Kategorie: Stellungnahmen

  • SharePic mit den Features der neuen Webseite

    Unsere neue Website ist online!

    Unsere neue Website ist online!

    Ab sofort findest Du auf buendnis-herne.de eine vollständig überarbeitete Website mit neuen Mitmachmöglichkeiten, einem durchsuchbaren Beitragsarchiv, einer umfangreichen Pressesammlung und vielen weiteren Verbesserungen.

    Wir haben unsere Internetseite nicht nur neu gestaltet, sondern vollständig neu aufgebaut. Sie soll informieren, zum Mitmachen einladen und gleichzeitig die Geschichte unseres Bündnisses dokumentieren.

    Sie ist nicht nur die Internetseite unseres Vereins, sondern zugleich ein digitales Archiv des demokratischen Engagements in Herne seit 2019.

    Das erwartet Dich unter anderem:

    🫶 Haltung zeigen
    Unterstütze unsere Ziele mit einer öffentlichen Unterstützungserklärung und setze gemeinsam mit vielen anderen ein sichtbares Zeichen für Demokratie und Menschenwürde.

    🤝 Einfach mitmachen
    Ob Mitglied werden, als Institution beitreten oder Kontakt aufnehmen – alle Möglichkeiten, sich einzubringen, sind jetzt übersichtlich erreichbar.

    🔎 Umfangreiches Archiv
    Zurzeit findest Du bereits 126 veröffentlichte Beiträge auf unserer Website. Dank der Suchfunktion, einer übersichtlichen Struktur und mit Schlagwörtern lassen sich Informationen schnell wiederfinden.

    📰 190 Presseberichte seit 2019
    Ergänzend haben wir eine Pressesammlung aufgebaut. Sie dokumentiert die Berichterstattung über das Bündnis Herne sowie wichtige Entwicklungen rund um Demokratie, Rechtsextremismus und gesellschaftlichen Zusammenhalt in Herne. Die Originalartikel bleiben dabei selbstverständlich auf den jeweiligen Medienseiten.

    Barriereärmer gestaltet
    Alle Bilder verfügen über aussagekräftige Alternativtexte versehen. Das verbessert sowohl die Zugänglichkeit als auch die Auffindbarkeit der Inhalte.

    📱 Optimiert für alle Geräte
    Ob Smartphone, Tablet oder Computer – die Website passt sich automatisch an und bietet eine übersichtliche Darstellung.

    Die neue Website ist die Grundlage für die weitere Entwicklung des Bündnis Herne. Neue Inhalte und Funktionen werden auch künftig ergänzt.

    👉 Schau vorbei und entdecke die neue Website:
    🌐 buendnis-herne.de

    Wir freuen uns auf Deinen Besuch und auf Dein Feedback.

  • Die noAfD wollte Empörung. Herne entschied sich für Dialog

    Herne entschied sich für Dialog

    Stell dir vor, ihr habt auf der Arbeit eine Abteilungssitzung. Es geht um ein neues Zeiterfassungssystem. Eine Person beginnt plötzlich, über die gestiegenen Preise am Kaffeeautomaten zu sprechen. Sicher auch wichtig – aber nicht das Thema. Die Sitzungsleitung fordert dazu auf, zur Sache zu sprechen. Niemand käme deshalb ernsthaft auf die Idee, von „Zensur“ zu reden.

    Genauso inszenierte sich aber die AfD um ihren Fraktionsvorsitzenden Guido Grützmacher in der Ratssitzung am 19.05.2026.
    Dort ging es um den gemeinsamen Antrag von Grünen und Linken, einen Beirat zur geplanten Zentralen Unterbringungseinrichtung für Geflüchtete (ZUE) einzurichten. In diesem Gremium sollen Politik, Verwaltung, Wohlfahrtsverbände, der AK Flüchtlinge, die Bezirksregierung und selbstverständlich auch Anwohner:innen gemeinsam nach konstruktiven Lösungen suchen.

    Mit kleinen Änderungen stimmten alle Fraktionen dem Antrag zu – lediglich die AfD stimmte geschlossen dagegen.
    Dabei hatte sich die AfD in den vergangenen Wochen immer wieder als „Anwalt der Anwohner:innen“ präsentiert. Umso deutlicher zeigt ihre Ablehnung des Dialogforums: Es geht ihr nicht um sachlichen Austausch oder Lösungen, sondern vor allem um Stimmungsmache, in diesem Fall gegen Schutzsuchende.

    Auch Guido Grützmachers Redebeitrag machte das deutlich. Statt über das geplante Dialogforum zu sprechen, dozierte er über „Ausländerkriminalität“. Trotz mehrfacher Ermahnungen durch den Oberbürgermeister blieb er bei diesem Thema und stilisierte sich anschließend als Opfer angeblicher „Zensur“.
    Tatsächlich hatte seine Rede mit dem eigentlichen Antrag schlicht nichts zu tun. Sein Rederecht hat er nur genutzt, um gegen zukünftige Bewohner:innen der Unterkunft zu hetzen. Die unwürdige Inszenierung seiner Opferrolle ist ihm dabei nicht einmal besonders gut gelungen.
    Die AfD hat damit erneut gezeigt, dass konstruktive Lösungen mit ihr nicht zu realisieren sind und sie kein ehrliches Interesse an den Sorgen und Nöten der Anwohner:innen hat – und ebenso wenig an demokratischen Prozessen.

    Das Bündnis Herne begrüßt ausdrücklich den Vorstoß von Grünen und Linken zu einem sachlichen und konsensbasierten Gremium sowie die große Geschlossenheit der demokratischen Fraktionen gegen die unwürdige Hetzerei der AfD: Allesamt grenzten sie sich klar gegen die unwürdige Hetzerei der AfD ab.

    Das entspricht im besten Sinne dem Geist des „Herner Versprechens“!

    Das „Herner Versprechen“ kann übrigens hier unterschrieben werden: 
    https://herner-versprechen.de/

    Die Diskussion über den Antrag kann man sich noch bis zur nächsten Ratssitzung hier anschauen:
    https://www.herne.de/Rathaus/Politik/Rats-TV/
     (ab 2:36:45)

  • SharePic zum Statement "Kommunalwahl 2025"

    Kommunalwahl 2025

    Nach der Kommunalwahl: Für ein positives, lösungsorientiertes und solidarisches Miteinander!

    Wir sind erleichtert, dass die demokratischen Kräfte in Herne auch weiterhin ein deutliches Übergewicht haben. Das Abschneiden der AfD hingegen kann nur als Weckruf verstanden werden, in den kommenden Jahren noch mehr auf konstruktive Zusammenarbeit, Gemeinschaftssinn und Solidarität innerhalb der Gesellschaft zu wirken.
    Die Strategie, der AfD-Propaganda hinterherzulaufen, ist sowohl auf kommunaler als auch auf Bundesebene krachend gescheitert. Jeder Populismus bekräftigt nur die Angst- und Erregungskampagnen der AfD. Mit Angst und Stimmungsmache schafft es die AfD, die sozialen Medien zu dominieren und somit eine Wählerschaft zu erreichen.

