Kategorie: Kundgebungen

  • SharePic CSD HERNE 2026 Rückblick

    Rückblick CSD Herne 2026

    Das Bündnis Herne beim CSD am 11.07.2026

    Wie in den vergangenen Jahren war das Bündnis Herne auch diesmal wieder mit einem Infostand vertreten. Für uns ist es selbstverständlich, durch unsere aktive Beteiligung am CSD Herne die Sichtbarkeit queeren Lebens in unserer Stadt zu unterstützen und Haltung zu zeigen.

    Besonders gefreut hat uns die Verstärkung durch Hubert und Heike von „Demokratie-Werkstadt-RE e.V.“ aus Recklinghausen.

    An unserem Stand war viel los. Besonderen Anklang fanden unsere Trillerpfeifen in Regenbogenfarben, Seifenblasen und die große Auswahl an Stickern. Als besondere Attraktion hatten wir diesmal die „Mauer der Vielfalt“ mitgebracht: Alle Teilnehmenden konnten mit einer Farbe ihrer Wahl jeweils einen Stein der Mauer besprühen. Damit wollen wir zeigen: Auf unserer Seite der Brandmauer ist die Welt vielfältig und bunt!

    Auch an unserer Arbeit herrschte reges Interesse, vor allem am „Herner Versprechen“. In einigen Fällen konnten wir direkt die Erfahrungen aus unserem Workshop am 05.07.2026 anwenden („Populistischer Sprache radikal höflich entgegentreten“). Nur ein Besucher musste höflich aufgefordert werden, sich von unserem Stand zu entfernen.

    Trotz der Hitze war es wieder einmal ein toller Tag! Vielen Dank an das CSD-Team für die Organisation!

    Auch bei dieser Veranstaltung wurde wieder deutlich, dass Demokratie ein Mitmach-Projekt ist. Demokratie lebt davon, dass Menschen miteinander sprechen, sich austauschen, etwas organisieren – im Kleinen wie im Großen.

    Ihr denkt darüber nach, euch beim Bündnis Herne für Demokratieförderung zu engagieren? In unserem Veranstaltungskalender findet ihr alle anstehenden Termine. Kommt einfach dazu, lernt Aktive kennen und schaut, in welcher Form ihr euch bei uns einbringen könnt.

    Im Verein „queer in Herne e. V.“ kann man übrigens auch mitmachen.

    Die Mauer wird von Jung und Alt gestaltet.
    Die Mauer wird von Jung und Alt gestaltet.
  • Junges Herner Versprechen!

    Junges Herner Versprechen!

    Sonntag, 30.11.2025, 14 Uhr, Rathausplatz Herne

    Die Jugendorganisationen der Grünen (Grüne Jugend), der SPD (Jusos), der CDU (Junge Union), der Linken (Linksjugend) und der FDP (JuLis) planen anlässlich der Neugründung einer AfD-Jugendorganisation am Sonntag das Herner Versprechen gemeinsam zu unterzeichnen. Ein starkes Zeichen der demokratischen Jugend!

    🤍💚❤️🖤🩷💛
    Das Herner Versprechen gilt. Ohne Ausnahme.
    Mit der Neugründung der AfD-Jugendorganisation an diesem Wochenende erneuern wir als Jugendverbände gemeinsam unsere Haltung:

    – Keine Kooperation mit der AfD
    – ⁠Keine politischen Vorteile aus ihr
    – ⁠Keine Normalisierung von Rechtsextremismus

    Wir stehen geschlossen für eine demokratische, offene und menschenwürdige Gesellschaft und machen deutlich, dass ihre Gegner in Herne keinen Raum gewinnen werden.

    📍 Rathausplatz Herne
    🕑 30.11.2025, 14 Uhr

    Wir erwarten euch. Haltung zeigen ist jetzt Pflicht.
    (Wir freuen uns, dass wir kurzfristig auch die @julisherne für unser Junges Herner Versprechen gewinnen konnten!)

  • SharePic zur Kundgebung "Hernes Töchter werden laut!"

    Hernes Töchter werden laut!

    Für Zusammenhalt und gegen Ausgrenzung:

    Am Samstag findet in der Herner Innenstand (Kugelbrunnen) eine Kundgebung unter dem Motto „Hernes Töchter werden laut – das Stadtbild ist bunt“ statt.

