Schlagwort: Kundgebung

  • Jörg Höhfeldt (Der Schorsch aus Baukau) auf der Kundgebung

    Schorsch aus Baukau: 4G: getestet, geimpft, geboostert, genervt

    Tach, ich bin der Schorsch aus Baukau,
    heute 4G:
    Ich bin getestet,
    ich bin geimpft,
    ich bin geboostert
    und ich bin genervt.

    Genervt von zwei Jahren Corona Virus, genervt aber vor allem, weil wir hier wieder jede Woche auf dem Platz stehen müssen, schließlich wollen wir den Covioten nicht das Feld überlassen.

    An der Stelle sagen manche, Covioten solle man nicht sagen. Ich sag: Das ist ne Tatsachenbehauptung, die ist im Rahmen der Meinungsfreiheit erlaubt. Ich will auch sagen warum.

    Ich habe mir angehört, was aus den Lautsprechern der Coronaleugner kommt. Nur zwei Beispiele: Da ist von „Impfgift“ die Rede, das heißt, der Impfstoff, der Millionen Menschen vor schwerer Krankheit und viele auch vor dem Tod geschützt hat, wird als Gift bezeichnet. Und dass die Kinder in der Schule Masken tragen müssen, wird als „Verbrechen“ bezeichnet. Und die Verantwortlichen würden später „zur Rechenschaft gezogen“. Dabei wissen wir ja, dass gerade die Zahl der infizierten Kinder immer höher steigt, auch bei uns in Herne. Wer so was per Lautsprecher verbreitet, ist für mich ein Coviot. Das wird man ja in Deutschland wohl noch mal sagen dürfen.

    Und die anderen? Die Besorgten? Die haben selbstverständlich ein Recht auf Meinungsfreiheit, ein Recht auf Demonstrationsfreiheit, aber das ist noch lange kein Grund, mit den Faschisten mitzulaufen. Und Leute, die abends mit Fackeln „spazieren“ gehen und dabei vor Privatwohnungen von Politikern und Politikerinnen aufmarschieren, die nerven nicht nur, die sind gemeingefährlich.

    Ich bin genervt von dem ganzen Mist, der auf Telegram verbreitet wird, von Hass und Hetze. Von Morddrohungen gegen Wissenschaftler und Politikerinnen. Und mehr als genervt bin ich davon, dass in Herne die Pfarrerin Melanie Jansen Morddrohungen bekommen hat. Da ist die „deadline“ überschritten, im wahrsten Sinne des Wortes. Da geht es nicht mehr um Argument und Diskussion, das ist ein Fall für Polizei und Justiz.

    Warum ich so genervt bin, will ich am Beispiel der Masken klarmachen. Als es noch gar keine Masken gab, hat sogar das Robert-Koch-Institut gesagt, dass Masken nicht viel nützen. Dann hieß es auf einmal, Einfachmasken schützen doch. Dann wurden überall diese Stoffmasken genäht. Andere gab es ja noch nicht. Da mussten sich erst ein paar Bundestagsabgeordnete Verdienste drum erwerben, also viel damit verdienen. Dann mussten wir alle Masken tragen, sogar hier auf der Bahnhofstraße. Jetzt sagen alle Expertinnen und Experten, dass FFP2-Masken am besten vor Omikron schützen. In Berlin und Brandenburg muss man in Bussen und Bahnen FFP2-Masken tragen, in Nordrhein-Westfalen nicht. So viel zur Bundeseinheitlichkeit. Hier wird es von der Landesregierung nur dringend empfohlen. Ja, ist denn das Berliner Virus anders als das NRW-Virus? Oder hat die Landesregierung keinen Arsch in der Hose? Entweder es ist so wichtig, dann muss es Pflicht sein. Oder es ist doch nicht so wichtig. Das nervt.

    Ich könnte noch viele andere Beispiele aufzählen. Wenn ich von den Schulen anfangen würde -fehlende Luftfilter, Homeschooling, verspätete Testergebnisse usw. – dann ständen wir noch heute Abend hier. Dann wärt ihr genervt.

    Aber einen hab ich noch zum Schluss. Ist nicht von mir, ist ein Zitat, nur falls hier Plagiatsjäger auf dem Platz sind. „Wenn du glaubst, dass der Impfstoff deine Erbanlagen verändert, wenn du das wirklich glaubst, dann solltest du das als Chance für dich begreifen.“

    Bis die Tage. Bleibt gesund!

    Der Schorsch aus Baukau (Jörg Höhfeld)

  • Stephan Kruecken (Ankerherz Verlag)

    Ich kann Berichte über Querdenker nicht mehr hören

    ch kann Berichte über Querdenker, „Spaziergänger“ und das Gelaber über „milde Verläufen“ nicht mehr hören…  Mehr als 115.000 Menschen haben sich in den letzten 24 Stunden in Deutschland mit Corona infiziert. 239 sind daran gestorben, eine Zahl, die kaum noch jemanden zu interessieren scheint. Das ist so, als nähme man das tägliche Unglück einer Boeing-777 nonchalant zur Kenntnis.