    Die Kehrseite hiervon zeigt sich deutlich bei der
    Herner Trümmer-AfD: Angst und Erregung schaffen Klickzahlen im Internet, motivieren aber offenbar niemanden, Verantwortung zu übernehmen.
    Wie peinlich ist es bitte, gewonnene Ratssitze nicht besetzen zu können? Die Herner AfD hat es nicht einmal geschafft, einen aus Herne stammenden OB-Kandidaten zu nominieren, sondern war hier auf externe Hilfe angewiesen:
    Einen unglaubwürdigen OB-Kandidaten noch dazu, der mit seiner Ratskandidatur in Münster klargemacht hat, sich nicht wirklich für Herne zu interessieren.

    Für die Ratsarbeit sehen wir große Herausforderungen in den kommenden Jahren. Ohne dass der Landesverband der AfD die Anträge vorgeschrieben hat, hat es die Herner AfD bisher nicht geschafft, etwas halbwegs Fehlerfreies in den Rat einzubringen. Über die Arbeit der AfD in den Ausschüssen lässt sich nichts sagen, da sie nach unserem Kenntnisstand schlichtweg nicht stattgefunden hat.

    In einem Punkt hat sich die AfD Herne bisher jedoch als sehr verlässlich erwiesen:
    Beim anstehenden Pöstchengeschachere hat sich die Partei noch jedes Mal heillos zerstritten. Wir dürfen gespannt sein, wie viele Abspaltungen der AfD unsere Stadt und der Rat dieses Mal ertragen müssen. Hatten wir schon erwähnt, dass
    Angst und Stimmungsmache keine Basis für eine Zusammenarbeit darstellen?

    Wir als Bündnis Herne werden bei Politik und Zivilgesellschaft für ein
    positives, lösungsorientiertes und solidarisches Miteinander eintreten,
    um der AfD ihren Gärboden zu entziehen.

    Das Herner Versprechen:

    „Wir wollen uns für ein Miteinander der Kulturen und Religionen engagieren und uns dadurch auf das besinnen, was Herne und das Ruhrgebiet so stark gemacht hat. Wir wollen gemeinsam die Herausforderungen meistern, die uns zu spalten drohen – denn wir als Herner Stadtgesellschaft, als weltoffene Menschen im Ruhrgebiet, sind unteilbar!“

  • SharePic zu "Unser Statement zur Mahnwache Wahlarena"

    Unser Statement zur Mahnwache Wahlarena

    Kommunalwahl 2025

    Cordula Vordenbäumen auf der Kundgebung Bündnis Herne "Mahnwache Wahlarena"
    Cordula Vordenbäumen auf der Kundgebung Bündnis Herne „Mahnwache Wahlarena“

    „Mit Rassisten diskutieren, das ist, wie mit einer Taube Schach spielen: Egal, wie gut du bist, egal, wie sehr du dich anstrengst – am Ende wird die Taube aufs Spielfeld kacken, alles umschmeißen und umherstolzieren, als hätte sie gewonnen.“

    Dieses Zitat wird Eric Cantona zugeschrieben, einem bekannten ehemaligen französischen Fußballspieler.

    Was bei Cantona lustig klingt, trifft aber ganz gut unsere Befürchtungen, wenn Vertreter:innen der AfD zu Veranstaltungen wie der Podiumsdiskussion heute Abend eingeladen werden: Sie bekommen eine Bühne, können ihre Fehlinformationen, Hetze und Lügen verbreiten und sich hinterher in der allgemeinen Aufmerksamkeit sonnen. Veranstaltungen wie die Wahlarena tragen zur Normalisierung der AfD bei. Die AfD ist aber eben keine normale Partei. Und sie wird so auch nicht „entzaubert“. Es mag vereinzelt Menschen geben, die AfD-Vertreter:innen argumentativ in die Ecke drängen können. Die Forderung, die AfD inhaltlich zu stellen, wird allerdings nach meiner Erfahrung gerade von solchen Menschen am lautesten erhoben, denen ich es am wenigsten zutraue.

    Der Oberbürgermeisterkandidat Daniel Zerbin ist der Vertreter einer als gesichert rechtsextremistisch eingestuften Partei. Er konnte bereits vergangenen Woche in der Podiumsdiskussion beim Stadtsportbund die Ideologie der AfD auf die Bühne bringen. Beispielsweise vertrat er dort die Meinung, für den Sport in Herne sei zu wenig Geld da, weil zu viel Geld für Geflüchtete ausgegeben werde. Damit tut er, was die AfD immer tut: Menschen und Themen, die finanziell nicht so gut ausgestattet sind, gegeneinander ausspielen und Sündenböcke präsentieren – das ist ausgesprochen schäbig. Zumal die Höhe der Zahlungen an Geflüchtete gar nicht in der Kommune festgelegt wird; über die Gesetze dazu wird auf ganz anderen politischen Ebenen entschieden.

    Aber konstruktive Lösungen für komplexe Probleme hatte diese Partei ja noch nie im Angebot.

    Was diese Partei anbietet, ist eine rückwärtsgewandte Ideologie, nach der es am besten wieder so sein soll, wie es letztlich noch nie war.

    Was sie außerdem zu bieten hat: Hass, Häme, Unterstellungen und Verfremdung von Fakten.

    Wer – wie Daniel Zerbin im September vergangenen Jahres – politische Mitbewerber:innen und Erzieher:innen in öffentlichen Reden im Landtag pauschal in die Nähe von Pädophilen stellt, gehört einfach auf keine Bühne.

    Da ist es dann besonders bizarr, dass sich genau dieser Daniel Zerbin auf seiner Wahlkampftour mit dem ehemaligen Boxer Tobias Voss umgibt. Tobias Voss wurde 2019 wegen der Vergewaltigung einer 15-Jährigen und anderer Gewaltdelikte zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Auf seinen Videokanälen verbreitet besagter Tobias Voss Umsturzphantasien. Am vergangenen Wochenende ist er in Herne mit mehreren befreundeten Antifaschist:innen aneinander geraten, eine Person hat den Vorfall durch die Polizei dokumentieren lassen*.

    Ich möchte in einer freien Gesellschaft leben, in der jede und jeder willkommen ist – unabhängig von Hautfarben, Religionszugehörigkeiten und sozialer Herkunft. Ich möchte in einer Gesellschaft leben, in der sich queere Menschen nicht verstecken müssen, sondern offen zeigen können, wer sie sind und wen sie lieben.

