Schlagwort: Kundgebung

  • SharePic BH Zeit zum Handeln! Rückblick

    „Sachsen-Anhalt geht uns alle an“: Mehr als 400 Menschen bei unserer Kundgebung

    Mehr als 400 Menschen sind am Donnerstagabend, 10. September, unserem Aufruf zur Kundgebung „Sachsen-Anhalt geht uns alle an“ auf den Robert-Brauner-Platz gefolgt. Wir freuen uns über diesen großen Zuspruch aus der Herner Zivilgesellschaft und über die vielen wertschätzenden Rückmeldungen, die wir während und nach der Kundgebung erhalten haben.

    Bereits um 17 Uhr hatten sich rund 150 Menschen an der Kreuzkirche zu einem interkonfessionellen Gebet für Frieden und Toleranz versammelt. Vertreter:innen der evangelischen und katholischen Kirche sowie der islamischen Gemeinde Röhlinghausen traten dort in Worten und Gebeten für Vielfalt, Toleranz und Mitmenschlichkeit ein. Anschließend machten sich die Teilnehmer:innen gemeinsam durch die Herner Innenstadt auf den Weg zum Robert-Brauner-Platz.

    Fünf Redebeiträge auf dem Robert-Brauner-Platz

    Um 17:45 Uhr begrüßte Melanie Jansen für das Bündnis Herne die Teilnehmer:innen und eröffnete die Kundgebung. Den ersten Redebeitrag hielt Jörg Höhfeld, der „Schorsch aus Baukau“. Mit Blick auf das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt erinnerte er daran, diejenigen zu unterstützen, die dort nicht die AfD gewählt haben. Sein Appell in Anspielung auf einen Hit der Band Herne 3: „Immer wieder aufstehen! Immer wieder sagen: Es geht doch!“

    Pooya Shojaee vom Kulturell-Alternativen Zentrum Herne e.V. richtete anschließend den Blick besonders auf junge Menschen und Kürzungen im Jugendbereich. Seine Forderung: „Gebt der Jugend Raum zurück, dann hat der Hass keine Chance.“

    Nach einer musikalischen Unterbrechung sprach Kerstin Brosius für die Eltern gegen Rechts – Herne. Sie forderte, die rechtsstaatlichen Möglichkeiten für ein Verbotsverfahren gegen die AfD zu nutzen, und wandte sich dabei auch direkt an NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst: „Herr Wüst, machen Sie keine Arbeitsgruppe, stellen Sie einfach einen Antrag!“

    Melanie Jansen sprach anschließend für die Glaubensgemeinschaften. Sie betonte, dass Ordnung und Menschlichkeit keine Gegensätze seien, und warb dafür, auch bei unterschiedlichen Positionen miteinander im Gespräch zu bleiben: „Wir müssen wieder lernen, zu diskutieren, ohne einander die Würde abzusprechen.“

    Den letzten Redebeitrag hielt Cordula Vordenbäumen für das Bündnis Herne. Sie knüpfte an unser Statement zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt an. Die wichtigste Ressource für unser Engagement seien Menschen, die mitmachen und sich beispielsweise Gesprächen mit unentschlossenen Wähler:innen stellen oder Ideen für Aktionen, Flyer und Plakate einbringen. Ihr Appell: „Macht mit, bevor es zu spät ist. Demokratie ist nämlich ein Mitmachverein. Die Zeit, zu handeln, ist jetzt.“

    Mit bunten Bändern miteinander verbunden

    Zum Abschluss wurde es auf dem Robert-Brauner-Platz noch einmal ganz praktisch: Wir verteilten farbige, jeweils 25 Meter lange Kreppbänder an die Teilnehmer:innen. Die Bänder wurden durch die Menge weitergereicht, bis die Menschen auf dem Platz miteinander verbunden waren.

    Dabei kamen viele Teilnehmer:innen direkt miteinander ins Gespräch – genau das war das Ziel der Aktion.

    Während der Kundgebung verteilten wir außerdem Postkarten zum Herner Versprechen.

    Unter den Teilnehmer:innen waren neben den Jusos auch die Omas gegen Rechts – Bochum & West sowie das Bündnis Recklinghausen Es REicht.

    Gegen 18:45 Uhr beendete Melanie Jansen die Kundgebung.

    Wir bedanken uns bei allen, die gekommen sind, bei den Redner:innen, den Glaubensgemeinschaften, den Eltern gegen Rechts – Herne und allen, die an der Vorbereitung und Durchführung beteiligt waren.

    Vor allem freuen wir uns darüber, dass so viele Menschen an diesem Abend gemeinsam auf dem Robert-Brauner-Platz waren und miteinander ins Gespräch gekommen sind.

    Die Reden

    Jörg Höhfeld („Der Schorsch aus Baukau“)

    Tach, ich bin der Schorsch aus Baukau und das Wahlergebnis aus Sachsen-Anhalt hat mich fast umgehauen, aber mein Stock hat mich dann doch davor bewahrt. Wir alle dürfen nämlich jetzt nicht in eine Schockstarre verfallen, wir demokratischen AntifaschistInnen müssen weiter für ein offenes, buntes, diverses Deutschland kämpfen.

    Und so grüssen wir die Menschen in Sachsen-Anhalt, die nicht AfD gewählt haben, denn „wer im Stich lässt seinesgleichen lässt ja nur sich selbst im Stich“. (B.Brecht).

    „Weil wir dieses Land verbessern, lieben und beschirmen wirs“ hat Bert Brecht einst geschrieben. Und wir werden es verteidigen. Lass sie mal kommen auf ihren Simson Schwalben. Dann holen wir unsere Zündapp aus der Garage und schwingen uns auf die Kreidler Florett. Und weil wir keine völkischen Nationalisten sind, machen auch die Honda und Suzuki Fahrerrinnen mit und auch die Moto Guzzis sind dabei. Und ganz vorne fährt die Harley Davidson Gruppe und auf unseren Plakaten steht die Losung unserer Freunde aus Spanien und Lateinamerika: No pasaran – sie werden nicht durchkommen.

    Deshalb gilt unsere Solidarität den Frauen und Männern, die weiter Tag für Tag für Demokratie und Offenheit in Sachsen-Anhalt kämpfen und wir grüssen sie aus Herne mit dem alten Hit von „Herne 3“: Immer wieder aufstehen, immer wieder sagen es geht doch!