    239 Tote? Wie gut, war ja ein milder Absturz!

    „Milde“ seien die Omikron-Verläufe, liest man, „wie ein Grippe“, was von Querdenkern und Spaziergängern ebenso gefeiert wird wie Spaniens Ministerpräsident, der trotz einer Rekord-Belegung der Intensivstationen und Inzidenzwerten von einer „Grippalsierung“ von Covid-19 spricht.

    Eine neue Studie der Universität von Oxford* beschreibt, wie stark die kognitive Leistung von Corona-Kranken auch nach „milden Verläufen“ auch Monate nach der Infektion eingeschränkt ist. Wie viele Spitzensportler, Fußballer und Tennisspieler, also kerngesunde junge Menschen, leiden aktuell unter Spätfolgen wie Herzmuskelentzündungen**? Wer weiß eigentlich, welche Langzeitschäden in einigen Monaten auftauchen?

    Wissenschaftler und die WHO*** beklagen eine Verharmlosung der Omikron-Variante, was den politischen Arm der Querdenker von AfD bis Wolfgang Kubicki natürlich null schert. In den Telegram-Gruppen heulen die Wölfe unter ihren wilden Wikinger-Memes, die noch immer nicht Manns genug sind, sich für ein paar Minütchen am Tag eine Maske ins Gesicht zu spannen.

    Sind es nicht ihre „Spaziergänge“, die nun dazu führen, dass die Maßnahmen heruntergefahren werden? Und Impfen werden sie sich nun erst Recht nicht – im vollkaskoversicherten Wellness-Widerstand gegen den bösen Chipper Bill Gates und das Merkel-Regime haben sie doch schon ganz anderes ausgehalten! In der Schule meiner Kinder hoffen durchgeknallte Eltern derweil darauf, dass sich ihre Kinder nun zügig anstecken, damit sie „ganz lange immun sind“.

    Ist doch alles so mild wie dieser Winter! Wir warten auf die nächste Virus-Variante, die sich mangels Impfbereitschaft entwickeln wird, vielleicht aber die Ansteckungsgefahr von Omikron mit der Gefährlichkeit von Delta kombiniert.

    Wenn das alles nicht so bedrohlich, so maximal nervend und gleichzeitig so zermürbend wäre – ich würde wirklich gerne darüber lachen. So aber kommt es mir so vor, als ob dieser Alptraum nie ein Ende hat.

    Wir taumeln weiter durch diese Pandemie. Mit einer Lernkurve, so flach wie ostfriesisches Watt.

    Stefan Kruecken

    Ankerherz Verlag

    www.facebook.de/ankerherz

    Radio Ankerherz – Helgoland – Die Welle zum Meer

    *
    Wie mild ist ein milder Omikron-Verlauf wirklich? Das sagen Ärzte

    **
    Aubameyang und Davies können nicht spielen

    ***
    WHO: Omikron könnte noch gefährlichere Varianten entstehen lassen

    Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung von Stefan Kruecken,
    Ankerherz Verlag.

  • Rednerin des Bündnis Herne zu Telegram

    Telegram: Radikalisierungspotential auch in Herne

    Letzte Woche lief ein Mann mit einem Plakat mit der ungefähren Aufschrift „Ich bin gegen 2G und Impfflicht – nicht gegen das Impfen“ durch die Herner Innenstadt und ich dachte mir: Hey, das ist doch ne Position, die man auch vertreten kann. Da kann man doch auch drüber diskutieren.

    Der Mann lief neben einer Box her, aus der eine Durchsage kam, die von „einer erfundenen Pandemie“, „Maulkorbzwang als Unterwürfigkeitssymbol und Impfgift“ warnte. Das war der Moment, an dem ich meine Gedanken von zuvor wieder über den Haufen werfen musste. Wie können denn diese Aussagen miteinander vereinbart werden? Das ist doch widersprüchlich.

    Der Grund dafür, dass solche total unterschiedlichen Menschen als Leugner:innen, Maßnahmenverweiger:innen, Querdenker:innen oder was auch immer, hier gemeinsame Sachen machen, ist die dezentrale Mobilisierung durch Telegram.

    Ich denke nicht, dass es noch viel zu dem Messenger-Dienst Telegram zu sagen verlangt. Einst bekannt dafür, einen sicheren Kommunikationsweg für Oppositionelle in Ländern wie Weißrussland oder China zu bieten, kennen wir spätestens seit Namen wie Attila Hildmann und Michael Wendler auch eine andere Seite von Telegram. Aber was ist nun wirklich wichtig zu wissen? Telegram benötigt nur eine ganz niedrige Internetleistung, blockiert für alle Nutzerinnen und Nutzer die Handynummer und bei Bedarf ist alles, was du teilst und liest, sehr schnell wieder gelöscht – die App ist somit einfach zu handhaben, gewährt Anonymität und eine Art Sicherheit.

    Hier sorgt es allerdings dafür, dass ungefiltert Falschmeldungen, antisemitische, rassistische oder gewaltverherrlichende Inhalte im Umlauf sind. Bekannte Verschwörungstheoretiker können ungestört und ohne viel Aufwand ein breites Publikum erreichen und ihre Kanäle im Minutentakt mit ihren Inhalten befüllen.