    Ich möchte in einer solidarischen Gesellschaft leben, die verbindet, statt zu spalten.

    Das wäre mit der AfD wohl kaum zu machen.

    Wir hatten vor gut einer Woche den ehemaligen NRW-Justizminister
    Thomas Kutschaty zu Gast.

    Er hat sehr eindringlich und mit guten Argumenten über ein mögliches
    Parteiverbotsverfahren gesprochen und mit Beispielen belegt, dass
    die AfD die Kriterien dafür erfüllt:

    1. Die Verfassungsfeindlichkeit.
    2. Die Bestrebungen, die freiheitlich-demokratische Grundordnung zu beseitigen oder zumindest einzuschränken.
    3. Das Potenzial, an die Macht zu kommen oder zumindest an der Macht zu kratzen.

    Kutschaty hat auch die zwei Hauptargumente gegen ein Verbotsverfahren benannt:

    Da ist zum einen die so genannte Repräsentationslücke: Welcher Partei werden sich die 20 bis 30 % Menschen zuwenden, die bisher die AfD gewählt haben? Ein Parteiverbotsverfahren hat aber nicht die Funktion, politische Bildungsarbeit zu leisten, sondern die Demokratie zu schützen.

    Um das Problem der Repräsentationslücke muss sich daher nicht das Bundesverfassungsgericht kümmern. Hier sind die demokratischen Parteien in der Pflicht. Sie müssen eine Politik machen, die die Menschen nachvollziehen können, auch wenn sie von einzelnen Entscheidungen vielleicht nicht profitieren. Sie müssen immer und überall Demokratie mit Leben füllen, auch wenn das oft mühselig ist – dazu gehört für mich auch ganz klar, dass unter Demokrat:innen die Regeln eines respektvollen Umgangs miteinander eingehalten werden. Alles andere ist unglaubwürdig.

    Zum anderen haben Skeptiker die Befürchtung,
    dass das Verbotsverfahren scheitert und die AfD dadurch erst recht Auftrieb bekommt.

    Wir teilen Kutschatys Auffassung: Das Risiko des Nicht-Handelns ist bedeutend größer!

    Es ist an der Zeit, dass der Staat Handlungsstärke gegen die Demokratiefeinde zeigt und endlich das Verbotsverfahren auf den Weg bringt. Wenn wir noch länger warten, werden wir bald nicht mehr die Möglichkeit dazu haben.

    Abschließend noch kurz ein Wort zur Rolle der Zivilgesellschaft – was können wir tun?

    Es gibt ein Zitat des Schriftstellers Erich Kästner, dessen Bücher die Nationalsozialisten öffentlich verbrannt haben:

    „Man darf nicht warten, bis der Freiheitskampf Landesverrat genannt wird. Man darf nicht warten, bis aus dem Schneeball eine Lawine geworden ist.“

    Ich würde sagen, der Schneeball ist aktuell schon ziemlich groß, aber noch ist es nicht zu spät.

    Wir können demonstrieren und laut sein, wir können Petitionen unterschreiben. Und wir können auf die Vertreter:innen der demokratischen Parteien einwirken, sich für das Verbotsverfahren einzusetzen.

    Von den im Bundestag vertretenen Parteien ziert sich inzwischen nur noch die CDU/CSU.

    Nehmt also gern mit dem Herner Kreisverband der CDU Kontakt auf, damit er sich innerhalb der Bundespartei aktiv für das Verbotsverfahren einsetzt.

    Bleibt stark und vor allem: bleibt solidarisch!

    Alerta!

    *Update 28.08.2025: Im ursprünglichen Text hieß es, es wurde Anzeige erstattet. Dies ist jedoch nicht geschehen. Die Polizei hat lediglich die Personalien aufgenommen. Wir bitten diesen Fehler zu entschuldigen.

    Foto des Banners "Das Herner Versprechen" auf der Mahnwache "Wahlarena 2025"
  • SharePic zum Statement zum Umgang mit der AfD

    Statement zum Umgang mit der AfD

    Vorgetragen im Rahmen unserer Mahnwache gegen die AfD-Beteiligung an der Podiumsdiskussion des Stadtsportbundes

    Heute nimmt der Oberbürgermeisterkandidat der AfD an der sportpolitischen Podiumsdiskussion des Stadtsportbundes teil.

    Die AfD hat bisher noch jede dieser Gelegenheiten genutzt, um Fehlinformationen zu verbreiten, zu hetzen und zu lügen. Das tut sie natürlich sowieso, man sollte ihr dafür aber nicht auch noch eine Bühne bieten!

    Wir rufen daher dazu auf, der AfD die kalte Schulter zu zeigen und sie nicht zu Diskussionsrunden einzuladen.

    Die AfD wird so nicht „entzaubert“, sondern sie wird normalisiert. Und sie ist keine normale Partei.
    Sie ist eine Partei, die vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft wird. Ihre verfassungsfeindlichen Ziele sind klar dokumentiert, zuletzt durch das umfassende Gutachten des Verfassungsschutzes.

    Die AfD gibt sich gern – auch im Herner Kommunalwahlkampf – als Vertreterin der weniger gut gestellten Menschen. Ihr Abstimmungsverhalten im Bundestag vermittelt aber einen ganz anderen Eindruck: Sie hat dort zahlreiche Vorschläge abgelehnt, die soziale Verbesserungen oder Entlastungen für breite Bevölkerungsschichten zum Ziel hatten.

    Befürwortet hat sie auf Bundesebene hingegen Vorschläge, die Besserverdienende entlasten, das Arbeitslosengeld I abschaffen und das Rentenalter erhöhen würden. Das Abstimmungsverhalten der AfD auf Bundesebene steht absolut im Widerspruch zu den Interessen von Geringverdiener:innen, Rentner:innen und sozial Schwächeren.

    Wer als gering- oder mittelgut verdienender Mensch glaubt, finanziell besser dazustehen, wenn die AfD nur endlich regiert, wird irgendwann ziemlich überrascht und betreten aus der Wäsche gucken. Er oder sie wird dann nämlich feststellen, dass die AfD Politik vor allem für die Besserverdienenden macht.

    Ich weiß, dass wir hier über die Kommunalwahlen und nicht etwa über die Bundestagswahlen sprechen.
    Allerdings hat die AfD in Herne in den letzten Jahren inhaltlich wenig Konstruktives zur Kommunalpolitik beigetragen. So bleibt mir gar nichts anderes übrig, als auf die Bundespolitik zu schauen, um einzuordnen, in welchem politischen Umfeld die Partei sich bewegt.