    Das Bündnis Herne begürßt und unterstützt diese Kundgebung und ruft zur Teilenahme auf!

    20251025 Herner Töchter werden laut!
    20251025 Herner Töchter werden laut!
  • SharePic "Keine Bühne den Rassisten"

    Mahnwache Wahlarena

    Die vhs Herne veranstaltet am 27.08.2025, 19:00 – 21:00 Uhr, in Kooperation mit WAZ und Radio Herne die Wahl-Arena in den Flottmann-Hallen. Alle OB-Kandidat:innen sind eingeladen, sich dem Publikum (vor Ort und im Livestream) vorzustellen.

    Auch hier wird der OB-Kandidat der noAfD teilnehmen.

    Damit wird dem Vertreter einer als gesichert rechtsextremistisch eingestuften Partei eine Bühne geboten, was wir als gefährlich ansehen. Die noAfD wird so nur noch weiter normalisiert.

    Mit unserer Mahnwache wollen wir die demokratischen Akteur:innen der Podiumsdiskussion an das „Herner Versprechen“ erinnern und die Besucher:innen der Veranstaltung zur Wahl demokratischer Parteien aufzurufen.

    Da die Aktion sich ausdrücklich nicht gegen die Veranstaltung als solche richtet, wird sie nicht so „krawallig“ wie bei anderen Gelegenheiten ausfallen; die demokratischen Kandidat:innen sollen selbstverständlich die Gelegenheit bekommen, sich störungsfrei dem Publikum vorzustellen.

    Unsere Mahnwache befindet sich vor dem Eingang der Flottmannhallen (Rondell).

    Für eine Teilnahme im Publikum der Podiumsdiskussion ist keine Anmeldung erforderlich. Da nur eine begrenzte Zahl an Plätzen zur Verfügung steht, heißt es, rechtzeitig dort zu sein.
    Einlass 18:30 – 18:55 Uhr.

  • SharePic zur Mahnwache "Das „Herner Versprechen“ – wichtiger denn je!"

    Mahnwache: Das „Herner Versprechen“ – wichtiger denn je!

    Pink gegen Rassismus?

    Der Stadtsportbund Herne hat für den 21.08.2025, 17:30 Uhr, alle OB-Kandidat:innen zu einer sportpolitischen Podiumsdiskussion eingeladen. „Alle“ schließt auch den OB-Kandidaten der noAfD, Daniel Zerbin, ein!

    Damit bietet der Stadtsportbund dem Vertreter einer als gesichert rechtsextremistisch eingestuften Partei eine Bühne, was wir als gefährlich ansehen. Die noAfD wird so nicht „entzaubert“, sondern nur noch weiter normalisiert.

    Wir laden daher zu einer Mahnwache vor der Veranstaltung ein, um die demokratischen Akteur:innen der Podiumsdiskussion an das „Herner Versprechen“ zu erinnern und die Besucher:innen der Veranstaltung zur Wahl demokratischer Parteien aufzurufen.

    Unsere Mahnwache richtet sich allerdings auch an den Stadtsportbund als Veranstalter. Der Stadtsportbund hat als eine der ersten Institutionen im vergangenen Jahr das „Herner Versprechen“ unterzeichnet. „Pink gegen Rassismus“, die Aktionswoche gegen Rassismus im Sport, ist sein absolutes Leuchtturmprojekt. Das passt für uns nicht zusammen mit der Einladung des noAfD-Kandidaten zu dieser Podiumsdiskussion, zumal der Stadtsportbund als Verein nicht an das „Neutralitäts- und Gleichbehandlungsgebot“ gebunden ist: Er muss bei seinen Veranstaltungen keine Parteien berücksichtigen, die dem rechtsextremen und damit undemokratischen Spektrum zuzurechnen sind.

    Wir haben im Vorfeld versucht, mit den Verantwortlichen beim Stadtsportbund hierzu ins Gespräch zu kommen. Eine Antwort steht bis heute leider aus.

    Als deutliches Signal an den Stadtsportbund laden wir euch daher herzlich ein, in pinker Kleidung zu erscheinen, gern mit dem „Pink gegen Rassismus“-Shirt, sofern ihr eins habt!