    Dass sich binnen kürzester Zeit bundesweit für so viele Städte Gruppen wie die heute erneut laufenden Maßnahmenverweiger:innen gefunden haben, liegt an der Mobilisierung durch die rechtsextreme Kleinpartei „Freie Sachsen“. Im letzten Jahr haben sich bundesweite Ableger gebildet, die alle nach dem gleichen Prinzip funktionieren – für Herne liegt die Verantwortung dann bei den „Freien Nordrhein-Westfalen“. Von ihnen kamen die landesweiten Termine für die sogenannten „Spaziergänge“, von ihnen kommen explizite Handlungsanweisungen für die Teilnehmer:innen dieser Veranstaltungen und von ihnen kommen auch Rechtsbeistand im Falle rechtlicher Konsequenzen. Sie entscheiden, was in den Telegram-Gruppen gesagt werden kann und was nicht, wer spricht und wer nicht und liefern regelmäßige Texte, die die Leser:innen anheizen sollen. So schreiben sie wortwörtlich, dass ihre Veranstaltungen „niemals hinterfragt werden“ dürften und man sich ein Beispiel an den Dynamiken in den ostdeutschen Bundesländern nehmen solle, da dort noch keine langfristige „Umerziehung“ der Bürger stattgefunden habe.

    Ich habe schon erwähnt, dass Menschen mit unterschiedlichen Meinungen und Haltungen in diesen Gruppen zusammenfinden.
    Allerdings sind auch keine Abgrenzungsmechanismen zu gewaltbereiten, rassistischen, oder verschwörungstheoretischen Inhalten zu erkennen. Ich habe heute Zitate aus diesen Gruppen mitgebracht, die ich jetzt vorlesen werde. Dabei bitte ich Sie alle, ein permanentes Anführungszeichen über meinen Kopf zu setzen:

    So fragt ein Nutzer: „Was ist falsch daran ein Deutscher zu sein mit dieser großen Geschichte nur weil eine kleine Zeit ein Fehlverhalten der Regierenden war?“, während andere den Impfstoff als „Gift“, „Angriff auf die DNA“ oder als krude Analogie zu dem Giftgas aus den Gaskammern der Nazis als „Zyklon C“ bezeichnen.

    Corona sei bloß „Scheinpandemie“, eine „Lüge der Eliten“, um den „Great Reset“ und eine „New World Order“, also eine neue Weltordnung herbeizuführen, in der die Mächtigen noch mehr Macht und die einfachen Bürger:innen nichts mehr haben. Mit dahinter stecken demnach nicht nur Politiker:innen, sondern auch Ärzt:innen, die Pharmaindustrie und ja, auch das Freimaurertum habe seine Hände im Spiel – im Großen und Ganzen geht es dabei aber um eine angebliche Unterdrückung durch die wohlhabende Schicht. Nicht selten werden hier die Rothschilds oder eine sogenannte Finanzelite genannt. Dabei sehen sie sich als die Unterdrückten und setzen sich mit den Juden und Jüdinnen zur Zeit des Nationalsozialismus gleich. „Genau sowas gab es in Deutschland schon mal. Die Menschen separieren und dann still und mundtot machen und dann verschwinden lassen.“ Ich sage: Wer derartige Parolen befeuert und unterstützt, kann sich von der Verharmlosung der Shoa und von Antisemitismus nicht mehr freimachen!

    Gemeinsam wollen sie auch als „die Erwachten“ den Umschwung, die Revolution herbeiführen. „auch wenns mit Gewalt ist anders geht es ja anscheinend nicht“ / „Wann wird es Zeit für den Generalstreik und Masken verbrennen?“ / „Vorbereitung zur Übernahme?“

    Für die Zeit danach kündigen sie an, dafür zu sorgen, dass alle sogenannten „Täter der Corona-Diktatur“ vor Gericht „die Abrechnung“ erhalten würden – hierzu zählen sie nicht nur Politker:innen, Ärzt:innen und Teile der Polizei, sondern auch einfach diejenigen, die sich gegen sie stellen.

    Nach solchen Aussagen muss ich erst einmal durchatmen.

    Das Radikalisierungspotenzial sowie die Gewaltbereitschaft in den Telegramgruppen, die hinter diesen Corona-Demonstrationen stecken, sind enorm. Sie stellen eine deutliche Gefahr für unsere Demokratie dar. Aber ich möchte auch festhalten: Auch wenn man als einfacher Bürger, der unzufrieden mit der Corona-Politik ist und Gleichgesinnte gesucht hat, in dieser Gruppe ist und mitliest, dann gilt es, sich von derartigen Äußerungen zu distanzieren. Es muss klar sein, dass hier eine klare Abwendung von demokratischen und rechtstaatlichen Grundprinzipien zu beobachten ist, gegen die wir uns stellen müssen. Denn die Grenze ist wirklich überschritten. Die
    Drohungen gegen die Herner Pfarrerin Melanie Jansen sind die Folge derartiger Telegram-Parolen.

    Ja, es ist auch für viele Menschen, die heute hier stehen, keine leichte Zeit. Nicht alle sind mit allen Punkten in der Politik einverstanden, viele haben Ängste und Zweifel, sind verunsichert. Aber lasst uns doch darüber sprechen und, wenn auch vielleicht etwas heftiger, darüber diskutieren, denn das ist Demokratie:

    Mitmachen. Mitreden. Miteinander!