    Der AfD selbst scheint die Abgrenzung der Kompetenzen zwischen den verschiedenen politischen Ebenen nicht ganz klar zu sein: über manche ihrer Forderungen wird auf Landes- bzw. Bundesebene entschieden, nicht in der Kommune. Für den aktuellen Wahlkampf sind diese Themen völlig irrelevant.

    Das heißt, die
    Herner AfD „glänzt“ nicht nur durch Fehlinformationen, Hetzerei und Lügen, sondern auch noch
    durch Inkompetenz.

    Ich sage es deshalb ganz deutlich: Die AfD ist keine Alternative, die AfD ist unser Untergang!

    Wir lassen uns die Errungenschaften unserer freiheitlichen, toleranten und vielfältigen Gesellschaft nicht kaputtmachen von der vorgestrigen menschenverachtenden Ideologie der AfD.

    Wir lassen uns nicht spalten.

    Wir sind unteilbar!

    Deshalb: AfD Nee!

  • SharePic zu "Offener Brief an den Stadtsportbund Herne"

    Offener Brief an den Stadtsportbund Herne

    Vorgetragen im Rahmen unserer Mahnwache gegen die AfD-Beteiligung an der Podiumsdiskussion des Stadtsportbundes

    Lieber Stadtsportbund,

    oder vielmehr: lieber geschäftsführender Vorstand des Stadtsportbundes, wir stehen heute auch euretwegen hier.

    Ich möchte es gleich zu Anfang betonen: Wir richten uns ausdrücklich nicht gegen eure Veranstaltung, denn wir begrüßen diesen Beitrag zur Debattenkultur.

    Und diese Mahnwache ist auch keine Demonstration gegen den Stadtsportbund, wie uns Jascha Hoppe von der Jungen Union Herne gestern öffentlich unterstellt hat. Das Gegenteil ist richtig, das konnte man unserem Aufruf auch entnehmen, sofern man ihn denn gelesen hat.

    Wir wollen mit unserer Mahnwache das „Herner Versprechen“ in Erinnerung rufen und vor einem naiven, unbedachten Umgang mit der AfD warnen. Wir möchten euch daran erinnern, dass ihr das „Herner Versprechen“ im vergangenen Jahr als eine der ersten Institutionen unterschrieben habt!

    Dort heißt es:

    „Wir Unterzeichnenden versprechen, den Kampf um den Schutz der Menschenwürde, der Demokratie und des Rechtsstaats entschlossen weiterzuführen. Freiheitlich-demokratische Werte müssen immer wieder neu verteidigt werden.
    Aus diesem Grund wird es von allen Unterzeichnenden dieses Versprechens niemals eine wie auch immer geartete Kooperation mit rechtsextremistischen Akteur:innen, wie aktuell der AfD, geben. Wir werden keine Vorteile aus der stillen Duldung menschenverachtender Positionen ziehen und auch dann standfest sein, wenn uns extremistische Akteur:innen Vorteile zum Durchsetzen ihrer Agenda versprechen.“

    Wir verstehen eine Einladung von Kandidat:innen der AfD zu einer Podiumsdiskussion durchaus als stille Duldung im Sinne des „Herner Versprechens“, denn das bietet ihnen eine Bühne für die Verbreitung ihrer menschenverachtenden und hetzerischen Agenda. Es trägt zu einer Normalisierung der AfD bei.

    Und es passt aus unserer Sicht auch nicht zu eurem absoluten Leuchtturmprojekt „Pink gegen Rassismus“, wenn ihr eine Partei einladet, die mit ihrer völkischen Ideologie die Menschenwürde mit Füßen tritt. Das ist ein Schlag ins Gesicht all der engagierten Menschen in den Herner Sportvereinen, die sich tagtäglich gegen Ausgrenzung und für Integration engagieren.

    Wir waren uns zunächst nicht sicher, ob eure Einladung wirklich allen OB-Kandidierenden galt. Daher haben wir euch Anfang August schriftlich unsere Bedenken mitgeteilt und euch zu einem Austausch über den Umgang mit der AfD eingeladen. Eine Antwort haben wir zunächst nicht bekommen – was ja irgendwie auch eine Antwort ist. Stattdessen wurde uns die Einladung der AfD in der vergangenen Woche auf anderem Weg bestätigt: durch Telefonate mit Journalisten im Rahmen einer
    WAZ-Recherche. In dem daraus entstandenen Artikel wurde der Vorsitzende des Stadtsportbundes Herne zitiert mit den Worten „Es gibt Leute, die sehen nur schwarz und weiß.“ Damit waren wir gemeint.

    Lieber Herr Karpinski: Das tut schon ein bisschen weh, weil wir uns eigentlich immer sehr um Differenzierung bemühen und immer erst den Weg des Austauschs suchen, statt direkt öffentlich in die Konfrontation zu gehen.

    Mit unserer Auffassung sind wir übrigens in guter Gesellschaft: Euer Mutterverband, der
    Landessportbund, hat für sich die Einladung von Repräsentant:innen der AfD ausgeschlossen und empfiehlt dies auch den Mitgliederorganisationen.

    Der Vorsitzende des Stadtsportbundes Herne sieht hier aber gar keinen Widerspruch zum Landessportbund, schließlich sei ja nicht die Partei eingeladen, sondern der OB-Kandidat. Sorry, aber das ist dann doch etwas albern. Der OB-Kandidat tritt für seine Partei an und nimmt insofern selbstverständlich als ihr Repräsentant an der Podiumsdiskussion teil! Es macht auch nicht den Eindruck, als sei der Stadtsportbund wirklich gut auf die Diskussion mit dem AfD-Kandidaten vorbereitet. Das belegt schon allein die Aussage von Herrn Karpinski, der Verfassungsschutz habe die Einstufung der AfD als gesichert rechtsextreme Partei zurückgenommen.

    Nein, Herr Karpinski, hat er nicht.

    Das Bundesamt für Verfassungsschutz hat lediglich eine „Stillhaltezusage“ abgegeben. Das bedeutet, dass es die öffentliche Bezeichnung der AfD als „gesichert rechtsextremistische Bestrebung“ vorerst aussetzt, bis das Verwaltungsgericht Köln über einen Eilantrag der AfD entschieden hat. Die Belege im Gutachten des Verfassungsschutzes haben dadurch rein gar nichts an ihrer Bedeutung verloren!

    Vorgestern haben wir von euch dann doch noch einen Terminvorschlag für einen Austausch bekommen – spät, aber immerhin.

    Das „Herner Versprechen“ bedeutet für uns auch, mit allen demokratischen Kräften in Herne im Gespräch zu bleiben, um gemeinsam das zu schützen und zu verteidigen, was unsere Gesellschaft ausmacht:

    Offenheit, Vielfalt, Respekt, Toleranz.

    In diesem Sinne: Wir sind gespannt auf den Austausch mit euch!