    Die Aktion richtet sich aber ausdrücklich nicht gegen die Veranstaltung als solche, wird also nicht so „krawallig“ wie bei anderen Gelegenheiten ausfallen; die demokratischen Kandidat:innen sollen selbstverständlich die Gelegenheit bekommen, sich störungsfrei dem Publikum vorzustellen.

    Wir treffen uns ab 16:45 Uhr in dem Zugangsweg zum Veranstaltungsort (Boxring Unser Fritz Schwarz Weiss, Am Freibad 30, Herne – Zugang vom Wananas-Parkplatz aus).

    Wer mag, kann natürlich im Anschluss an unsere Mahnwache auch im Publikum an der Podiumsdiskussion teilnehmen:
    https://www.ssb-herne.de/

  • SharePic zu "Gegen Rassismus in Herne-Süd und überall - Abgesagt"

    Gegen Rassismus in Herne-Süd und überall

    Mit Erschütterung haben wir gestern die Nachricht von dem rassistischen Vorfall in Herne-Süd erfahren. Heute müssen wir erfahren, dass dies sich offensichtlich so nicht zugetragen hat. Wir wissen nicht, was die junge Frau veranlasst hat, ihre ursprüngliche Schilderung abzugeben. Ob es der Schock des Unfalls als solches war oder ob es noch andere Beweggründe gab, sind uns unbekannt.

    Ihre ursprüngliche Schilderung hat sich für uns jedoch in eine Reihe von Vorkommnissen in Herne eingereiht, von denen wir immer wieder Kenntnis erlangen. Die Plausibilität stand daher gestern für uns nicht in Frage.

    Wir wünschen der jungen Frau in Anbetracht des zu erwartenden Shitstorms viel Kraft und Unterstützung.

  • Jörg Höhfeld (Der Schorsch aus Baukau) auf der Bühne

    Rede des Schorsch aus Baukau (Jörg Höhfeld)

    Jörg Höhfeld – Der Schorsch aus Baukau

    Tach, ich bin der Schorsch aus Baukau.

    Ich glaub, ich hab mich vertan. Ich dachte, es ging hier ums Vorsprechen, aber es geht ja ums Versprechen, ums Herner Versprechen. Da kann man mal sehen, was ein Buchstabe ausmacht. Deshalb habe ich mir heute lieber alles auf einen Zettel geschrieben.

    Aber wie immer: Es gilt das gebrochene Wort. Womit wir beim Thema wären.

    Am 13.November 2024 sagte der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz im Deutschen Bundestag: „Wir sollten vereinbaren, dass wir nur Entscheidungen auf die Tagesordnung des Plenums setzen, über die wir uns zuvor mit Ihnen von der SPD und den Grünen in der Sache geeinigt haben, sodass weder bei der Bestimmung der Tagesordnung noch bei den Abstimmungen hier im Haus in der Sache auch nur ein einziges Mal eine zufällige oder tatsächlich herbeigeführte Mehrheit mit denen da zustande kommt.“ Gemeint war die AfD.

    Das war ein Versprechen. Oder doch nur ein Versprecher? Ein einziger Buchstabe macht ja den großen Unterschied. Denn der gleiche Friedrich Merz legte am 23. Januar 2025 einen 5 Punkte Plan zur Migration vor, den er als Antrag in den Bundestag einbringen würde. Und er fügt hinzu: Mir ist es völlig gleichgültig, wer diesen Weg politisch mitgeht. Kompromisse sind zu diesen Themen nicht mehr möglich.“

    Den Rest kennt ihr. Aber zum Thema Kompromisse in einer Demokratie fällt mir dann doch was ein.

    Was passiert, wenn Kompromisse zwischen demokratischen Parteien, die ja Gegner sind und nicht Feinde, nicht mehr möglich sind?

    Dazu gibt es ein interessantes Beispiel aus der deutschen Geschichte. Vor fast 95 Jahren, am 27. März 1930, trat der letzte vom Parlament gewählte Reichskanzler der Weimar Republik, der Sozialdemokrat Hermann Müller zurück. Er führte bis dahin eine Koalition aus SPD, Zentrum, BVP, DVP, DDP, die über 301 von 491 Sitzen im Reichstag verfügte. Die NSDAP hatte 12 Abgeordnete, weil sie zuletzt 2,6% der Stimmen bei der Reichstagswahl bekommen hatte.