  • SharePic zur Kundgebung "Herner Plätze: Miteinander und solidarisch durch die Pandemie! (22.01.2022)"

    Herner Plätze: Miteinander und solidarisch durch die Pandemie! (22.01.2022)

    Am vergangenen Samstag haben sich die selbsternannten „Maßnahmenkritiker“ mit ihren Lautsprecherdurchsagen als das präsentiert, was sie sind: Coronaleugner, Maßnahmen- und Solidaritätsverweigerer, die Verschwörungserzählungen anhängen und Fehlinformationen verbreiten. Die Gruppe ist mithin bei weitem nicht so harmlos, wie sie sich selbst gern darstellt, sondern demokratiefeindlich.

    Lasst uns gemeinsam zeigen, dass Demokratiefeinde in Herne nicht willkommen sind!

    Gleichzeitig rufen wir alle Herner Demokrat:innen dazu auf, sich solidarisch zu zeigen mit unserer Mitstreiterin Melanie Jansen, Pfarrerin der Kreuzkirchengemeinde. Sie hat inzwischen bereits zwei Mal Todesdrohungen erhalten im zeitlichen Zusammenhang mit unseren gemeinsamen Veranstaltungen!

    *********************************

    Deshalb ruft das Bündnis Herne dazu auf, auch am kommenden Samstag, 22.01.2022, in die Herner Innenstadt zu kommen:

    • 11:00 Uhr Robert-Brauner-Platz: Kundgebung „Bündnis Herne für ein solidarisches Miteinander“
    • 11:00 Uhr Europaplatz/Kreuzkirche:
      Friedensgebet
      mit anschließendem
      Demozug
      zum Robert-Brauner-Platz (diesmal u.a. mit der Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises Herne, Claudia Reifenberger)
    • 11:00 Uhr Shoah-Mahnmal / Willi-Pohlmann-Platz:
      Mahnwache „Schützt das Mahnmal!“ mit anschließendem Demozug zur Kreuzkirche/zum Robert-Brauner-Platz

    *********************************

    Wir als Bündnis Herne sehen uns nicht in der Rolle, für oder gegen bestimmte Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung einzutreten oder über Corona aufzuklären, auch wenn wir die Impfung grundsätzlich als Akt der Solidarität betrachten.

    Unsere Kundgebungen richten sich insofern nicht gegen Kritiker staatlicher Entscheidungen zur Pandemiebekämpfung, sondern gegen den antidemokratischen Hintergrund der Coronaleugnerdemos.

    Hierzu auch unser
    Statement vom vergangenen Samstag, sowie unsere Stellungnahmen zu den Demos (samstags) und „Spaziergängen“ (montags):

    *********************************

    Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst, wenn wir in der aktuellen pandemischen Situation zu einer solchen Veranstaltung aufrufen.

    Bitte haltet euch während der Kundgebungen an das verpflichtende Tragen eines medizinischen MNS und haltet so gut wie möglich Abstand!

    *********************************

    Das Bündnis Herne ist ein überparteilicher und religionsübergreifender Zusammenschluss der Herner Zivilgesellschaft. Unsere Veranstaltungen sind keine Plattform für Eigenwerbung von Parteien, Gewerkschaften, Verbänden und religiösen Gemeinschaften.

    Wir verzichten daher alle auf das Zeigen von entsprechender großflächiger Symbolik (z. B. Fahnen) und erwarten dies auch von allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern unserer Veranstaltungen. Dies gilt auch für Nationalflaggen.

    Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder sie von dieser auszuschließen.

    Das Bündnis Herne weist außerdem noch einmal auf den Konsens der Gewaltfreiheit hin.

  • Cordula Vordenbäumen (Bündnis Herne) auf der Kundgebung

    Warum stehen wir heute hier auf dem Robert-Brauner-Platz?

    Und am Shoah-Mahnmal und vor der Kreuzkirche?

    Ok, der Anlass ist bekannt: Die Demonstration der immer noch namenlosen Gruppierung vor dem Rathaus.

    Nur damit wir uns richtig verstehen: Die Meinungs- und Versammlungsfreiheit ist ein hohes Gut. Es gilt selbstverständlich für Menschen mit den unterschiedlichsten Themen und Ansichten. Es ist nicht das Ziel des Bündnis Herne, andere, Meinungen zu unterdrücken. Die gilt es in einer Demokratie auszuhalten.

    Allerdings beinhaltet die Meinungs- und Versammlungsfreiheit nicht den Anspruch auf Widerspruchsfreiheit. Den Widerspruch gilt es dann natürlich genau so auszuhalten, das gehört zur Demokratie nämlich auch dazu.

    Was genau erregt aber nun unseren Widerspruch?

    Die Demo am Rathaus steht unter dem Titel „Zusammenhalt statt Spaltung – Für Grundgesetze und Freiheit, gegen Zwang und die Ausgrenzung von jeglichen Angeboten des Lebens“.

    Sie richtet sich gegen „2G“, gegen die Verknüpfung des Impfstatus mit der Gewährung von Grundrechten, es geht auch um den Schutz der Kinder „vor Übergriffen des Staates“ und gegen die Impfpflicht.

    Sicher sind dies für sich genommen Themen, zu denen man unterschiedliche Positionen haben und die man im Rahmen einer politischen Versammlung im öffentlichen Raum vertreten kann.