    Bis die Tage

    Pooya Shojaee (Kulturell-Alternativen Zentrum Herne e.V.)

    Liebe Genossinnen und Genossen, liebe Freundinnen und Freunde der Subkultur,
    ​wenn wir über das Erstarken der AfD im Osten und im nördlichen Ruhrgebiet sprechen, müssen wir über Räume reden. Räume, die wir jungen Menschen genommen haben – und Räume, die sich jetzt andere greifen.

    ​Aus Sicht einer kultur-alternativen Szene ist der Erfolg der Rechten in diesen strukturschwachen Regionen kein Zufall, sondern das direkte Ergebnis einer jahrelangen, verheerenden Sparkultur und politischer Gleichgültigkeit.

    ​Warum verfangen rechte Parolen genau hier?

    ​Erstens: Der Rückzug des Staates und der Verlust Freier Räume.

    In den letzten Dekaden wurden im Osten wie im Revier unter dem Deckmantel der Konsolidierung Schwimmbäder geschlossen, Jugendzentren abgewickelt und Budgets für soziokulturelle Zentren zusammengestrichen. Wo einst Orte der Begegnung, des Ausprobierens und der Diversität waren, herrscht oft gähnende Leere. Jugendarbeit wurde von einer Pflichtaufgabe zu einer freiwilligen Leistung degradiert, an der bei klammen Kommunalkassen zuerst gespart wird. Die Botschaft an die Jugend in Herne, Gelsenkirchen oder in der ostdeutschen Provinz war klar: Ihr seid uns keinen Cent wert. Eure Kultur zählt nicht.

    ​Zweitens: Das Vakuum wird gefüllt.

    Wo die demokratische Zivilgesellschaft und subkulturelle Netzwerke weggespart werden, entsteht ein Vakuum. Und rechte Strukturen haben das extrem klug und eiskalt ausgenutzt. Im Osten haben Freie Kameradschaften, rechte Sportclubs und rechtsextreme Netzwerke Räume besetzt – sie bieten Jugendräume, Grillabende, Sportangebote und ein Pseudo-Gefühl von Gemeinschaft. Im Ruhrgebiet begegnen wir einer kollektiven Perspektivlosigkeit, in der rechte Vereinfacher eine vermeintliche Heimat versprechen. Wenn es keinen selbst verwalteten Jugendclub, keinen Skatepark und kein autonomes Zentrum mehr gibt, wird die rechte Dorfkneipe oder die rechte Jugendgruppe zur einzigen Anlaufstelle.

    Drittens: Der Angriff auf das Verschiedensein.

    Subkultur bedeutet Vielfalt, Reibung, Kritik und das Recht, anders zu sein. Das passt nicht ins völkische, autoritäre Weltbild der AfD. Sie nutzt die Wut der abgehängten Regionen und lenkt sie gezielt auf Minderheiten und freie Kulturprojekte um. Wenn Gelder für Zivilgesellschaft gekürzt werden, trifft das zuerst genau die Orte, an denen junge Menschen lernen, eigenständig und kritisch zu denken.

    ​Sind junge Menschen und Jugendsozialarbeit also vernachlässigt worden?

    Ja, absolut. Es war ein episches Systemversagen. Man hat geglaubt, man könne einer ganzen Generation die soziale Infrastruktur wegsparen, ohne dass es politische Konsequenzen hat.

    ​Aber unsere Antwort darauf darf nicht Ressentiment sein. Unsere Antwort muss Rückeroberung heißen!

    ​Wir brauchen keine Repression, sondern Infrastruktur. Wir brauchen Räume, in denen laut Musik gemacht werden kann, in denen gesprayt, diskutiert, gepunkt und gelebt werden kann – ohne Konsumzwang und ohne Bevormundung. Jugendsozialarbeit ist kein Luxusgut, sondern das Fundament einer lebendigen Demokratie.

    ​Wer die AfD stoppen will, darf das Geld nicht in Symbolpolitik stecken, sondern muss es in selbst verwaltete Jugendzentren, Soziokultur und Sozialarbeit vor Ort investieren! Gebt der Jugend ihren Raum zurück – dann hat der Hass keine Chance mehr!

    ​Vielen Dank.

    Kerstin Brosius (Eltern gegen Rechts – Herne)

    Ich weiß nicht wie es euch geht, aber mich haben die Ergebnisse am Sonntagabend schockiert. Bis zuletzt habe ich gehofft, dass die Prognosen sich nicht bewahrheiten werden und dann kam es sogar noch heftiger. 43,8%! Alter! Der weitere Wahlabend verlief wie ein Fiebertraum. Wird da etwa einer gesichert rechtsextremen Partei zum Sieg einer demokratischen Wahl gratuliert?! Verfassungsfeinden wird gratuliert?!

    Verfassungsfeinde gehören verboten.

    Wirklich, ihr Lieben, ich kann nicht mehr. Seit Januar fahre ich regelmäßig nach Düsseldorf um die Politik aufzufordern alle Parteien, die vom Verfassungsschutz als rechtsextremer Verdachtsfall oder gesichert rechtsextrem eingestuft werden, durch das Bundesverfassungsgericht zu überprüfen. Seit Januar! Welchen Monat haben wir jetzt?!

    Deshalb lasse ich auch das Argument nicht gelten, ach jetzt wo sie eine Wahl gewonnen haben, wollt ihr sie verbieten. Nein, wir wollen das schon viel länger.

    Mit unserem Grundgesetz sind genau dafür Mittel und Wege geschaffen worden. Es ist etwas kompliziert, aber an alles gedacht. Das Bundesverfassungsgericht entscheidet über die Verfassungswidrigkeit einer Partei. Das Verfahren zur Prüfung kann durch den Bundestag, Bundesrat oder durch die Bundesregierung beantragt werden. Und wenn das Bundesverfassungsgericht zu dem Urteil kommt, dass eine Partei darauf ausgerichtet ist die freiheitlich demokratische Grundordnung zu gefährden, also verfassungswidrig ist, wird nicht nur die Partei an sich aufgelöst, sondern auch Ersatzorganisationen verboten.