    Noch 15 Tage zuvor, am 12. März, war der umstrittene Young-Plan, der die Reparationen nach dem Ersten Weltkrieg regeln sollte, mit der Mehrheit von immerhin 270:192 Stimmen angenommen worden.

    Und kurz darauf zerbrach die Koalition.

    Danach wurden die Reichskanzler vom Reichspräsidenten Hindenburg eingesetzt, nicht mehr vom Reichstag gewählt. Sie hießen Heinrich Brüning (Zentrum). Franz von Papen (Zentrum, parteilos) Kurt von Schleicher und Adolf Hitler (NSDAP).

    Wir fragen uns heute, wie konnte das passieren?

    Die Parteien der demokratischen Mitte waren nicht mehr in der Lage. Kompromisse zu schließen. Es ging um die Unterstützung der Arbeitslosen, um Haushaltslöcher, um Steuererhöhungen. Kommt euch das bekannt vor?

    Die Wochenzeitung Tage-Buch schrieb damals, die DVP gehe allmählich aus der Regierung in die Opposition über. Und die Wirtschaftsverbände beklagten die vollständig verfehlte Wirtschafts- und Finanzpolitik der letzten Jahre. „Kompromisse helfen nicht mehr.“ Kommt euch das bekannt vor?

    Nun wurde immer gesagt, Bonn sei nicht Weimar. Und das stimmte ja auch. Aber wir leben jetzt in der Berliner Republik und sagt man nicht auch: Berlin bleibt Berlin?

    Geschichte wiederholt sich nicht 1:1. Aber vielleicht kann man doch aus ihr lernen. dass den Feinden der Demokratie nach und nach die Tür zur Macht geöffnet wird, wenn die Verteidigerinnen und Verteidiger der Demokratie mehr auf ihre Unterschiede als auf ihre Gemeinsamkeiten schauen.

    Bei den Reichstagswahlen 1930 erhielt die NSDAP 18,3% und 107 Abgeordnete. Brüning regierte weiter mit Notverordnungen und einem rigiden Sparkurs. Es wurde immer mehr gekürzt. Immer weniger investiert. Die Lage wurde immer schlechter, der Ruf nach einem Führer immer lauter. Auf Länderebene gab es die ersten Regierungen von bürgerlichen Parteien mit den Nationalsozialisten. Wie konnte das passieren?

    Die Brandmauer fällt nicht auf einmal. Sie bröckelt Stück für Stück.

    Sie wird einstürzen, wenn nicht alle, die die Demokratie verteidigen, sie immer wieder aufbauen.

    Wenn ein Stein rausfällt, müssen wir ihn zusammen wieder einsetzen: another brick in the wall.

    Deshalb zum Schluss meine Bitte und Aufforderung: Auch wenn es vielleicht im Moment etwas schwerfällt. Lasst den Kontakt mit allen Demokraten, auch den christlichen und freien nicht abreißen. Schubst sie nicht in das Lager der Rechten, die nur darauf warten.

    Lasst und zusammen Freiheit, Demokratie, Menschenrechte und Menschenwürde verteidigen:

    Damit nicht eines Tages unsere Enkelinnen und Urenkel fragen müssen:

    Wie konnte das passieren?

    Bis die Tage.

  • Vertreter:innen der Glaubensgemeinschaften auf der Bühne

    Rede der Glaubensgemeinschaften (Herner Versprechen 2025)

    Arnd Röbbelen (Evangelische Kirche), Hamza Davulcu (Islamische Gemeinde Röhlinghausen) & Ludger Plümpe (Katholische Kirche)

    Arnd Röbbelen (Evangelische Kirche)

    „Leider lehrt unsere Erfahrung, wie schnell es gehen kann“ – „wie schnell es gehen kann, dass Menschlichkeit und Solidarität vergessen werden“.

    Das sagte vor wenigen Wochen der Holocaust-Überlebende Rudolf Popper in einem Interview anlässlich des Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz am 27. Januar.