    P.S.: Ein Gruß geht an dieser Stelle raus an Jascha Hoppe. Vielleicht magst auch du dich mal konstruktiv mit uns darüber austauschen, wie wir die Demokratie in Herne gemeinsam verteidigen können, statt Unterstellungen über uns zu verbreiten.

    Du bist uns herzlich willkommen!

  • Neugewählter Vorstand des Bündnis Herne am 20.05.2025

    Organisieren für Vielfalt und als Verein

    Mitgliederversammlung am 20.05.2025

    Zwei Jahre ist es her, dass aus der Initiative „Bündnis Herne“ der Verein „Bündnis Herne – Mitmachen. Mitreden. Miteinander. e. V.“ wurde. Die erste Mitgliederversammlung im letzten Jahr war aufregend, da der Verein auf sein erstes Jahr zurückschauen konnte. Die diesjährige Mitgliederversammlung am 20.05.2025 brachte die turnusmäßige Neuwahl des Vorstands mit sich. Aus der Vorstandswahl gingen Markus Vordenbäumen als Vorsitzender und Fabian May als stellvertretender Vorsitzender hervor. Cordula Vordenbäumen wurde als Vorstand Finanzen bestätigt und Laura Paweletz als Vorstand Kommunikation neugewählt. Ergänzt wird der Vorstand durch die bisherigen Beisitzerinnen Melanie Jansen und Jessica El Haddari sowie Havle Nazik.Der neue Vorstand ist bunt gemischt aus alten und neuen Gesichtern – so wie die Mitglieder auch: mit Freude berichtet der Verein, dass die Mitgliederzahl weiter wächst. Viele Neumitglieder waren jeweils im Februar 2024 und 2025 zu begrüßen, als das „Herner Versprechen“ vor dem Rathaus unsere Stadt unterzeichnet und ein Jahr später dessen Geburtstag gefeiert wurde. Der Vorsitzende Markus Vordenbäumen rekapitulierte „Das Herner Versprechen, also dass alle demokratischen Parteien, die im Stadtrat vertreten sind, gemeinschaftlich einen Ausschluss der Zusammenarbeit mit der AfD unterschreiben, ist deutschlandweit immer noch einzigartig“.

    Der Rückblick auf das vergangene Jahr zeigt eine Vielzahl von Veranstaltungen in Form von Demonstrationen, Workshops, Infoständen und Vernetzungstreffen. Das Bündnis Herne möchte aber nicht zu viel in der Vergangenheit schwelgen. Der spannende Teil der Mitgliederversammlung war daher der Austausch über anstehende Formate und die Möglichkeit, sich mit den anwesenden Mitgliedern auszutauschen. Auch zukünftig wird der Verein vierteljährlich offene Bündnistreffen veranstalten, um auch Nicht-Mitgliedern die Möglichkeit zur aktiven Mitarbeit zu eröffnen. Interessierte können sich unter info@buendnis-herne.de an den Verein wenden, um zukünftige Informationen zu erhalten.

  • SharePic zum Statement zur „Kleinen Anfrage“ der CDU

    Statement zur „Kleinen Anfrage“ der CDU

    Die „Kleine Anfrage“ der CDU-Bundestagsfraktion vom 24.02.2025 zur Finanzierung von Vereinen aus Bundesmitteln hat große Aufregung verursacht, und das zu Recht!

    Auch der Bündnis Herne e. V. bekommt einzelne Projekte aus dem Bundesprogramm „Demokratie leben!“ finanziert, das Finanzamt hat dem Verein die Gemeinnützigkeit bescheinigt. Dieser Angriff auf die Meinungsfreiheit und zivilgesellschaftliches Engagement für die Demokratie betrifft insofern auch uns!

    Die „Kleine Anfrage“ erweckt den Eindruck, dass Steuergelder in großem Umfang zweckentfremdet genutzt werden und keiner Kontrolle unterliegen.

    Die AfD und andere Akteur:innen im rechtsradikalen Spektrum verbreiten schon lange den Narrativ, Kundgebungen und Kampagnen gegen ihre undemokratischen Tendenzen würden von „der Regierung“ (also der „Ampel“) finanziert, um sie als politische Wettbewerber:innen kleinzuhalten. Darin enthalten ist die Unterstellung eines „tiefen Staates“ („deep state“). Die Bundes-CDU springt mit ihrer „Kleinen Anfrage“, in der von einer „Schattenstruktur“ die Rede ist, ohne Not auf diesen AfD-Zug auf.

    Dass diese Unterstellung falsch ist, wissen wir aus eigener Erfahrung:

    Wenn der Bündnis Herne e. V. ein Projekt über das Programm „Demokratie leben!“ finanzieren möchte, durchlaufen wir einen arbeitsintensiven Prozess aus Projektantrag, Prüfung, Bewilligung und einem abschließenden Sachbericht inkl. Verwendungsnachweis, selbst die Bezahlung der Rechnungen müssen wir belegen.

    Die Bewilligung des Projektantrages ist an Bedingungen geknüpft, die sich aus der entsprechenden Förderrichtlinie des zuständigen Bundesfamilienministeriums ergeben. Die Förderung von Projekten, die sich gegen eine einzelne Partei richten, ist ausdrücklich ausgeschlossen. So mussten wir z. B. unsere Kundgebungen zum „Herner Versprechen“ aus eigenen Mitteln bzw. Spenden finanzieren, da sie ganz konkret gegen die AfD gerichtet waren.

    Die Auswahl an Organisationen, die laut der „Kleinen Anfrage“ überprüft werden sollen, zeigt: Es wird mit zweierlei Maß gemessen, denn es wird nur nach Organisationen gefragt, die die CDU offenbar als „links der Mitte“ wahrnimmt.

    Die „Kleine Anfrage“ wirkt daher wie ein Rachefeldzug gegen diejenigen, die es gewagt haben, die undemokratischen Tendenzen der CDU in der letzten Zeit aufzuzeigen. Statt sich inhaltlich mit der Kritik an den Abstimmungen im Bundestag Ende Januar auseinanderzusetzen, argumentiert die CDU jetzt plötzlich mit dem Gebot der politischen Neutralität für Organisationen, die aus Steuergeldern finanziert werden.

    Dieses Gebot gibt es nicht: Auch Organisationen, die aus Steuergeldern finanziert werden und deren Gemeinnützigkeit anerkannt ist, dürfen sich im Rahmen ihres Satzungszwecks sehr wohl zu tagespolitischen Themen äußern. Ausgeschlossen ist lediglich die Förderung von Organisationen bzw. Projekten, die sich gezielt gegen eine einzelne Partei richten.