    Das hat sogar schon funktioniert! 1952 wurde die SRP, die sozialistische Reichspartei verboten. Sie verstand sich als Nachfolgepartei der Nazis, vertrat offen nationalsozialistische Positionen und lehnte die parlamentarische Demokratie ab.

    Damals hat die Bundesregierung den Antrag beim Bundesverfassungsgericht gestellt. Was die AfD betrifft sind wir im Bundesrat auf einem guten Weg und einige Bundesländer positionieren sich sogar offen für eine Prüfung.

    Bei uns in NRW ist man da sehr zögerlich. Herr Wüst, machen Sie keine Arbeitsgruppen, stellen Sie einfach einen Antrag!

    Was wollen Sie da noch in einer Arbeitsgruppe erarbeiten? Wir kennen alle das Gutachten der Gesellschaft für Freiheitsrechte. Wie wir wissen, kommt es zu dem Schluss, dass ein Verbotsverfahren sehr wahrscheinlich erfolgreich ist. Ich weiß, es wird viel im Konjunktiv geschrieben, aber wir haben nur diese eine Chance. Für mein Engagement gegen Rechts bin ich bereits angefeindet worden. Auch wenn ich mich nicht einschüchtern lasse, macht es mir dennoch Angst. Hass ist nicht mehr irgendetwas in den Nachrichten, es trifft nicht nur mich im echten Leben. Als Mutter habe ich ehrlicherweise auch Angst um meine Kinder.

    Wenn die AfD politische Macht bekommt, sind wir alle politischer Gegner und da wir das Gutachten der Gesellschaft für Freiheitsrechte kennen, wissen wir auch, was die AfD mit ihren politischen Gegnern vorhat. Die Möglichkeiten unseres Rechtsstaates müssen genutzt werden!

    Ich vergleiche die AfD gerne mit einem ungebetenen Gast auf einer Party. Dieser Gast pöbelt nur rum, demoliert das Wohnzimmer und hinterlässt schlammig braune Fußabdrücke. Würdet ihr in so einer Situation erstmal fragen, wer hat diesen Gast eingeladen? Was findest du denn an diesem Gast so toll, dass du diesen mit zu meiner Party gebracht hast? Oder würdet ihr erstmal dafür sorgen, dass der Gast wieder verschwindet, bevor euer Wohnzimmer komplett dreckig und zerstört ist?

    Und wir alle haben die Möglichkeit dafür zu sorgen, dass dieser ungebetene Gast rausgeworfen wird. Samstag ist um 14 Uhr in Düsseldorf die nächste Prüf-Demo. Das Land braucht eine starke Zivilgesellschaft. Und das ist nicht irgendwer aus den Medien, das sind du und ich. Jeder und jede von uns macht einen Unterschied, inspiriert andere und kann Eindruck machen auf diejenigen die einen Prüfantrag beim Bundesverfassungsgericht stellen können! Also auf nach Düsseldorf mit uns!

    Melanie Jansen (für die ev. und kath. Kirche und die Islamische Gemeinde)

    Wir sind heute hier, weil uns etwas verbindet: die Sorge um unser Land – und die Hoffnung auf eine Gesellschaft, in der Menschen verschieden sein dürfen und trotzdem zusammengehören.

    Ich spreche heute hier als Christin.

    Denn Christsein bedeutet für mich nicht, bei politischen Fragen die Augen zu verschließen. Im Gegenteil: Unser Glaube verpflichtet uns, hinzusehen, wenn Menschen ausgegrenzt werden, wenn Angst geschürt wird und wenn die Würde von Menschen davon abhängig gemacht wird, woher sie kommen.

    Jesus sagt: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“

    Er sagt nicht: Deinen deutschen Nächsten.
    Er sagt nicht: Deinen christlichen Nächsten.
    Er sagt nicht: Deinen Nächsten, der dir kulturell ähnlich ist.

    Er sagt: deinen Nächsten.

    Und genau daran müssen sich auch politische Programme messen lassen.

    Die AfD spricht häufig von christlicher Kultur, von Tradition und von der Bewahrung des Abendlandes. Aber christliche Werte sind mehr als Tradition und nationale Identität.

    Christlicher Glaube beginnt nicht mit der Frage: „Wer gehört zu uns?“

    Er beginnt mit der Aussage: Jeder Mensch ist Geschöpf Gottes.

    Jeder Mensch besitzt Würde – unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Religion, Sprache, sozialem Status oder politischer Einstellung.

    Deshalb widerspreche ich einer Politik, die Menschen vor allem als Problem betrachtet: als Migranten, als Flüchtlinge, als Fremde oder als Belastung.

    Natürlich braucht ein Staat Regeln.
    Natürlich müssen Grenzen kontrolliert werden.
    Natürlich muss Kriminalität konsequent verfolgt werden.
    Natürlich müssen Integration und Migration politisch gestaltet werden.

    Aber Ordnung und Menschlichkeit sind keine Gegensätze.

    Wir dürfen Probleme benennen, ohne Menschen abzuwerten.

    Wir dürfen über Migration diskutieren, ohne gegen Migrantinnen und Migranten Stimmung zu machen.

    Und wir dürfen für unser Land eintreten, ohne anderen Menschen ihre Zugehörigkeit abzusprechen.

    Und genauso gilt: Wer Sorgen über Migration hat, ist deshalb noch lange kein Rassist.

    Wir müssen wieder lernen, miteinander zu diskutieren, ohne einander die Würde abzusprechen.

    Aber wir müssen auch klar widersprechen, wenn politische Sprache Menschen gegeneinander aufbringt.

    Christlicher Glaube ist keine Religion der Angst.

    Er ist eine Religion der Hoffnung.

    Und deshalb sage ich als Christin:

    Ich möchte keine Politik, die Menschen gegeneinander ausspielt.

    Ich möchte keine Politik, die Angst vor dem Fremden zur Identität macht.

    Ich möchte keine Politik, die christliche Begriffe benutzt, aber den Kern des Evangeliums vergisst.

    Ich möchte eine Gesellschaft, in der Menschen zusammenstehen können, wie sie sind, wie wir heute hier. In der Menschen verschieden sein dürfen und trotzdem zusammengehören.