    Viele der noch lebenden Zeitzeugen äußern sich mittlerweile besorgt und berichten von den Anfängen damals, von der Vorgeschichte. Von dem schleichenden Prozess der moralischen Zersetzung und der Korruption des Rechts.

    Es hat „angefangen mit der Ausgrenzung, mit den Gesetzen zur Entrechtung einer speziellen Gruppe“, sagt Rudolf Popper.

    Viele kleine Schritte, die in Krieg und Völkermord mündeten. Und wenn wir uns das „Nie wieder“ wirklich zur Richtschnur gemacht haben, dann müssen wir diesen Überlebenden genau zuhören, um die Signale wahrzunehmen, die uns anzeigen, dass in dieser Richtung die schiefe Ebene beginnt.

    Unter dem Motto
    „Für alle. Mit Herz und Verstand“ ruft die bundesweite Initiative christlicher Kirchen die Bevölkerung auf, durch aktive Teilnahme an den Wahlen die Demokratie zu stärken. Für uns als glaubende Menschen sehen wir hier eine besondere Verantwortung, die von Gott jedem Menschen gegebene unantastbare Würde jedes Menschen zu wahren und uns unablässig für ihren Erhalt einzusetzen.

    Als weltlicher Begriff hat die Menschenwürde Eingang in den Art. 1 (1) GG gefunden und unterstreicht die Stellung der Menschenwürde als „obersten Wert“ des GG. Art. 1 (1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

    Bemerkenswert: die Menschenwürde ist an keine Voraussetzung gebunden.

    Der Begriff der Menschenwürde ist absolut und ist abstrakt.

    Er muss ausgelegt und in kleine Münze gewechselt werden, damit er praktische Bedeutung gewinnt.

    Er ist nicht selbsterklärend.

    Die jüdisch-christliche Überlieferung kann an den säkularen Begriff der Menschenwürde mit der Rede davon, dass der Mensch zu nicht weniger als zu Gottes Ebenbild geschaffen ist, anknüpfen – nachzulesen in der Schöpfungsgeschichte der Genesis.

    Hamza Davulcu (Islamische Gemeinde Röhlinghausen)

    Der Islam begründet die Menschenwürde mit der besonderen Ehre, die Gott allen Menschen erwiesen hat. So steht es in Sure Al-Isra 17:70.

    Darum ist dem Menschen von allem Anfang an die Würde zu eigen.

    Jeder Mensch ist ein Wesen mit Personalität.

    Geschaffen zur Freiheit, zur Selbstbestimmtheit und gleichzeitig als Wesen, das angewiesen ist auf Fürsorge und Sorge, auf Gemeinschaft.

    Wo die Person zu einer Sache wird, da ist unsere höchste Aufmerksamkeit geboten:

    „Leider lehrt unsere Erfahrung, wie schnell es gehen kann“ – „wie schnell es gehen kann, dass Menschlichkeit und Solidarität vergessen werden“.

    Ludger Plümpe (Katholische Kirche)

    Wo „der Flüchtling“ zur Masse wird, die man durch „Remigration“ entsorgen kann, wo „der Asylant“ als solcher kriminalisiert wird, da geht es schnell, dass Menschlichkeit und Solidarität vergessen werden, dass Menschen ihre Würde abgesprochen wird.

    Das Versprechen, das viele Menschen heute vor genau einem Jahr hier in Herne an dieser Stelle abgegeben haben, muss halten!

    Was können wir als Christinnen und Christen, als Musliminnen und Muslime, als Jüdinnen und Juden hier in Herne heute sagen? Was können wir als Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt tun? Worauf können wir uns in diesen schweren Zeiten stützen?

    Im Glauben an den Gott Abrahams miteinander verbunden, kann unsere Antwort nur eine sein: lasst uns um Gottes Willen füreinander einstehen.

    Für Menschenwürde.

    Für Nächstenliebe.

    Für Vielfalt.

    Für Toleranz.

    Für Zusammenhalt.

  • Vertreter des KAZ Herne e.V. auf der Bühne

    Rede des KAZ Herne (Herner Versprechen 2025)

    Marcel Ifland für das Kulturell-Alternatives Zentrum Herne eV.