    Wer unsere jüngsten Veröffentlichungen (z.B. den aktuellen
    Flyer) gelesen hat, weiß:

    Wir sind ganz sicher keine unkritischen Verfechter:innen aller bisher verhängten Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie. Zu diesem Thema gibt es innerhalb des Bündnis Herne ganz unterschiedliche Ansichten, und das ist auch gut und richtig so!

    Insofern stehen wir hier ganz sicher nicht als „Maßnahmenbefürworter“ gegen „Maßnahmengegner“ – ich finde dieses Begriffspaar ohnehin furchtbar, aber dazu vielleicht bei anderer Gelegenheit mehr.

    Es kann auch gar nicht die Aufgabe des Bündnis Herne sein, für oder gegen bestimmte Maßnahmen einzutreten, auch wenn wir die Impfung grundsätzlich als Akt der Solidarität betrachten.

    Unser Thema ist wie schon 2019/2020 auch jetzt wieder der Schutz unserer Demokratie.

    Denn: So harmlos, wie die Demo vorm Rathaus sich gibt, ist sie nicht.

    Unter dem Deckmantel des „kritischen Hinterfragens“ wird nämlich einfach pauschal alles Mögliche in Frage gestellt, und wo man schon mal dabei ist, das ganze System gleich mit.*

    Die Ablehnung der Impfpflicht wird im Aufruf zur Demo z.B. damit begründet, dass „die Substanzen noch nicht hinreichend erprobt“ seien. Im Zusammenhang mit dem Schutz der Kinder werden diese Substanzen als „experimentell“ bezeichnet.

    Daraus spricht mindestens ein massives Unverständnis für die Prozesse bei der Entwicklung eines Impfstoffs wie auch ein großer Unwille, sich mit den zugegeben komplexen Zusammenhängen auseinanderzusetzen. Dies setzt sich bei anderen komplexen Zusammenhängen fort.

    Viel bedenklicher ist aber aus unserer Sicht das, was sich im Hintergrund dieser Demos abspielt:

    Die Organisation erfolgt weitgehend in entsprechenden lokalen Kanälen auf Telegram; die Diskussionen sind z.T. öffentlich einsehbar – dort findet sich eine erschreckende Melange aus Politikverdrossenheit bis hin zu einem tiefen
    Demokratiemisstrauen, gepaart mit einem sehr egoistischen Freiheitsbegriff, alles vor dem Hintergrund einer wilden Mischung von Falschmeldungen und
    Verschwörungserzählungen.

    Das erleben wir auch in Diskussionen, die sich am Rande der Demonstrationen (samstags) und „Spaziergänge“ (montags) ergeben: Es wird z.B. von „absichtlichem An-die-Wand-fahren der Wirtschaft“ schwadroniert, andere Menschen brauchen keine drei Sätze, um von der Ausgrenzung Ungeimpfter zur Verfolgung der jüdischen Bevölkerung im Dritten Reich zu gelangen.

    Und da haben wir noch nicht einmal über das fragwürdige Verhältnis dieser Demos zum Rechtsextremismus gesprochen (nur weil es uns immer mal wieder unterstellt wird: Nein, wir betrachten nicht alles als rechtsextrem, was nicht mindestens so links ist wie wir).

    Darauf aufmerksam gemacht, dass in ihren Reihen stadtbekannte Rechtsradikale mitlaufen, erfolgte nicht etwa eine Distanzierung – nein: So lange alle, die dort mitlaufen, gegen die Impfpflicht sind, sei die sonstige politische Ausrichtung egal!

    Und – last but not least – ganz vorne mit dabei: Vertreter der Herner AfD. Dass wir diesen Umstand sehr kritisch betrachten, brauche ich wohl nicht noch weiter auszuführen.

    Also, noch einmal: Warum stehen wir heute hier und auf den anderen Plätzen?

    Unser Motto lautet immer noch „Mitreden. Mitmachen. Miteinander“.

    Voraussetzung für das „Miteinander reden“ ist allerdings, dass die Gesprächspartner:innen sich zumindest auf der selben Realitäts- und Faktenebene befinden und ein ähnliches Verständnis von Rechten und Pflichten in einer Gemeinschaft haben. Und da sehen wir sowohl bei den Demonstrationen samstags wie auch bei den so genannten „Spaziergängen“ montags erhebliche Defizite.

    Wir stehen hier wie 2019/2020 für den Zusammenhalt der demokratisch und solidarisch gesinnten Zivilgesellschaft.

    Demokratiefeindliche Bestrebungen haben in Herne keinen Platz!

    * Nachtrag: Während ihres Demozuges am 15.01.2022 beschallten die selbst ernannten „Maßnahmenkritiker“ die Bahnhofstraße mit Durchsagen aus einer mobilen Box. Es war u.a. von den „Regierungsmarionetten der Pharmaindustrie“ die Rede, von der „Gesundheitsgefährdung durch Maulkorbzwang“ und vom „gefährlichen Impfgift“. Die Pandemie wurde als „erfunden“ bezeichnet, Coronaviren seien nicht gefährlicher als Erkältungsviren.

    Diese Durchsagen kamen vom Band und erinnerten an die, die schon bei den Autokorsos im Frühjahr 2021 zum Einsatz kamen. Sie scheinen im „Querdenken“-Umfeld produziert und breitflächig verteilt worden zu sein.