    Cordula Vordenbäumen (Bündnis Herne)

    Beim CSD vor zwei Monaten hat jemand zu uns gesagt: „Ach, Sachsen-Anhalt. Wir sind hier ja nicht in Sachsen-Anhalt. Das betrifft uns hier ja gar nicht.“ Das war neulich schon falsch.

    Und jetzt sehen wir, wie grässlich sich dieser Mensch geirrt hat.

    Deshalb: Sachsen-Anhalt geht uns alle an! Die Entwicklung dort hat nämlich nicht nur Auswirkungen auf die ganze Republik, sie ist auch in anderen Bundesländern möglich.

    Wir werden aber nicht erschrocken und tatenlos abwarten, wie die Landtagswahl in NRW nächstes Jahr im April wohl ausgehen wird.

    Das Bündnis Herne und andere Initiativen und Vereine setzen sich zum Teil seit Jahren für die Demokratie, Menschenwürde und gesellschaftlichen Zusammenhalt ein – und gegen Rechtsextremismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit.

    Allen, die uns für unser ehrenamtliches Engagement auf die Schultern klopfen, sagen wir „vielen Dank für eure Wertschätzung“. Das bestärkt uns, nicht aufzugeben!

    Auch eure finanzielle Unterstützung ist enorm wichtig: um Materialien zu beschaffen, Workshops und Veranstaltungen durchzuführen und so weiter.

    Anders als in den Kommentarspalten der antisozialen Medien penetrant behauptet wird, werden wir nämlich nicht „vom Staat“ bezahlt, sondern finanzieren uns weitestgehend aus Mitgliedsbeiträgen und gelegentlichen Spenden.

    Aber reicht das aus? Nein, längst nicht mehr! Mit euren solidarischen Posts und Sharepics erreicht ihr vor allem eure eigene Bubble. Menschen, die überlegen, die noAfD zu wählen, erreicht ihr damit eher nicht. Das geht nur im Gespräch – also im echten Gespräch, nicht in einem Wortgefecht in anonymen Kommentarspalten in den antisozialen Medien.

    Und es reicht auch längst nicht mehr, nur dann da zu sein, wenn Nazis durch unsere Straßen laufen und es eine Gegendemo mit viel Geschrei gibt.

    Etwa eine Woche vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt waren 31 Prozent der Wahlberechtigten noch unentschlossen, was sie wählen würden. 31 Prozent!

    Wir müssen also raus auf die Straßen und Plätze dieser Stadt, um unentschlossene Wahlberechtigte vom Wert der Demokratie zu überzeugen und sie davon abzubringen, aus purer Unzufriedenheit die noAfD zu wählen.

    Und damit dürfen wir nicht erst vier Wochen vor der Landtagswahl anfangen.

    Überzeugte noAfD-Wähler:innen werden wir wohl nicht so leicht ins „Team Demokratie“ zurückholen können.

    Hier sind die demokratischen Parteien in der Pflicht, sich etwas mehr Mühe zu geben.

    Wir, also die Vereine und Initiativen, sollten uns verstärkt auf diejenigen konzentrieren, die noch nicht final zu „Team Blau-Braun“ abgedriftet sind. Bei den Unentschlossenen, die ihre Entscheidung noch nicht getroffen haben, können wir mit echten Gesprächen noch etwas erreichen!

    Den Kampf um die Demokratie können aber nicht ein paar wenige stemmen, bestärkt durch Schulterklopfen und „Daumen hoch“-Emojis.

    Wir tun das alle ehrenamtlich – und die meisten von uns machen das neben ihren beruflichen und familiären Verpflichtungen. Oft genug kommt das Privatleben dabei zu kurz.

    Unsere wichtigste Ressource ist daher nicht eure Anerkennung oder euer Geld.

    Unsere wichtigste Ressource sind Menschen, die mitmachen, die sich den Gesprächen an den Infoständen stellen, die Ideen einbringen für Aktionen, Flyer, Plakate … Es gibt vielfältige Möglichkeiten, auch im Hintergrund gibt es immer reichlich zu tun. Dabei können wir jede Unterstützung gebrauchen!

    Deshalb rufen wir euch auf:

    Sofern ihr das nicht schon tut: Engagiert euch in Initiativen und Vereinen, die sich für eine vielfältige, solidarische Gesellschaft einsetzen! Davon gibt es eine ganze Reihe, mit sehr unterschiedlicher Ausrichtung. Da ist doch bestimmt für jede und jeden was dabei!

    Kommt zum Beispiel

    • zum Bündnis Herne
    • zu den Eltern gegen Rechts
    • zu den Schirmen gegen Rechts
    • zu den Omas gegen Rechts
    • zum Herner Antifa Treff,
    • zum Kulturell-Alternativen Zentrum oder
    • zum Queer in Herne e. V.

    Und ich habe in meiner Aufzählung jetzt bestimmt noch irgendwen vergessen. Schaut euch einfach mal um!

    Oder ihr engagiert euch bei den Trägern der Freien Wohlfahrt, bei den Glaubensgemeinschaften, bei der Freiwilligen Feuerwehr, im Sport- oder Kaninchenzüchterverein – oder sogar bei einer der demokratischen Parteien!

    Eigentlich ist es fast egal, wo ihr mitmacht, Hauptsache, ihr kommt dabei mit echten Menschen ins Gespräch, vielleicht auch mit solchen, die nicht direkt zu eurer eigenen Bubble gehören!

    Macht mit, bevor es zu spät ist!

    Demokratie ist nämlich ein Mitmach-Verein!

    Die Zeit zum Handeln ist JETZT!

  • SharePic Kundgebung "Sachsen-Anhalt geht uns alle an."

    „Sachsen-Anhalt geht uns alle an“: Kundgebung am 10. September in Herne

    Unter dem Titel „Sachsen-Anhalt geht uns alle an. Zeit zum Handeln“ lädt das Bündnis Herne am Donnerstag, 10. September 2026, um 17:45 Uhr zu einer Kundgebung auf den Robert-Brauner-Platz ein. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit Eltern gegen Rechts – Herne und den Glaubensgemeinschaften in Herne statt.

    Geplant sind verschiedene Redebeiträge sowie eine gemeinsame Aktion. Bereits ab 17:00 Uhr veranstalten die Glaubensgemeinschaften ein ökumenisches Event an der Kreuzkirche. Im Anschluss machen sich die Teilnehmer:innen durch die Herner Innenstadt auf den Weg zum Robert-Brauner-Platz.