    Veranstaltung zum Herner Versprechen / 20-2-2025

     Ein Jahr ist es her.

    Ein Jahr ist es her, dass wir beschlossen haben, ein Versprechen zu geben.

    Das Versprechen, aufeinander zuzugehen, zueinander und miteinander zu stehen und einzustehen für die Werte, die wir vor langer Zeit auf eine Art neu erlernen mussten, die an Grausamkeiten kaum zu überbieten war und ist.

    Wir versprachen, den Schutz der Menschenwürde, der Demokratie und des Rechtsstaats über alles zu stellen und rassistischen, antidemokratischen und verfassungswidrigen Positionen jeder Colour keinerlei Duldung zu schenken.

    Sicher waren damals einige der Meinung, ein derartiges Versprechen sei doch eigentlich unnötig und überflüssig, da all diese Werte und Anstandsregeln doch zur Grundklaviatur einer freien, demokratischen Gesellschaft wie die der Bundesrepublik Deutschlands gehören. Aber jetzt, ein Jahr später, können, sollten und
    MÜSSEN
    wir konstatieren:
    Oh Boy.

    Wie wenig überflüssig ist es doch gewesen, dezent daran zu erinnern, dass die Werte einer freien, demokratischen Grundordnung nur an einer Stelle im politischen und alltäglichen Ränkespiel zu stehen hat, nämlich an erster.

    Was 2024 noch als Drohung und Andeutung, als Damoklesschwert über uns schwebte, ist inzwischen Teil unserer Realität. Der Wertekompass, der seit Ende des Zweiten Weltkriegs unverrückbar zu sein schien, ist ins Schlingern geraten. Machtgier und Populismus, sowie Politik auf dem Rücken Schwächerer ist wichtiger geworden als all das, worauf unsere politische Gesellschaft eigentlich fußt. Warum? Weil es funktioniert.

    Wo sind wir?

    Wir sind an dem Punkt, an dem es kippt. Nicht an dem, an dem es kippen kann. Nein. An dem Punkt, an dem es kippt. An dem Punkt, an dem gesellschaftlich relevante Themen, an dem Grundfragen, an dem die Zukunft behandelt wird wie jeder beliebige Bullshitbeitrag auf Instagram und Tiktok.

    Klick. Klick.

    Klick.

    Polarisierung gleich Reichweite. Reichweite gleich Relevanz, Relevanz gleich Stimmgewinn. Fertig. Wahrheit? Egal! Werte? Egal! Gewissen? Egal!

    Die radikale Vertiktokung der Gesellschaft. Gestern noch auf Ihrem Smartphone, heute schon in Ihrem Bundestag und morgen…. Ach, scheiß auf Morgen. Morgen ist eh alles wieder anders, auch meine Werte von gestern.

    Ist es das?

    Ist es das, was wir wollen?

    Dass die Realität immer mehr zu dem wird, was wir seit Jahren im Netz bestaunen dürfen? Dass alle Schranken der Menschlichkeit, des eigenen Gewissens und dem, was die Kinderstube einst verbot, einfach nur noch hinfällig sind? Von solchen Umständen profitieren nur die, denen Anstand, Menschlichkeit und das eigene Restgewissen – falls vorhanden – immer schon egal waren. Und wir alle wissen, wer das ist und immer schon war. Und wir können doch nicht so blind sein, zu übersehen, wie sehr diese Kräfte von der Richtung profitieren, die unser täglicher Diskurs immer mehr einschlägt. Eine Richtung und ein Diskurs, die diese Kräfte mitbestimmen und mitlenken, während angebliche Demokraten wie Lemminge darauf anspringen und sich mit in die menschlichen Abgründe begeben, in der irrigen Annahme, polemischer Menschenhass sei das Mittel der Wahl dieser Zeit.

    Und so fallen Brandmauern. So fallen Säulen, die diese Demokratie tragen. Und so fällt am Ende die Demokratie selbst. Und Leute wie ich, die sich als Teenager vor 20 Jahren noch gefragt haben, wie das damals passieren konnte, die schauen heute in die Medien, nicken wissend und sagen sich: „Jo. So also.“

    Danke dafür. Danke für diese lehrreiche, wenn auch zynisch-ekelhafte Lektion an all die auf-dem-Papier-Demokraten, die all dies so wunderbar möglich machen. Ich nenne keine Namen (das erledigt der kommende Monat), aber es darf sich angesprochen fühlen, wem dieses angebräunte Cinderellaschühchen passen mag.