  • SharePic zur Kundgebung "Herner Plätze: Miteinander durch die Pandemie! (15.01.2022)"

    Herner Plätze: Miteinander und solidarisch durch die Pandemie! 15.01.2022

    Trotz kurzfristiger Mobilisierung sind am vergangenen Samstag etwa
    200 Menschen unserem Aufruf gefolgt, Gesicht zu zeigen und ein Zeichen zu setzen für ein solidarisches Miteinander in der Pandemie!

    Wir sind uns sicher: Da geht noch mehr!

    Es wird Zeit, dass die vernünftige, bislang leise und zurückhaltende Mehrheit der Gesellschaft sichtbar wird!

    Wir müssen uns dagegen wehren, dass eine kleine Gruppe mit ihrem egoistischen und in Teilen demokratiefeindlichen Geschrei versucht, einen Spaltkeil in die Gesellschaft zu treiben, nur um anschließend Toleranz für sich einzufordern.

    Deshalb ruft das Bündnis Herne dazu auf, auch am kommenden Samstag, 15.01.2022, in die Herner Innenstadt zu kommen:

    • 11:00 Uhr Robert-Brauner-Platz: Mahnwache „Bündnis Herne für ein solidarisches Miteinander“
    • 11:00 Uhr Europaplatz/Kreuzkirche: Friedensgebet mit anschließendem Demozug zum Robert-Brauner-Platz
    • 11:00 Uhr Shoah-Mahnmal / Willi-Pohlmann-Platz: Mahnwache „Schützt das Mahnmal!“ mit anschließendem Demozug zur Kreuzkirche/zum Robert-Brauner-Platz

    Seit Dezember 2021 gibt es auch in Herne Demonstrationen von Gegner:innen der Coronamaßnahmen; sie versuchen, einen harmlosen Anschein zu erwecken („für glänzende Kinderaugen“), der Freiheitsbegriff, den sie propagieren, ist allerdings ein sehr ichbezogener.

    Das gemeinsame Auftreten mit Rechtsradikalen und anderen Demokratiefeinden wird von ihnen nicht als problematisch empfunden.

    Unser Statement dazu findet ihr hier.

    Darüber hinaus wird montags abends nun auch in Herne „spazieren gegangen“, wie schon bundesweit und in mehreren unserer Nachbarstädte.

    Auch hierzu hatten wir bereits ein Statement veröffentlicht.

    Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst, wenn wir in der aktuellen pandemischen Situation zu einer solchen Veranstaltung aufrufen.

    Bitte tragt daher während der Veranstaltung(en) einen medizinischen MNS und haltet so gut wie möglich Abstand!

    *********************************

    Das Bündnis Herne ist ein überparteilicher und religionsübergreifender Zusammenschluss der Herner Zivilgesellschaft. Unsere Veranstaltungen sind keine Plattform für Eigenwerbung von Parteien, Gewerkschaften, Verbänden und religiösen Gemeinschaften.

    Wir verzichten daher alle auf das Zeigen von entsprechender großflächiger Symbolik (z. B. Fahnen) und erwarten dies auch von allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern unserer Veranstaltungen. Dies gilt auch für Nationalflaggen.

    Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder sie von dieser auszuschließen.

    Das Bündnis Herne weist außerdem noch einmal auf den Konsens der Gewaltfreiheit hin.

  • SharePic zur Kundgebung "Herner Plätze: Miteinander durch die Pandemie! (08.01.2022)"

    Herner Plätze: Miteinander durch die Pandemie! 08.01.2022

    Es wird Zeit, dass die Herner Zivilgesellschaft einmal wieder Gesicht zeigt und ein Zeichen setzt für ein solidarisches Miteinander in der Pandemie!

    Es wird Zeit, dass die bislang leise und vernünftige Mehrheit der Gesellschaft sichtbar wird!

    Seit Dezember 2021 gibt es auch in Herne Demonstrationen von Gegner:innen der Coronamaßnahmen; sie versuchen, einen harmlosen Anschein zu erwecken („für glänzende Kinderaugen“), der Freiheitsbegriff, den sie propagieren, ist allerdings ein sehr ichbezogener.

    Das gemeinsame Auftreten mit Rechtsradikalen und anderen Demokratiefeinden wird von ihnen nicht als problematisch empfunden.

    Unser Statement dazu findet ihr hier.

    Darüber hinaus wird montags abends nun auch in Herne „spazieren gegangen“, wie schon bundesweit und in mehreren unserer Nachbarstädte.

    Auch hierzu hatten wir bereits ein Statement veröffentlicht.

    Wir wehren uns dagegen, dass eine kleine Gruppe mit ihrem egoistischen und in Teilen demokratiefeindlichen Geschrei versucht, einen Spaltkeil in die Gesellschaft zu treiben, nur um anschließend Toleranz für sich einzufordern.