    Im Übrigen war der CDU die „politische Neutralität“ derselben Organisationen so lange egal, wie diese gegen die AfD mobilisiert haben. Da hat sich die CDU sogar hier und da gern dazugesellt, um zu zeigen: „Wir sind nicht rechts, wir sind konservativ.“

    Wir erinnern uns an die Proteste der Bauernverbände im Januar 2024: Massenweise fuhren Bauern mit ihren Traktoren nach Berlin fuhren, um gegen die Abschaffung von Steuererleichterungen zu demonstrieren. Kein Aufschrei bei der CDU gegen die missbräuchliche Nutzung des aus Steuermitteln subventionierten Diesels, der ausschließlich für die landwirtschaftlichen Tätigkeiten der Bauern gedacht ist – aber die Proteste richteten sich ja auch gegen die ungeliebte „Ampel“.

    2024 hatten Bauernverbände zu einem Protest gegen den „Politischen Aschermittwoch“ der Grünen in Biberach aufgerufen. Aufgrund der Krawalle aus diesem Protest heraus musste die Veranstaltung aus Sicherheitsgründen abgesagt werden. Auch in diesem Fall gab es keine Forderungen aus der CDU, die Förderfähigkeit der beteiligten Verbände zu überprüfen. Die Ausschreitung richteten sich ja „nur“ gegen die Grünen.

    In der „Kleinen Anfrage“ wird u. a. nach Förderungen der aufgeführten Organisationen durch verschiedene parteinahe Stiftungen gefragt. Die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung wird nicht genannt. Warum nicht? Fast schon witzig ist die Erwähnung der Erasmus-Desiderius-Stiftung – sie ist AfD-nah und finanziert ganz sicher keine „linke Agenda“.

    Im Übrigen greift die CDU hier erneut ein Vorgehen der AfD auf, die bereits seit längerer Zeit AfD-kritische Vereine an die örtlichen Finanzämter meldet, mit dem Ziel, ihnen die Gemeinnützigkeit abzuerkennen. Auch im europäischen Parlament läuft gerade eine Kampagne gegen europäische Zivilgesellschaft. Parallel läuft übrigens im Europaparlament eine von der Europäischen Volkspartei (EVP) angezettelte Diskussion zur Finanzierung von NGOs, die sich dem Umwelt- und Artenschutz widmen, aus EU-Fördertöpfen. Dabei machen die Konservativen gemeinsame Sache mit den rechten und rechtsextremen Fraktionen. Ganz vorne mit dabei sind deutsche Abgeordnete von CDU und CSU.

    Ihr Ziel: NGOs, die sich für Umwelt- und Klimaschutz einsetzen, sollen die EU-Fördermittel nicht mehr für die Interessensvertretung gegenüber den EU-Institutionen nutzen dürfen und sogar bereits erhaltene Mittel zurückzahlen. Denn damit Umwelt-NGOs überhaupt gegen die finanzstarken Lobbyisten-Schwärme von Industrie und Wirtschaft ankommen, brauchen sie Unterstützung.

    Die „Kleine Anfrage“ setzt somit auf parlamentarischem Weg die beleidigte Hetzerei von Friedrich Merz fort, der kurz vor der Bundestagswahl bei einer Veranstaltung der CDU/CSU all diejenigen, die gegen die CDU demonstriert haben, als „grüne und linke Spinner“ bezeichnete, die „nicht mehr alle Tassen im Schrank“ hätten. Seine Aussage, unter ihm würde wieder Politik für die Mehrheit der Bevölkerung gemacht, war sehr nah dran am AfD-Slogan „Wir holen uns unser Land zurück“.

    Die „Kleine Anfrage“ delegitimiert zivilgesellschaftliches Engagement und bewirkt eine Verstärkung der Hetze gegen Initiativen, Vereine und engagierte Einzelpersonen.

    Wie schon im Zusammenhang mit den Abstimmungen im Bundestag Ende Januar hat sich die Herner CDU hinter den Kurs ihrer Bundespartei gestellt.

    Die Aussagen des Kreisvorsitzenden Christoph Bußmann in der WAZ vom 03.03.2025 werfen Fragen auf:

    „Grundsätzlich sollten Förderungen vom Bund überprüft werden, ob die Steuergelder vernünftig und zielorientiert verwendet wurden. Sollten sie zweckentfremdet werden, gehören sie überprüft, unabhängig von der Ausrichtung der NGOs.“ Hielten sich die Organisationen an den Förderzweck, hätten sie auch nichts zu befürchten.

    Christoph Bußmann versucht hier offenbar, sich neutral zu geben und weder zivilgesellschaftlichen Organisationen wie dem Bündnis Herne e. V. noch der eigenen Partei auf die Füße treten. Mit seiner Aussage bedient er jedoch das gleiche Bild wie die „Kleine Anfrage“, die Förderung gemeinnütziger und anderer Organisationen unterläge bisher keiner Kontrolle.

    Wir unterstellen ihm keine böse Absicht, seine Äußerung resultiert eher aus Unkenntnis über Förderprogramme und -strukturen. Das ist dennoch ärgerlich, denn der Inhalt der „Kleinen Anfrage“ war bereits Thema in dem Meinungsaustausch, zu dem sich der Kreisvorsitzende der CDU und seine Stellvertreterin Bettina Szelag erst kürzlich mit dem Vorstand des Bündnis Herne e. V. getroffen haben. Wir hätten daher eigentlich erwartet, dass Christoph Bußmann uns (oder jemand anders, der sich damit auskennt) vor dem Statement gegenüber der WAZ kontaktiert.

    Wie wäre es stattdessen mit einem wertschätzenden Plädoyer für zivilgesellschaftliches, ehrenamtliches Engagement für die Demokratie gewesen? Das hätte der Herner CDU, die ja auch das „Herner Versprechen“ unterzeichnet hat, gut zu Gesicht gestanden.

    In Abgrenzung zum Statement seines Gelsenkirchener Parteikollegen Sascha Kurth, der gegenüber der WAZ die scharfe Tonlage der „Kleinen Anfrage“ aufgriff, sagte Christoph Bußmann:

    „Ich bin nicht Herr Kurth. In Herne gab es solche Fälle nicht. Ich würde auch nicht versuchen, das über die Presse zu lösen, sondern im konstruktiven Austausch mit Verwaltung und Politik.“

    Wären wir „ein solcher Fall“, wenn unsere Kundgebung zum Jahrestag des „Herner Versprechens“ am 20.02.2025 deutlich CDU-kritischer ausgefallen wäre?

    Es ehrt Christoph Bußmann natürlich, „solche Fälle“ nicht über die Presse lösen zu wollen.

    Aber was verspricht er sich von einem „konstruktiven Austausch mit Verwaltung und Politik“ hierzu? Wäre ein direkter Austausch mit den „Fällen“ nicht zielführender?

