das können wir nicht unwidersprochen so stehen lassen, und auch dafür gehen wir auf die Straße.
Wir richten diese Demo nicht gegen die AfD, sondern gegen Rechte Politik. Wir nehmen alle Parteien in die Pflicht, die davon betroffen sind.
Zu guter Letzt nutzen wir diese Demo zur Organisation. Viele Gruppierungen und Organisationen sind eingeladen, und werden teilnehmen. Wir alle wollen gehört werden.
Alerta!“
Wir als Bündnis Herne schließen uns diesem Aufruf an und beteiligen uns mit einem Redebeitrag an der Kundgebung.
Zur Erinnerung: „Der Pott erwacht“ hat in Herne vor zwei Jahren bereits zwei Demonstrationen durchgeführt, jeweils vom Cranger Kirmesplatz aus. Beide Male haben wir mit Gegenkundgebungen reagiert.
Hinter „Der Pott erwacht“ stecken seit Beginn rechtsextreme Strukturen.
Thema der für den 21.04. geplante Demo ist „Solidarität mit Michael Schele“, ein sehr umtriebiger ehemaliger DJ aus Hagen, der seit 2020 Maßnahmengegner-Demos und verstärkt Autokorsos organisiert und dabei allerlei volksverhetzende Parolen verbreitet hat, wegen denen er aktuell wieder einmal vor Gericht steht.
Bei den Teilnehmenden dieser Demos handelt es sich um den aus den „Querdenken“-Demos übrig gebliebenen radikalisierten harten Kern. Ihr Ziel ist die Abschaffung unseres demokratischen, vielfältigen Systems (Rechtsradikale, Reichsbürger, …).
Die Demo beginnt um 15:00 Uhr auf dem Kirmesplatz, um 16:00 Uhr soll der Demozug beginnen. Vorher (ab 10:30 Uhr) ist zudem ein Autokorso durchs halbe Ruhrgebiet geplant.
Unsere Planung für den Tag:
Ort: Hauptstraße 245, 44649 Herne (vor der Christuskirche)
16:00 Uhr interreligiöses Friedensgebet
16:30 Uhr Kundgebung Bündnis Herne am selben Ort (ohne großes Programm)
Bitte unterstütze uns bei der Mobilisierung, indem du die Veranstaltung teilst, den Aufruf über deine Kanäle weiterverbreitest und am 21.04.2024 zur Christuskirche an der Hauptstraße kommst!
Kundgebung am 20.02.2024, Friedrich-Ebert-Platz, Herne
Am Dienstag, 20.02.2024, 18 Uhr beginnt die Veranstaltung auf dem Friedrich-Ebert-Platz (vorm Rathaus), parallel zur Sitzung des Rates der Stadt Herne. Das Bündnis Herne wird gemeinsam mit weiteren Akteur:innen der Herner Stadtgesellschaft für ein breites Programm sorgen.
Zentraler Bestandteil der Kundgebung wird das „Herner Versprechen“ sein.
Seit den verstörenden Enthüllungen über die wahren Absichten der AfD, massenhaft gegen das Grundgesetz verstoßen zu wollen, sehen wir überall im Land große und großartige Demos gegen rechtsextreme Strömungen, insbesondere gegen deren parlamentarischen Arm, die AfD.
Wir gehen einen Schritt weiter und fordern von der Herner Stadtpolitik das „Herner Versprechen“ ein: Alle im Rat der Stadt vertretenen demokratischen Parteien in Herne sind aufgerufen, eine Kooperation mit der Alternative für Deutschland (AfD) für die Zukunft auszuschließen. Unternehmen, weitere Institutionen und Privatpersonen sind aufgerufen, sich anzuschließen.
Kommt alle!