    Es braucht Menschen, die aktiv werden.

    Wir wollen trotz des Entsetzens über das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt zeigen, dass wir nicht in Schockstarre verharren. Wir werden uns weiter aktiv gegen diese Entwicklung stellen und wollen dazu motivieren, uns dabei zu unterstützen.

    Mehr zu unserem Statement nach der Landtagswahl findest Du in unserem Beitrag „Sachsen-Anhalt geht uns alle an! Zeit zum Handeln!“.

    Kundgebung „Sachsen-Anhalt geht uns alle an“

    🗓️ Donnerstag, 10. September 2026, Beginn: 17:45 Uhr
    📍Robert-Brauner-Platz, 44623 Herne

  • SharePic 7 Jahre Bündnis Herne

    Sieben Jahre Bündnis Herne

    🎉 7 Jahre Bündnis Herne!

    Am 20. August 2019 wurde das Bündnis Herne zum ersten Mal öffentlich sichtbar. Rund 500 Menschen kamen auf dem Robert-Brauner-Platz zusammen, um sich einem rechtsextremen „Spaziergang“ entgegenzustellen und gemeinsam für Demokratie und ein vielfältiges Herne einzustehen.

    Das war vor sieben Jahren. Seitdem ist viel passiert.

    Wir haben Kundgebungen und Mahnwachen organisiert, diskutiert, Workshops und Veranstaltungen auf die Beine gestellt und immer wieder Stellung bezogen, wenn demokratische Werte angegriffen wurden. Mit dem Herner Versprechen ist ein weiteres starkes Zeichen für demokratische Zusammenarbeit in unserer Stadt hinzugekommen.

    Aus einer Initiative wurde 2023 ein Verein. Geblieben ist, was uns seit 2019 ausmacht: Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen bringen sich ein und übernehmen gemeinsam Verantwortung für unsere Demokratie.

    Und wir waren dabei nie allein. Viele Menschen, Vereine, Gewerkschaften, Religionsgemeinschaften, Initiativen und demokratische Parteien haben uns in den vergangenen sieben Jahren unterstützt, begleitet und mit uns gemeinsam Haltung gezeigt.

    Dafür sagen wir Danke! ❤️

    Sieben Jahre nach unserer ersten Kundgebung wissen wir genauso wie damals: Demokratie funktioniert nicht von allein. Sie braucht Menschen, die sich einmischen, miteinander reden und widersprechen, wenn andere unsere offene Gesellschaft infrage stellen.

    Wir machen weiter.

    Für Demokratie. Vielfalt. Zusammenhalt.
    Mitmachen. Mitreden. Miteinander.

  • Junges Herner Versprechen!

    Junges Herner Versprechen!

    Sonntag, 30.11.2025, 14 Uhr, Rathausplatz Herne

    Die Jugendorganisationen der Grünen (Grüne Jugend), der SPD (Jusos), der CDU (Junge Union), der Linken (Linksjugend) und der FDP (JuLis) planen anlässlich der Neugründung einer AfD-Jugendorganisation am Sonntag das Herner Versprechen gemeinsam zu unterzeichnen. Ein starkes Zeichen der demokratischen Jugend!

    🤍💚❤️🖤🩷💛
    Das Herner Versprechen gilt. Ohne Ausnahme.
    Mit der Neugründung der AfD-Jugendorganisation an diesem Wochenende erneuern wir als Jugendverbände gemeinsam unsere Haltung:

    – Keine Kooperation mit der AfD
    – ⁠Keine politischen Vorteile aus ihr
    – ⁠Keine Normalisierung von Rechtsextremismus

    Wir stehen geschlossen für eine demokratische, offene und menschenwürdige Gesellschaft und machen deutlich, dass ihre Gegner in Herne keinen Raum gewinnen werden.

    📍 Rathausplatz Herne
    🕑 30.11.2025, 14 Uhr

    Wir erwarten euch. Haltung zeigen ist jetzt Pflicht.
    (Wir freuen uns, dass wir kurzfristig auch die @julisherne für unser Junges Herner Versprechen gewinnen konnten!)

  • SharePic zur Kundgebung "Hernes Töchter werden laut!"

    Hernes Töchter werden laut!

    Für Zusammenhalt und gegen Ausgrenzung:

    Am Samstag findet in der Herner Innenstand (Kugelbrunnen) eine Kundgebung unter dem Motto „Hernes Töchter werden laut – das Stadtbild ist bunt“ statt.

    Das Bündnis Herne begürßt und unterstützt diese Kundgebung und ruft zur Teilenahme auf!

    20251025 Herner Töchter werden laut!
    20251025 Herner Töchter werden laut!
  • Logo der Kundgebung "Das Herner Versprechen - wichtiger denn je!"

    Das Herner Versprechen – wichtiger denn je!

    Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

    es ist an der Zeit, klare Haltung zu zeigen! Vor einem Jahr haben wir das „Herner Versprechen“ ins Leben gerufen – und seitdem hat sich die politische Landschaft dramatisch verändert. Die AfD feiert Erfolge bei Landtagswahlen, beeinflusst politische Diskussionen massiv, selbst ohne Regierungsbeteiligung. Der Ton zwischen den Parteien hat sich verschärft, auch unter den demokratischen Kräften.

    Dieses Klima der Aggression und Angst bedroht das Herzstück unserer Demokratie! Doch Demokratie bedeutet, Kompromisse im Sinne aller zu verhandeln – und sie schützt jede und jeden von uns.

    Unser demokratisches Fundament wackelt!

    Am 20. Februar 2024 haben alle demokratischen Parteien im Stadtrat Herne das „Herner Versprechen“ gemeinsam unterzeichnet – ein bundesweit einmaliger Akt der Einigkeit. Aber heute, ein Jahr später, sehen wir: Die Lage hat sich weiter zugespitzt. Die AfD wird auf allen politischen Ebenen zunehmend als „normal“ akzeptiert.

    Das dürfen wir nicht hinnehmen!

    Es ist Zeit, das „Herner Versprechen“ einzufordern: Keine Kooperation mit Rechtsradikalen wie der AfD, keine stillen Absprachen, keine faulen Deals! Wir sagen Nein zu menschenverachtenden Positionen und populistischem Geschrei, das keine echten Lösungen bietet.