    Deshalb ruft das Bündnis Herne dazu auf, am Samstag, 08.01.2022, in die Herner Innenstadt zu kommen:

    • 11:00 Uhr Robert-Brauner-Platz: Mahnwache „Bündnis Herne für ein solidarisches Miteinander“ mit anschließendem Demozug zur Kreuzkirche.
    • 11:00 Uhr Europaplatz/Kreuzkirche: Friedensgebet der Ev. Kreuz-Kirchengemeinde, der Kath. Kirchengemeinde St. Dionysius und der Islamischen Gemeinde Röhlinghausen.
      „Gemeinsam wollen wir für ein friedliches Miteinander beten und ein Zeichen gegen die Spaltung unserer Gesellschaft und Geschichtsverleugnung sowie für Frieden und ein gutes Miteinander in unserer Stadt setzen“, sagt Pfarrerin Melanie Jansen.
    • 11:00 Uhr Shoah-Mahnmal / Willi-Pohlmann-Platz: Schirme gegen Rechts: „Schützt das Mahnmal!“ mit anschließendem Demozug zur Kreuzkirche

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    Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst, wenn wir in der aktuellen pandemischen Situation zu einer solchen Veranstaltung aufrufen.

    Bitte tragt daher während der Veranstaltung(en) einen medizinischen MNS und haltet so gut wie möglich Abstand!

  • SharePic zu der Kundgebung "Herner Plätze: Miteinander durch die Pandemie (15.12.2021)"

    Herner Plätze: Miteinander durch die Pandemie

    Inzwischen befinden wir uns in der Bundesrepublik im 21. Monat des pandemischen Ausnahmezustandes und aller zwischenzeitlicher Entspannungen zum Trotz, ist ein Ende dieser Lage noch nicht in greifbare Nähe gerückt. Als Bündnis Herne haben wir vor ziemlich genau einem Jahr mit unserer Online-Tagung „Corona und die Stadtgesellschaft“ auf die Gefahren hingewiesen, die die Krise auch für die Zivilgesellschaft und den gesamten sozialen Zusammenhalt birgt. Damals wie heute ist klar, dass Corona mehr gefährdet als die körperliche Gesundheit. Die epidemiologisch alternativlose Praxis des social distancing hat große Herausforderungen mit sich gebracht, die in Kürze dieses Aufrufes gar nicht dargestellt werden können. Der Schaden durch die Pandemie umfasst ökonomische Sorgen, psychische Belastungen, ein Abdriften von Bevölkerungsteilen in den Verschwörungsglauben und allem voran den Verlust von inzwischen mehr als 100.000 Menschenleben, die unter den gegebenen Umständen kaum angemessen betrauert werden konnten. Aus diesen Gründen und weil wir weiterhin der Überzeugung sind, dass die Coronakrise nur miteinander zu überstehen ist, möchten wir für kommenden Samstag gemeinsam mit den Schirmen gegen Rechts, der evangelischen Kreuzkirchengemeinde, der Islamischen Gemeinde Röhlinghausen und der katholischen Gemeinde zu zwei Aktionen aufrufen.

    11:00 Uhr | Shoa Mahnmal am Willi-Pohlmann-Platz

    Die Schirme gegen Rechts erinnern in einer kurzen symbolischen Mahnwache an die Allgegenwärtigkeit antisemitischer Weltsauffassungen und Narrative. Insbesondere im Kontext von Querdenken-Protesten kam es in den vergangenen Monaten gehäuft zu Relativierungen der Shoa, indem unzulässige Vergleiche zwischen der Verfolgung und Ermordung von Jüdinnen und Juden und Pandemieleugner:innen gezogen wurden. Ihren Gipfel erreichten diese strukturell antisemitischen Erzählungsmuster in Verschwörungsgebilden um ein angeblich planvolles Handeln von imaginierten Eliten, die die Krise für ihre Zwecke instrumentalisieren würden. Diese Gedankengebilde sind nach wie vor brandgefährlich und bergen den Kern von Vernichtungsphantasien. Darauf immer wieder aufmerksam zu machen, ist eine immerwährende Verpflichtung und wir rufen dazu auf, die Schirme gegen Rechts bei ihrer Aktion zu unterstützen.

    11:30 Uhr | Europaplatz

    Die Kreuzkirchengemeinde möchte gemeinsam mit der katholischen Gemeinde und der Islamischen Gemeinde Röhlinghausen mit einem interkonfessionellen Friedensgebet an die inzwischen über 302 Hernerinnen und Herner erinnern, die in Folge einer Infektion mit Covid-19 ums Leben gekommen sind. Wir möchten den Hinterbliebenen unser Mitgefühl aussprechen, gemeinsam innehalten und ein stilles Zeichen des Miteinanders senden.

  • Flyer der Omas gegen Rechts "Asyl ist Menschenrecht"

    OMAS GEGEN RECHTS: Asyl ist Menschrecht!

    Am 10.12. ist der „Internationale Tag der Menschenrechte“.

    Aus diesem Anlass rufen die
    OMAS GEGEN RECHTS Bochum & West zu einer Kundgebung auf. Alle Details findet ihr im Ankündigungsflyer!