    Wir laden die Herner CDU gern zu einem Austausch über Förderstrukturen zur Unterstützung zivilgesellschaftlichen Engagements ein!

    In einer demokratischen, vielfältigen Gesellschaft braucht es nicht nur linke Positionen, sondern auch anständige Konservative.

    Deshalb hat der Bündnis Herne e. V. bislang immer deutlich unterschieden zwischen „rechts“ und „konservativ“.

    Wenn sich die CDU jedoch weiter von der Mitte entfernt, wird es schwer, diesen Kurs aufrecht zu erhalten, den wir auch in unserer Rede im Rahmen der Kundgebung am 20.02.2025 verteidigt haben. Und die Mitte ist nicht automatisch da, wo die CDU steht.

    Aber: Anstand heißt Abstand zur AfD!

    Und mangelnder Abstand beginnt nicht erst bei einer Koalition mit der AfD.

    Mangelnder Abstand beginnt mit der Übernahme von rechtspopulistischen Narrativen den entsprechenden Drohgebärden.

    Unsere Messlatte ist das „Herner Versprechen“!

    Eine kritische Zivilgesellschaft ist elementar für eine funktionierende Demokratie.

    Gemeinnützige und auch aus Steuergeldern finanzierte Vereine und Organisationen müssen politische Entscheidungen anzweifeln dürfen und sich an Demonstrationen beteiligen können, ohne Angst vor staatlichen oder parteipolitisch motivierten Sanktionen.

    Es darf in einer Demokratie nie passieren, dass die finanzielle Unterstützung demokratiefördernder Projekte von einer parteipolitischen Gesinnungsprüfung abhängt.

    Der Bündnis Herne e. V. wird sich von solchen Angriffen auf die Meinungsfreiheit und zivilgesellschaftliches Engagement nicht einschüchtern lassen und seinen Einsatz für den Erhalt unserer Demokratie fortsetzen!

    Wir erklären uns solidarisch mit allen namentlich in der „Kleinen Anfrage“ aufgeführten Organisationen sowie allen weiteren, die sich ebenso wie wir mitgemeint fühlen.

    Zu nennen sind hier v. a. die „Omas gegen Rechts“, mit denen wir schon oft gemeinsame Sache gemacht haben, jedoch auch die Partnerschaft für Demokratie Herne (PfD), die den Bündnis Herne e. V. in den vergangenen Jahren mehrfach bei der Finanzierung von Projekten zur Demokratieförderung unterstützt hat – völlig förderrichtlinienkonform und transparent.

    Im Übrigen haben wir in den letztem Tage sehr sorgfältig zu Hause nachgeschaut: Wir haben noch alle Tassen im Schrank.

    Nachtrag: Inzwischen hat die Bundesregierung die Anfrage beantwortet:
    https://dserver.bundestag.de/btd/20/151/2015101.pdf

  • SharePic zu " Zwischen falschem Alarm und Hetze"

    Zwischen falschem Alarm und Hetze

    Was der Fall der jungen Mutter aus Herne über die Berichterstattung und Online-Kommentare offenbart.

    Am 11.03.2025 sorgte die Meldung für Aufregung, eine junge Hernerin migrantischer Herkunft sei von einem Fahrradfahrer von hinten in den Rücken getreten worden. Bei dem anschließenden Sturz sei das Baby, das sie auf dem Arm hielt, mit dem Kopf auf den Boden geschlagen. Während des Angriffs habe der Mann rassistische Parolen gerufen.

    Einen Tag später meldeten sich Zeug:innen bei der Polizei. Demzufolge gab es t keinen Angriff. Die Frau hatte ihren Hund am Kinderwagen angeleint. Er zerrte an seiner Leine, dadurch fiel der Kinderwagen um

    Was uns in der Folge in den sozialen Medien aufgefallen ist, fassen wir hier einmal zusammen.

    Wir sind entsetzt über die emotionale Verwahrlosung, die aus vielen Kommentaren u. a. bei WAZ, HalloHerne und auf unserer eigenen Seite spricht.

    Wir geben sie hier nicht wieder.

    Wie erhaben sich manche Menschen aus der sicheren Distanz an ihrer Tastatur fühlen! Als hätten sie selbst noch nie einen Fehler gemacht.

    Ja, die junge Frau hat einen großen Fehler gemacht: Sie hat die Polizei in die Irre geführt und sie hat dazu beigetragen, dass wirklichen Opfern von (rechtsradikalen) Gewaltakten weniger Glauben geschenkt wird.

    Aber: Niemand von uns weiß, was sie zu dieser Falschaussage veranlasst hat.

    Vielleicht stand sie aufgrund des Unfalls unter Schock, das Baby ist schließlich erst zwei Monate alt. Vielleicht hat sie sich geschämt für ihren Fehler, den Hund am Kinderwagen angeleint zu haben. Vielleicht hatte sie Angst vor der Reaktion ihres Mannes und ihrer Familie, vielleicht auch vor dem Eingreifen von Behörden (z. B. Jugendamt). Vielleicht hat sie im ersten Reflex die Geschichte vom Fahrradfahrer erzählt, um von ihrer eigenen Schuld abzulenken, und dann hat sich die Geschichte verselbständigt.

    Solange wir das alles nicht wissen, gebietet es der Anstand, zumindest nicht von Böswilligkeit auszugehen.

    In einigen Kommentaren wurde uns vorgeworfen, dass wir der jungen Frau viel Kraft für den erwartbaren Shitstorm wünschen. „Verständnis“ ist aber etwas anderes als „Zustimmung“.

    Und Empathie, gerade auch für diejenigen, die einen Fehler gemacht haben, ist keine Schwäche, sondern Stärke.

    Insofern nehmen wir den Vorwurf als Kompliment, denn dann haben wir alles richtig gemacht!

    Wir wurden mehrfach beschuldigt, uns undemokratisch zu verhalten, weil wir unter unserem Statement auf unserer eigenen Facebookseite Kommentare löschen und Nutzer:innen blockieren.

    Es ist erschütternd, dass wir immer wieder das Prinzip der Meinungsfreiheit und ihrer Grenzen erklären müssen.

    Unser Vorgehen ist ganz und gar nicht undemokratisch: Wir löschen keine Kommentare, nur weil sie nicht unserer Meinung entsprechen. Wir löschen Kommentare, die allem widersprechen, was wir unter „guten Umgangsformen“ verstehen. Das ist wie zu Hause: Wer beleidigt oder hetzt, fliegt raus. Und nein: „Ab in den Flieger mit der Frau“ ist keine Meinung, sondern Hetze.

    Unsere Facebookseite ist kein öffentlicher Raum, sondern sozusagen unser „Wohnzimmer“, in dem wir über die Regeln des Umgangs miteinander entscheiden.