    Das „Herner Versprechen“ ist unser gemeinsames Fundament – und wir werden es gemeinsam verteidigen!

    Zeigt Gesicht, kommt zur Kundgebung und bringt Familie, Freund:innen und Nachbar:innen mit!

    Setzt mit uns ein starkes Zeichen für Demokratie, Vielfalt, Toleranz, Solidarität und Respekt.

    Jetzt ist der Moment, Haltung zu zeigen!

    Donnerstag, 20.02.2025, 18:30 Uhr
    Friedrich-Ebert-Platz (vor dem Rathaus Herne)
    44623 Herne

    Zum Herner Versprechen!

     

  • SharePic zu "Wellenbrecher – Unsere Rede auf der Demo"

    Wellenbrecher – Unsere Rede auf der Demo

    von Cordula Vordenbäumen

    Ich bin sauer.

    Ich bin sauer, wenn ich sehe, wie die demokratischen Parteien mit großen, erstaunten Augen auf die Wahlergebnisse in Thüringen, Sachsen und Brandenburg schauen und sich fragen, wie das passieren konnte: die AfD erreicht jeweils um die 30% der abgegebenen Stimmen.

    Ich bin empört darüber, wie viele Menschen sich offenbar eine autoritäre Führung wünschen, einen „starken Mann“ an der Spitze, der endlich aufräumt. Das sind keine Protestwähler:innen, die treffen ihre Wahlentscheidung für Antidemokrat:innen und Faschist:innen aus Überzeugung.

    Noch viel mehr Menschen haben Umfragen und Analysen zufolge das Vertrauen in einen funktionierenden Staat und in die Politik verloren. Sie wünschen sich Orientierung in unruhigen Zeiten mit komplexen Problemen – und das mit gutem Recht!

    Ich habe nicht die Lösung für die Frage, wie „die Politik“ das Vertrauen zurückgewinnen kann. Aber ich hätte da ein paar Gedanken in Richtung der demokratischen Parteien in den Parlamenten, basierend auf meinen eigenen subjektiven Wahrnehmung.

    Demokratie bedeutet: Position beziehen, mit Argumenten zu überzeugen versuchen, eine Mehrheit hinter sich versammeln oder einen Kompromiss finden.

    Demokratie bedeutet insofern auch: akzeptieren können, dass man die eigene Position vielleicht nicht durchsetzen konnte.

    Demokratie heißt durchaus Auseinandersetzung und Streit, aber in der Sache!

    Ihr tut aber etwas anderes: die Auseinandersetzungen zwischen den demokratischen Parteien werden in den letzten Jahren zunehmend persönlich geführt. Es wird polarisiert und beleidigt, was das Zeug hält. Jede Gegenposition wird reflexartig zur Ideologie erklärt, die abgelehnt und bekämpft werden muss. Darüber treten die Inhalte völlig in den Hintergrund:

    Initiativen zum Klimaschutz, für bezahlbaren Wohnraum, für eine moderne Familienpolitik, die ihren Namen verdient, für eine gerechte Verteilung der Lasten und Pflichten – und ja, auch über eine
    gerechte Verteilung der Privilegien.

    Ihr solltet Vorbilder sein für die Menschen, die euch wählen sollen. Ihr solltet ihnen vorleben, wie der demokratische Prozess funktioniert. Stattdessen tragt ihr die Polarisierung in unseren Alltag. Ihr tragt durch euer Auftreten dazu bei, dass bei vielen Menschen die Hemmschwelle in alltäglichen Streitigkeiten sinkt, weil sie vorgelebt bekommen, dass das offenbar ok ist. Ihr tragt dazu bei, dass die Bereitschaft und Fähigkeit zum Konsens verloren gehen.

    Das richtet sich vor allem an die CDU/CSU, die die Grünen quasi zum „Endgegner“ erklärt hat.

    Im Ergebnis wird nicht mehr über das Für und Wider in Bezug auf Vorschläge diskutiert, sondern über das Für und Wider in Bezug auf Parteien und Personen. Die FDP macht ebenfalls immer wieder bei diesem Niveaulimbo mit – und das als kleinster Koalitionspartner in der Ampel.

    Auch die SPD und die Grünen sind nicht frei davon.

    Seid ihr eigentlich noch ganz dicht, alle miteinander?

    Wenn ich euch zuschaue, komme ich mir manchmal vor wie beim „Leben des Brian“: verschiedene Gruppierungenen, die alle Pilatus‘ Frau entführen wollen, treffen aufeinander und prügeln sich wegen der Frage, wer die Idee mit der Entführung zuerst hatte. Brian ruft irgendwann über die Köpfe der Raufbolde hinweg: „Lasst uns zusammen ringen!“ Die vielstimmige Antwort: „Tun wir doch!“

    Im Film ist das witzig – aber wir sind hier in der Realität!

    Ihr redet ständig von der Brandmauer gegen die AfD. Tatsächlich baut ihr euch jeweils eure eigene Brandmauer, die bei manchen etwas höher ausfällt, während sie bei anderen schon etwas löchrig zu sein scheint.

    Ist das so schwer zu verstehen, dass ihr eine wirkungsvolle Brandmauer gegen die AfD nur gemeinsam hochziehen und verteidigen könnt?

    Und nebenbei bemerkt: Was ist eigentlich aus „Nie wieder ist jetzt“ geworden?

    Nun zu ein paar inhaltlichen Punkten.

    Was treibt ihr da gerade an unseren Grenzen?

    Die Migration ist nicht die „Mutter aller Probleme“, auch die so genannte illegale Migration nicht.

    Meine Güte, lasst euch doch nicht von der AfD in so eine nationalistische Politik treiben!

    Ihr holt damit keinen einzigen Wähler, keine einzige Wählerin zurück. Die wählen nämlich lieber das Original statt der Kopie. Das ist seit Jahren bekannt und spiegelt sich auch in den Ergebnissen der letzten drei Landtagswahlen wider – warum handelt ihr nicht entsprechend?

    Vielleicht kümmert ihr euch zum Beispiel mal um die Infrastruktur: Wir möchten wohl alle nicht mit mulmigem Gefühl über marode Brücken fahren oder ständig in verspäteten Zügen sitzen.