Auszug aus dem Versprechen:
„…
Wir akzeptieren nicht, dass unsere Nachbar:innen, Kolleg:innen, Freund:innen oder Familienangehörige Angst bekommen, von hier vertrieben zu werden. Rechtsextremen Plänen werden wir uns als Herner Stadtgesellschaft jederzeit entschlossen und gemeinsam entgegenstellen. Kulturelle, ethnische und religiöse Vielfalt ist das größte Potenzial, das in unserer Stadt schlummert. Wir müssen mit den Menschen, die hier leben, gemeinsam daran arbeiten, eine starke und solidarische Gemeinschaft zum Wohle Aller zu gestalten. Das Ausschließen oder Diskriminieren vieler verschiedener Menschen führt nur dazu, dass es am Ende uns allen schlechter geht. …“
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Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder sie von dieser auszuschließen.
Das Bündnis Herne weist außerdem noch einmal auf den Konsens der Gewaltfreiheit hin.
Das Bündnis Herne wurde im August 2019 gegründet, um als Zivilgesellschaft den als „Spaziergängen“ getarnten rechtsradikalen Aufmärschen der sogenannten „besorgten Bürger“ etwas entgegenzusetzen.
Das hat funktioniert – die Aufmärsche haben aufgehört (VOR, nicht WEGEN der Pandemie).
Schon damals war aber klar: Nur weil diese Menschen nicht mehr auf Herner Straßen demonstrieren, sind sie mitsamt ihrem rechtsradikalen, rassistischen Gedankengut nicht weg.
Das sehen wir jetzt:
In der Nacht vom 03. auf den 04.07.2023 wurde ein Restaurant in Baukau mit rassistischen Parolen beschmiert, ein NPD-Aufkleber fand sich an dem Fenster. Der Besitzer des Restaurants wurde offenbar als muslimisch-migrantisch angesehen, weil sich auf seiner Speisekarte keine Gerichte mit Schweinefleisch finden.
Dies ist nicht der erste Vorfall dieser Art:
Im Oktober 2022 trafn es innerhalb einer Nacht die Bonifatiuskirche in Herne-Mitte sowie das KUZ (Nazisymbole etc.).
Und das sind nur die Ereignisse, die es in die Medien schaffen. Unerwähnt bleiben in der Regel die zahlreichen Sticker mit rechtsradikalem und rassistischem Gedankengut im Herner Stadtbild, an Laternenpfählen, Ampelmasten etc. Auch aus den umliegenden Städten wird gleiches berichtet.
Wir machen mit unserer Kundgebung auf diese z. T. offenen und z. T. auch etwas versteckten Versuche der rechtsradikalen Raumnahme aufmerksam und erklären uns mit den Betroffenen jeglichen ausgrenzenden Gedankenguts solidarisch!
Die mehr als rechtsoffene Gruppierung „NRW Erwacht“ ruft am 20.05.2023 zu einer weiteren „Grossdemo“, diesmal in Bochum, auf.
Ein breites Bündnis in Bochum möchte dies nicht unwidersprochen lassen und ruft am Bergbaumuseum in Bochum eine Gegenveranstaltung auf. Wir vom Bündnis Herne unterstützen die Gegenveranstaltung ausdrücklich und
rufen alle Herner:innen auf, ebenfalls in der Nachbarstadt
Gesicht zu zeigen!
„Zu einer Großdemo „NRW erwacht“ am 20. Mai rufen mehrere rechte und nach rechts offene Gruppen nach Bochum auf. Startort ist die Wiese vor dem Bergbau-Museum. Zu den Aufrufenden gehören u.a. die Corona Rebellen Bergisch Land, die Coronarebellen Düsseldorf, der Demokratische Widerstand Dortmund, die Freien Düsseldorfer, der Corona Report Wuppertal Bergisches Land, Hattingen für Frieden und Trommler Bochum.
Dazu kommen voraussichtlich auch noch die Heimat Dortmund (neue NPD-Gruppe) sowie die NPD Bochum-Wattenscheid, wie es bereits bei der letzten Demo in Dortmund der Fall war.
Der abgedruckte rosarote Panther auf zwei der Ankündigungen lässt auch eine Nähe zu den Ideologien des NSU erahnen.