    Das schränkt die Meinungsfreiheit dieser Personen kein bisschen ein, denn sie können ihren verbalen Müll ja immer noch an anderer Stelle abladen, z. B. auf ihrer eigenen Seite.

    Einmal mehr fällt uns in diesem Zusammenhang auf, wie wenig sich die lokalen Medien, hier besonders die WAZ, teilweise um ihre ethische Verantwortung scheren.

    Immerhin gelten die Medien als vierte Säule der Demokratie – neben Legislative, Exekutive und Judikative.

    Bis zum 13.03.2025, 16:20 Uhr, gab es unter dem WAZ-Artikel zu dem vermeintlichen Angriff und dem Update über 7.000 Kommentare, die meisten davon an Häme und Widerwärtigkeit nicht zu überbieten. Die wenigen empathischen Kommentare, in denen die Motivation der jungen Hernerin hinterfragt wird, bekommen eher Lach-Emojis als Zustimmung.

    Uns ist klar, dass mediale Reichweite für Zeitungen und andere Medien eine wichtige wirtschaftliche Kennzahl ist. Dennoch sollten die Medien bei solchen Eskalationen wirklich die Kommentarfunktion abschalten, um eine Eskalation der Diskussion zu verhindern, denn in der Sache tragen die wenigsten der Kommentare etwas bei.

    Stattdessen werden in den Kommentarspalten unwidersprochen Ressentiments gegen bestimmte Bevölkerungsgruppen bedient. Diese in großen Teilen rassistische Stimmungsmache greift die Parolen der AfD auf und setzt sie in den Medien fort.

    Mitlesende und -schreibende aus der AfD-Blase fühlen sich bestätigt, sie werden in der Folge immer hemmungsloser, manche fühlen sich berufen, die Hemmungslosigkeit auch im öffentlichen Raum auszuleben. Der Rest der Mitlesenden wendet sich mit Grausen ab und zieht sich aus Diskussionen zurück.

    Damit tragen die Medien erheblich zum Erfolg der AfD bei, den sie anschließend mit Krokodilstränen bedauern.

    Wir appellieren insbesondere an die WAZ, sich ihrer Verantwortung nicht nur in der Berichterstattung, sondern auch in der Moderation der Kommentarspalten zu stellen!

    Was folgt für uns daraus?

    Wir stehen fest zu unserer empathischen Haltung, denn jeder Mensch hat verdient, gesehen und gehört zu werden – mit all seinen Stärken und Schwächen. Wir lassen uns nicht davon abbringen, differenziert auf Vorfälle und die Berichterstattung zu schauen, auch wenn dies für manche Zeitgenoss:innen offenbar zu komplex ist.

    Zum Abschluss zwei Zitate zum Thema „Empathie“:

    Elon Musk: „Die grundlegende Schwäche der westlichen Zivilisation ist Empathie.“

    Hannah Arendt: „Der Tod der menschlichen Empathie ist eines der frühesten und deutlichsten Zeichen dafür, dass eine Kultur gerade in Barbarei verfällt.“

    Wer wollt ihr sein? „Team Elon Musk“ oder „Team Hannah Arendt“?

  • SharePic zu 80 Jahre sind vergangen

    80 Jahre sind vergangen

    Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar 2025

    80 Jahre sind vergangen, seit die Rote Armee am 27. Januar 1945
    die Überlebenden des Konzentrationslagers Auschwitz befreite.
    Auschwitz war Teil des riesigen Netzes aus Konzentrations-, Vernichtungs- und Arbeitslagern, aus Jugendhaftstätten und Einrichtungen des Euthanasieprogramms, das die Nationalsozialisten in ganz Europa errichtet hatten.
    Auschwitz ist zum Synonym geworden für millionenfachen Mord, für Folter und für Menschenversuche, zum Synonym für eine bis ins letzte geplante Vernichtungsmaschinerie.
    Europäische Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma, Homosexuelle, politisch Andersdenkende, Menschen mit Behinderung – die Nationalsozialisten sprachen ihnen die Zugehörigkeit zum deutschen Volk ab. Sie waren angeblich „ungesund“ für das deutsche Blut und mussten daher weg.
    80 Jahre. Das ist lange her, werden sich einige denken; manche sagen es auch laut: Was hat das mit uns zu tun? Da war ich ja noch nicht einmal geboren, selbst meine Eltern waren noch ganz klein. Oder vielleicht auch: Ich habe gar keine deutschen Wurzeln, „Auschwitz“ ist gar nicht Teil meiner Geschichte.
    Die schrecklichen Konsequenzen der nationalsozialistischen Ideologie waren möglich, weil eben nicht nur eine Handvoll Nazis mit Adolf Hitler an der Spitze diese Ideologie verfolgten.
    Sie wurden möglich, weil viel zu viele Menschen – auch in Herne – wegschauten, als Nachbar:innen, Kolleg:innen, Verwandte, Freund:innen und Bekannte ihre Arbeitsplätze verloren, aus dem gesellschaftlichen Leben ausgegrenzt, bedroht, verhaftet und deportiert wurden.
    Viel zu viele schauten weg, obwohl das Unrecht öffentlich vor ihren Augen geschah.
    Viel zu viele beteiligten sich aktiv an der Ausgrenzung, Verfolgung und Vernichtung.Primo Levi, ein italienischer Schriftsteller und Auschwitz-Überlebender, sagte 1986: „Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen: Darin liegt der Kern dessen, was wir zu sagen haben.“

    Heute, 80 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz, streckt in Deutschland eine Partei ihre Hände nach der Macht aus, die ankündigt, Menschen massenhaft zu deportieren, die ihrer Meinung nach nicht hierhergehören. Menschen, die nach Deutschland geflohen sind, vor Krieg oder Verfolgung, oder auch vor bittererer Armut. Diese Partei, die „Alternative für Deutschland“, nennt es beschönigend „Remigration“.
    Das ist widerwärtig.

    Darum erinnern wir immer noch an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz vor 80 Jahren: Es war möglich, dass sich eine menschenverachtende Ideologie in Deutschland ausbreitete, die von großen Teilen der Bevölkerung hingenommen oder gar unterstützt wurde. Es war möglich, dass Menschen vertrieben, deportiert und ermordet wurden.

    Und es kann wieder passieren!

    Darum geht es uns auch heute noch etwas an, dass das Konzentrationslager Auschwitz 1945 befreit wurde.

    Zu verhindern, dass sich eine solche menschenverachtende Ideologie wieder ausbreiten kann: Das ist unsere gemeinsame Verantwortung, unabhängig davon, wann oder wo wir geboren wurden.

    Lasst uns gemeinsam dazu beitragen, dass Auschwitz nie wieder sei!

DSGVO Cookie Consent mit Real Cookie Banner