    Oder wie wäre es mit etwas mehr Einsatz für mehr soziale Gerechtigkeit? Das wäre ein großer Gewinn für den sozialen Frieden!

    Dazu gehört selbstverständlich, dass ihr nicht verschiedene marginalisierte Gruppen gegeneinander ausspielt, während die reichsten 10 Prozent der Bevölkerung sich gemütlich zurücklehnen können und von oben herabschauen auf den unzufriedenen, aber uneinigen „Pöbel“.

    Oder das Bildungssystem: Was glaubt ihr, was aus Kindern für Erwachsene werden, die in der Schule um jedes Blatt Toilettenpapier kämpfen müssen? Denen gesagt wird, sie hätten ohnehin keine Perspektive? Was soll dabei herauskommen? Dafür, dass Kinder unsere Zukunft sind, könnten sie etwas mehr Wertschätzung und Teilhabe erfahren.

    Ihr habt euch schon vor langer Zeit aus den ländlichen Gebieten im Osten zurückgezogen und das Feld AfD & Co. überlassen. Und da wundert ihr euch, dass vor allem Jugendliche in Scharen auf deren Angebote anspringen? Und wo wir schon bei den Jugendlichen sind: Ich sage nur „Tiktok“, das habt ihr auch verpennt, während die AfD dort munter zielgruppengerecht mit den Algorithmen spielt.

    Und ja, auch beim Thema Integration und Migration gibt es Baustellen.

    Haltet ihr das für eine gute Idee, ausgerechnet jetzt ausgerechnet an Integrationsprogrammen zu sparen? Echt jetzt?

    Ich könnte noch eine Weile so weitermachen – mit der Verantwortung der Medien zum Beispiel, aber dann kommt hier sonst niemand mehr zu Wort.

    Die meisten Wahlberechtigten in diesem Land wählen nicht die AfD– bisher zumindest.

    Eure Politik muss sich den Menschen in diesem Land verpflichtet fühlen – sowohl in der Regierung als auch in der Opposition. Ihr seid allen Menschen gegenüber in der Pflicht, nicht nur den knapp 20%, die laut aktuellen Umfragen bundesweit die AfD wählen würden.

    Wenn ihr euren Politikstil nicht ändert, werden sich weitere Wähler:innen mit Grausen abwenden, ihr werdet noch mehr Stimmen verlieren.

    Ich habe mich in den letzten Tagen ehrlich gesagt auch manchmal gefragt, wen ich eigentlich bei den Bundestagswahlen im nächsten Jahr wählen soll. Die Nazis werden es aber ganz sicher nicht.

    Für diese und viele weitere Herausforderungen ist aber nicht die Bekämpfung der Migration die „Mutter aller Lösungen“.
    Wir erwarten echte sachorientierte Lösungen für die tatsächlichen Probleme. Lösungen, die in einem demokratischen Wettstreit gefunden und dann umgesetzt werden, statt immer wieder von vorne anzufangen, in der Hoffnung, für sich selbst doch noch einen kleinen Punkt zu machen.

    Das geht vor allem an die Parteien in der Ampel: Das Bild, das ihr abgebt, ist grauenvoll und abschreckend. Wir erwarten endlich einen Wumms, oder besser noch einen Doppel-Wumms – dafür müsste sich Olaf Scholz aber mal aus seinem Schneckenhaus wagen und wirklich auf den Tisch hauen. Keine Sorge: Das halten wir aus!

    Noch ein Wort an die CDU: Ihr führt euch auf, als hättet ihr die letzten 50 Jahre in der Opposition verbracht. Meine Güte, ihr hattet doch wirklich genug Gelegenheit, Politik zu gestalten und Lösungen voranzubringen!

    Im Allgemeinen versuche ich immer, mich nicht zu Pauschalisierungen hinreißen zu lassen. Das ist mir gerade nicht so gut gelungen, wie gesagt: Ich bin sauer und ehrlich gesagt auch ein wenig erschöpft. Ich fühle mich manchmal, als würden wir mit unseren Bündnissen gegen Windmühlen kämpfen.

    Zum Schluss meiner Rede versuche ich trotzdem noch eine Differenzierung:

    In allen demokratischen Parteien in den Parlamenten gibt es nicht wenige Menschen, die für eine sach- und lösungsorientierte Politik kämpfen, statt sich von Populismus leiten zu lassen. Leider sind sie meist nicht in der Position, diese Richtung parteiintern durchzusetzen.

    Diesen Menschen möchte ich sagen:
    Wir sehen euch!

    Bitte gebt den Kampf innerhalb eurer Parteien nicht auf, zieht euch nicht zurück!

    Wir als Zivilgesellschaft können die Welle, die von Thüringen, Sachsen und Brandenburg auf uns zukommt, nicht ohne euch brechen!

    Und die Zivilgesellschaft selbst? Wir müssen zusammenhalten gegen diese Welle, auch über die Stadtgrenzen hinweg. Wir müssen uns in Solidarität üben, unabhängig von parteipolitischen Präferenzen, Konfessionen, Gehaltsklassen. Wir müssen uns mit Verbündeten umgeben und uns gegenseitig unterstützen, um nicht am Ende in der Welle unterzugehen, jede und jeder für sich allein.

    In diesem Sinne: Alerta und Solidarität!

    Danke fürs Zuhören!

    Cordula Vordenbäumen

    Recklinghausen, 03.10.2024

  • SharePic zu "Wellenbrecher – Demo gegen Rechts"

    Wellenbrecher – Demo gegen Rechts

    Unsere Freund:innen vom
    Bündnis Recklinghausen – Es REicht rufen am Donnerstag zu einer ganz wichtigen Kundgebung auf! Lasst uns gemeinsam Wellenbrecher gegen den Rechtsruck in der Gesellschaft sein!

    Unsere Freund:innen aus Recklinghausen haben uns in den letzten Jahren so großartig bei all unseren Aktionen unterstützt. Wir freuen uns, wenn wir als
    Bündnis Herne sie in großer Zahl bei ihrem so wichtigen Anliegen unterstützen werden.
    Es ist auch unser Anliegen!