    Damit eines klar ist: Ein Versprechen zu geben, heißt, es zu halten. Für Werte einzustehen, heißt, sie zu leben und umzusetzen. Und menschen- und demokratiefeindlichen Kräften keinerlei Duldung zukommen zu lassen und sie in keiner Form zu unterstützen, heißt, genau DIES auch zu tun.

    Ich bekämpfe einen parteigewordenen Gülleberg wie die AfD nicht, indem ich mich von ihr distanziere, aber das gleiche sage wie sie, das gleiche tue wie sie und das gleiche denke wie sie und wer zur Hölle hat jemals geglaubt, dass das Sinn ergeben würde? So dumm kann ich nicht sein.

    Ein Jahr ist es her.

    Ein Jahr ist es her, dass wir beschlossen haben, ein Versprechen zu geben.

    Das Versprechen, aufeinander zu zugehen, zueinander und miteinander zu stehen und einzustehen für die Werte, die wir vor langer Zeit auf eine Art neu erlernen mussten, die an Grausamkeiten kaum zu überbieten war und ist.

    Heute stehen wir wieder hier. Und wir versprechen, den Schutz der Menschenwürde, der Demokratie und des Rechtsstaats über alles zu stellen und rassistischen, antidemokratischen und verfassungswidrigen Positionen jeder Colour keinerlei Duldung zu schenken. Mit allem, was wir sagen, denken und tun.

    Und wenn irgendwer noch immer der Meinung ist, ein derartiges Versprechen sei doch eigentlich unnötig und überflüssig in einer Demokratie wie der unsrigen, dem sei gesagt: Es war nie weniger überflüssig als jetzt.

    Denn jetzt ist der Punkt, an dem es kippt. Und der Punkt, an dem es noch nie so wichtig war, als Gesellschaft zusammen das Gegengewicht zu bilden.

    Und das wird in nächster Zukunft nicht einfacher werden.

  • Vertreter der Schirme gegen Rechts auf der Bühne

    Rede der Schirme gegen Rechts (Herner Versprechen 2025)

    Volker für die Schirme gegen Rechts

    Ihr lieben Menschen,

    ich habe Angst, Angst vor einem russischen Despoten der Krieg und Terror nach Europa gebracht hat.

    Ich habe Angst vor zwei US amerikanischen Wahnsinnigen, die die Vereinigten Staaten entdemokratisieren und herbe mit den Waffen rasseln.

    Ich habe Angst, weil genau diese Kräfte die EkelhAfDten unterstützen, versuchen die Wahlen in unserem Land zu manipulieren.

    Sei es durch massive mediale Manipulation.

    Oder, und bei Putin bin ich mir sicher, durch direkte Aktionen hier, in unserem Land.

    Die EkelhAfDten schüren Ängste durch Lügen, Desinformation, gezielte Manipulation.

    Die grausamen Attentate, die sich vor der Bundestagswahl häuften, werden schamlos auf widerliche Art für brutale Propaganda benutzt.

    Wenn es in großen Betrieben vermehrt zu Sabotage und Attentaten kommt, stellen sich die Sicherheitsbeauftragten eine Frage, um die Täter:innen zu ermitteln: „Wem nützt das?“

    Und auch im Hinblick auf die Unterstützung aus dem Ausland dieser Partei stelle ich diese Frage: „Wem nützen diese Attentate?“

    Eins sei sicher, wer Faschist:innen wählt, wählt Leid und Tod.

    Bei all der Angst, bei all dem, was gerade geschieht, ist das Herner Versprechen, seid ihr, die hier zusammen stehen, ein:e Mutmacher:in.

    Wir müssen uns dem entgegenstellen, mit allem, was wir haben, mit aller Kraft, mit allen Mitteln.

    Auf das sich die Angst, in Widerstand verwandeln wird.

    Trotz alledem.

    Alerta.

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