  • Flyer "Mein Licht gegen des Vergessen"

    Mein Licht gegen das Vergessen

    Gedenkveranstaltung am Dienstag, den 9. November 2021 am Herner Shoah-Mahnmal (Kulturzentrum) und in der Nähe des Polizeipräsidiums

    Gedenkveranstaltung am Dienstag, den 9. November 2021 am Herner Shoah-Mahnmal (Kulturzentrum) und in der Nähe des Polizeipräsidiums

    Im Bündnis wollen die DGB-Geschichtswerkstatt, das Unterrichtsfach „Kohlengräberland“ der Erich-Fried-Gesamtschule, das Projekt „Schule mit Courage – Schule ohne Rassismus“, der Förderverein „Mahn- u. Gedenkstätte Polizeigefängnis Herne e.V.“ und das „Bündnis Herne“ in diesem Jahr wieder der NS-Opfer gedenken und an die Gräueltaten in der Reichspogromnacht 1938 in Herne und Wanne-Eickel erinnern. Ein besonderer Stellenwert hat in diesem Jahr der gemeinsame Einsatz für einen Lern- und Gedenkort im Zellentrakt des ehemaligen Polizeigefängnisses im Hof des aktuell zum Verkauf stehenden Herner Polizeipräsidiums.Zum Hintergrund:

    Vor 83 Jahren brannten auch in Herne und Wanne-Eickel die Synagogen, wurden Menschen mit jüdischem Glauben erniedrigt, ausgeraubt, verfolgt, gequält und ermordet. Mehr als 400 jüdische Mitbürger, über 1.700 ausländische Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene, zahlreiche politische und religiöse Nazi-Gegner, Sinti und Roma, Behinderte, Emigranten und Widerstandskämpfer, aber auch 1.500 Bombenopfer des von den Nazis entfachten Weltkrieges dürfen, nach Meinung der Veranstalter nicht vergessen werden.

    Zellentrakt des Polizeigefängnisses muss Lern- und Gedenkort werden

    Viele Naziopfer waren von 1933 bis 1945 im ehemaligen Polizeigefängnis Herne inhaftiert und wurden von hier auf Transport in Zuchthäuser und Vernichtungslager geschickt. Insofern wollen die Veranstalter die diesjährige Manifestation auch als Unterstützung für die Forderung nach der Einrichtung eines ständigen Lern- und Gedenkortes im ehemaligen Polizeigefängnis verstanden wissen. Herne braucht einen historischen Ort, wo aktives Erinnern an die Nazi-Barbarei mit dem heutigen Einsatz für Demokratie und Menschenwürde verbunden wird. Dafür bietet sich das nahezu im Originalzustand erhaltene, ehemalige Polizeigefängnis, wie kein anderes Gebäude an.

    Erinnern mit Einsatz für Demokratie und Menschenwürde verbinden

    Auch heute gibt es wieder Besorgnis erregenden Juden- und Ausländerhass, wie aktuelle Ereignisse gezeigt haben. Am 2. Juni 2019 wurde in Wolfhagen der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke wegen seiner Bemühungen für Asylsuchende umgebracht, am 9. Oktober brachte ein Attentäter zwei Menschen um, weil sein Terroranschlag auf die Synagoge in Halle gescheitert war. Am 19. Februar 2020 wurden in Hanau 9 Bürger mit Migrationshintergrund bei einem rechten Terroranschlag ermordet.
    Seit 2019 sind rechte Straftaten um 15% gestiegen. In diesem Zeitraum gab es 43.6471 rechtsextreme Straftaten, 1.948 davon waren Gewalttaten wie Körperverletzungen oder Brandstiftungen. An jedem Tag gab es 3 rechtsextremistische Gewalttaten, denen Menschen zum Opfer fielen. Sympathien für rechtsextreme, nationalistische, rassistische und antisemitische Bewegungen werden in der Öffentlichkeit mehr und mehr offen zur Schau gestellt, und Hass und Hetze in sozialen Netzwerken und bei rechtspopulistischen Aufmärschen sind an der Tagesordnung.
    Die Initiatoren: „Wir möchten Mitschüler*innen, Eltern, Freunde und Lehrer*innen einladen, uns auch in diesem Jahr wieder bei der Gedenkfeier zu begleiten, um ein persönliches Zeichen gegen Hass und Gewalt zu setzen und für eine demokratische Gesellschaft einzustehen.“

    Zum Ablauf der Veranstaltung:

    Treffpunkt ist um 10.00 Uhr am Shoah-Mahnmal (Willi-Pohlmann-Platz, hinter dem Kulturzentrum / Stadtbücherei). Hier werden – nach einer Schweigeminute – Rosen für die jüdischen Opfer unserer Stadt abgelegt.
    Um 10.15 Uhr Schweigemarsch, am Rathausplatz vorbei über die Freiligrathstr. zum Mahnmal an der Bebelstraße (gegenüber der Herner Post).
    Gegen 10.30 Uhr folgt die Kranzniederlegung am Mahnmal an der Bebelstraße unweit des ehemaligen Polizeigefängnisses zu Ehren der Opfer des Nazi-Terrors

    Es sprechen Schüler*innen des Kohlengräberland-Projekts der EFG und Rolf Dymel vom Förderkreis „Mahn- u. Gedenkstätte Polizeigefängnis Herne e.V.“
    (Veranstaltungsende: ca. 11.00 Uhr )

    Zur Teilnahme rufen auf:

    Schülerinnen und Schüler der Erich-Fried-Gesamtschule, Kohlengräberland-Projekt,
    Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, Herner DGB-Geschichtswerkstatt, Förderkreis „Mahn- und Gedenkstätte Polizeigefängnis Herne e.V“ , Bündnis Herne

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