    Datum/Uhrzeit: Donnerstag, 03.10.2024, 17:00 Uhr
    Ort: Recklinghausen Hbf/Europaplatz

    Wir teilen im folgenden ihren Aufruf:

    „Lasst uns die vierte Welle brechen…
    … Wellenbrecher – Demo gegen Rechts! Stoppt die vierte Welle.
    Die nächste rechte Welle kommt direkt auf uns zu. Und wir müssen diejenigen sein, die sie brechen. Wir reden nur noch über die rechte Wählerschaft, aber auch wir haben eine Stimme, die gehört werden muss. Dafür gehen wir auf die Straße.
    Wir als Bündnis sind mit der aktuellen Migrationspolitik alles andere als zufrieden, und wir wollen, dass das gehört wird. Söder griff mit seiner Forderung den Rechtsstaat an, indem er forderte, die Politik solle sich statt Gerichten um Migration kümmern. Das können wir nicht unwidersprochen so stehen lassen, und auch dafür gehen wir auf die Straße.
    Wir richten diese Demo nicht gegen die AfD, sondern gegen Rechte Politik. Wir nehmen alle Parteien in die Pflicht, die davon betroffen sind.
    Zu guter Letzt nutzen wir diese Demo zur Organisation. Viele Gruppierungen und Organisationen sind eingeladen, und werden teilnehmen. Wir alle wollen gehört werden.
    Alerta!“

    Wir als Bündnis Herne schließen uns diesem Aufruf an und beteiligen uns mit einem Redebeitrag an der Kundgebung.

  • SharePic zu "Keinen Platz für Volksverhetzer!"

    Keinen Platz für Volksverhetzer!

    „Der Pott erwacht“ kommt zurück nach Herne.

    Zur Erinnerung: „Der Pott erwacht“ hat in Herne vor zwei Jahren bereits zwei Demonstrationen durchgeführt, jeweils vom Cranger Kirmesplatz aus. Beide Male haben wir mit Gegenkundgebungen reagiert.

    Hinter „Der Pott erwacht“ stecken seit Beginn rechtsextreme Strukturen.

    Thema der für den 21.04. geplante Demo ist „Solidarität mit Michael Schele“, ein sehr umtriebiger ehemaliger DJ aus Hagen, der seit 2020 Maßnahmengegner-Demos und verstärkt Autokorsos organisiert und dabei allerlei volksverhetzende Parolen verbreitet hat, wegen denen er aktuell wieder einmal vor Gericht steht.

    Bei den Teilnehmenden dieser Demos handelt es sich um den aus den „Querdenken“-Demos übrig gebliebenen radikalisierten harten Kern. Ihr Ziel ist die Abschaffung unseres demokratischen, vielfältigen Systems (Rechtsradikale, Reichsbürger, …).

    Die Demo beginnt um 15:00 Uhr auf dem Kirmesplatz, um 16:00 Uhr soll der Demozug beginnen. Vorher (ab 10:30 Uhr) ist zudem ein Autokorso durchs halbe Ruhrgebiet geplant.

    Unsere Planung für den Tag:

    • Ort: Hauptstraße 245, 44649 Herne (vor der Christuskirche)
    • 16:00 Uhr interreligiöses Friedensgebet
    • 16:30 Uhr Kundgebung Bündnis Herne am selben Ort (ohne großes Programm)

    Bitte unterstütze uns bei der Mobilisierung, indem du die Veranstaltung teilst, den Aufruf über deine Kanäle weiterverbreitest und am 21.04.2024 zur Christuskirche an der Hauptstraße kommst!

    #buendnisherne
    #hernezeigtgesicht
    #herne
    #stadtherne
    #niewiederistjetzt
    #bleibtstabil
    #zusammengegenrechts
    #her2104

  • SharePic zur Kundgebung "Das Herner Versprechen"

    Herner Versprechen

    Kundgebung am 20.02.2024, Friedrich-Ebert-Platz, Herne

    Am Dienstag, 20.02.2024, 18 Uhr beginnt die Veranstaltung auf dem Friedrich-Ebert-Platz (vorm Rathaus), parallel zur Sitzung des Rates der Stadt Herne. Das Bündnis Herne wird gemeinsam mit weiteren Akteur:innen der Herner Stadtgesellschaft für ein breites Programm sorgen.

    Zentraler Bestandteil der Kundgebung wird das „Herner Versprechen“ sein.

    Seit den verstörenden Enthüllungen über die wahren Absichten der AfD, massenhaft gegen das Grundgesetz verstoßen zu wollen, sehen wir überall im Land große und großartige Demos gegen rechtsextreme Strömungen, insbesondere gegen deren parlamentarischen Arm, die AfD.

    Wir gehen einen Schritt weiter und fordern von der Herner Stadtpolitik das „Herner Versprechen“ ein: Alle im Rat der Stadt vertretenen demokratischen Parteien in Herne sind aufgerufen, eine Kooperation mit der Alternative für Deutschland (AfD) für die Zukunft auszuschließen. Unternehmen, weitere Institutionen und Privatpersonen sind aufgerufen, sich anzuschließen.

    Kommt alle!

    Auszug aus dem Versprechen:

    „…
    Wir akzeptieren nicht, dass unsere Nachbar:innen, Kolleg:innen, Freund:innen oder Familienangehörige Angst bekommen, von hier vertrieben zu werden. Rechtsextremen Plänen werden wir uns als Herner Stadtgesellschaft jederzeit entschlossen und gemeinsam entgegenstellen. Kulturelle, ethnische und religiöse Vielfalt ist das größte Potenzial, das in unserer Stadt schlummert. Wir müssen mit den Menschen, die hier leben, gemeinsam daran arbeiten, eine starke und solidarische Gemeinschaft zum Wohle Aller zu gestalten. Das Ausschließen oder Diskriminieren vieler verschiedener Menschen führt nur dazu, dass es am Ende uns allen schlechter geht. …“

     

    **********

    Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder sie von dieser auszuschließen.

    Das Bündnis Herne weist außerdem noch einmal auf den Konsens der Gewaltfreiheit hin.

    Veranstaltung auf Facebook: https://fb.me/e/6p3dxh7RF

     

    #buendnisherne

    #hernerversprechen

    #herneistbunt

    #hernezeigtgesicht

    #her2002

    #herne

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