Weitere Menschen aus dem Spektrum der Querdenker, Reichsbürger und Selbstverwalter werden sich angesprochen fühlen. Seit August reist „NRW erwacht“ fast monatlich in eine andere Stadt in NRW, um ihre zum Teil rechten, antisemitischen und verschwörungstheoretischen Inhalte und Gedanken zu verbreiten. Zwischen 500 – 750 Teilnehmer*innen sind den Aufrufen jeweils gefolgt.
Die Demo beginnt mit einer „Sammlungsphase“ ab 14:00. Für 15 Uhr wird eine Auftaktkundgebung angekündigt. Danach soll durch die Stadt marschiert werden.
Diese Demo findet unter dem Deckmantel: Frieden, Freiheit, Souveränität statt.
Ein breites Bochumer Bündnis ruft zu einer Gegenkundgebung auf, um zu zeigen, dass es in Bochum keinen Platz für Nazis und deren Umfeld gibt!
Mit der Polizei wurde bereits geklärt, dass ein großes buntes Bündnis ihnen mit einer Kundgebung ab 14:00 Uhr direkt vor dem Bergbaumuseum entgegentritt. Damit soll deutlich werden, wie absolut unerwünscht Nazis in Bochum sind. Unter dem Motto KEIN PLATZ FÜR NAZIS IN BOCHUM – NIRGENDWO! ruft das Bündnis alle Bürger*innen auf, sich zahlreich und mit Bannern, Plakaten und Sprechchören an dem Gegenprotest zu beteiligen.“
Essen stellt sich quer: Versammlung gegen „NRW erwacht“
Ihr habt es alle mitbekommen: Gestern wurde im Rahmen von bundesweiten Razzien ein rechtsextremes Terrornetzwerk ausgehoben.
Wie viele andere (u.a. Volksverpetzer, Amadeu-Antonio-Stiftung, CeMAS) warnt auch das Bündnis Herne seit geraumer Zeit vor der Mischung von Teilnehmenden bei den verschiedenen „Spaziergängen“ und Demonstrationen auch in Herne: Corona(-maßnahmen)skeptiker:innen, Esoteriker:innen, Verschwörungsgläubigen, Reichsbürger:innen, Rechtsradikale, AfD etc.
Diese skurril anmutende Mischung wurde bisher eher im Hintergrund und wird mittlerweile immer offenkundiger aus der rechtsradikalen Szene gesteuert. Wer da immer noch mitläuft, ist längst kein „Kritiker“ mehr, sondern macht mit Rechtsradikalen und anderen Antidemokraten gemeinsame Sache.
Am Sonntag (11.12.2022) ist die nächste „Großdemo“ von „NRW ERWACHT“ in Essen geplant. Auch dort wird sich wieder eine nicht unerhebliche Zahl von Menschen versammeln, die den Umsturz herbeisehnen oder sich aktiv daran beteiligen. Sie sehen sich im „Widerstand“ und vergleichen sich dabei inzwischen nicht mehr mit Gegner:innen des NS-Regimes sondern ganz aktuell mit den demonstrierenden Menschen in China und Iran.
Vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse ist es noch wichtiger geworden, am Sonntag nach Essen zu fahren und den dortigen Protest gegen die „NRW ERWACHT“-Demo zu unterstützen.
Wir müssen städteübergreifend zeigen, dass wir ihren Umsturz nicht wollen!
Gemeinsame Anreise mit dem ÖPNV nach Essen:
13:09 Uhr Abfahrt Herne Bf (Gleis 6, RB 43 Richtung Dorsten)
13:15 Uhr Ankunft Wanne-Eickel Hbf (Gleis 8)
13:28 Uhr Abfahrt Wanne-Eickel Hbf (Gleis 3, RE 42 Richtung Mönchengladbach)
13:45 Uhr Ankunft Essen Hbf
Fußweg bis Kopstadtplatz ca. 12-15 Minuten