Gegründet wurde das Bündnis Herne im August 2019 als Zusammenschluss zahlreicher engagierter Privatpersonen aus Herne, Vertreter:innen demokratischer Parteien und Gewerkschaften, verschiedener Glaubensgemeinschaften und weiterer Herner Institutionen und Vereine.
Seit fast vier Jahren ist das Bündnis Herne mit unzähligen Veranstaltungen zur Stärkung der demokratischen Gesellschaft und gegen Rechtsextremismus und andere antidemokratische Umtriebe im Herner Stadtbild präsent. Jetzt geht das Bündnis Herne den nächsten Schritt: Am Donnerstag, 15.06.2023, wurde die Gründung des Vereins „Bündnis Herne – Mitmachen. Mitreden. Miteinander. e.V.“ beschlossen.
Ganz im Sinne unseres Mottos „Mitmachen. Mitreden. Miteinander“ wurde der vorgelegte Satzungsentwurf intensiv diskutiert und bearbeitet. Die 19 Anwesenden haben die endgültige Form der Satzung einstimmig angenommen. Aus der Vorstandswahl gingen Markus Vordenbäumen als Vorsitzender und Mirjam Kordus als stellvertretende Vorsitzende hervor. Cordula Galla wurde als Schatzmeisterin gewählt. Ergänzt wird der Vorstand durch die gewählten Beisitzerinnen Melanie Jansen und Jessica El Haddari.
Durch die Vereinsgründung geben wir dem Bündnis Herne nun eine solide Struktur. Wir wollen auf diese Weise gewährleisten, dass wir auch auf lange Sicht handlungsfähig bleiben.
Unsere ambitionierte Satzung sieht ein sehr hohes Maß an Beteiligung der Mitglieder und natürlich auch anderer Interessierter vor. So soll es neben der jährlichen Mitgliederversammlung etwa vierteljährliche Bündnistreffen geben. Hier wird der Austausch zu aktuellen Themen und Aktionen im Vordergrund stehen. Zu den anlassbezogenen Vorstandssitzungen können die Mitglieder ebenfalls eingeladen werden und haben dort auch Stimmrecht. Weitere Mitwirkungsmöglichkeiten ergeben sich in Ausschüssen und Arbeitskreisen – und wie gewohnt natürlich durch die Teilnahme an unseren Veranstaltungen und Aktionen.
Die demokratisch gesinnten Hernerinnen und Herner sind herzlich eingeladen, bereits jetzt ihr Interesse an einer Mitgliedschaft zu bekunden (info@buendnis-herne.de).
Neugewählter Vorstand des Bündnis Herne bei der Vereinsgründung
Kanalfest Bickern/Unser Fritz am Samstag, 10.09.2022, 13 – 18 Uhr
Nach der coronabedingten Pause in den vergangenen beiden Jahren ist es nun endlich wieder so weit: Mit einem bunten Fest im Kulturpark an der Künstlerzeche präsentieren sich viele Vereine und Verbände, hauptsächlich aus den Stadtteilen Bickern und Unser-Fritz in Wanne-Eickel.
Koordiniert vom Förderwerk Bickern/Unser-Fritz und gefördert durch viele engagierte Menschen aus Gruppen, Vereinen, dem Team Jugendarbeit, dem Projekt „Demokratie leben“ entsteht ein tolles Abbild vom sozialen Leben in Wanne-Eickel.
Neben Essen und Trinken zu fairen Preisen gibt es ein vielseitiges Bühnenprogramm und an den zahlreichen Ständen natürlich jede Menge Informationen.
Heute jährt sich zum dritten Mal die Gründung des Bündnis Herne.
Vor genau drei Jahren, am 20.08.2019, haben wir mit nur zwei Tagen Vorlauf eine Kundgebung auf dem Robert-Brauner-Platz auf die Beine gestellt. Sie war gegen den Versuch gerichtet, eine rechtsradikale Bürgerwehr in Herne zu etablieren.
Wir alle gemeinsam haben damals erreicht, dass die als „Spaziergang“ getarnten Aufmärsche zunächst die Unterstützung aus anderen Ruhrgebietsstädten verloren und schließlich ganz eingestellt wurden.
Mit etwas Stolz schauen wir heute zurück auf exakt 90 Veranstaltungen unterschiedlichster Art, die wir als Bündnis Herne ab August 2019 durchgeführt haben: V. a. Kundgebungen und Mahnwachen (insgesamt 60), darüber hinaus Livestreams zu verschiedenen Themen, Onlinebeiträge zu unterschiedlichen Anlässen, Workshops, Podiumsdiskussionen …
Das alles wäre nicht möglich ohne die breite Unterstützung aus der Herner Zivilgesellschaft.
Vielen Dank an euch alle!
Zu danken haben wir auch unseren zahlreichen Kooperationspartnern für die tolle Zusammenarbeit bei verschiedensten Anlässen. Bitte seht es uns nach, dass wir nicht alle aufzählen. Eine fast vollständige Übersicht findet ihr hier.
(ihr fehlt in der Liste? Meldet euch gern und wir fügen euch dort ein).
Auch weiterhin wird sich das Bündnis Herne rechtsradikalen und anderen antidemokratischen Umtrieben in Herne entgegenstellen. Bedauerlich, dass das wohl auch weiter nötig sein wird.
Aber: Wir freuen uns darauf, diesen Weg gemeinsam mit euch weiter zu gehen!
Aktivist:innen aus NRW starten Social Media-Aktion vor der Landtagswahl
Essen/Herne/Oberhausen/Bochum, 12. Mai 2022. Unter dem Hashtag #LandtagNazifrei haben am Donnerstagabend um 19 Uhr zahlreiche Organisationen, Einzelpersonen, Bands und Gruppen ein eindeutiges Zeichen gegen die AfD vor der anstehenden Landtagswahl am Sonntag gesetzt. „AfD wählen heißt Nazis wählen“, stellen die Initiator:innen klar. „Schleswig-Holstein hat es vorgemacht, dort ist die rechtsextreme AfD deutlich aus dem Landtag rausgewählt worden. Wir wollen mit unserer Aktion erreichen, dass das auch bei uns in NRW passiert.“ Im bevölkerungsreichsten deutschen Bundesland wird am kommenden Sonntag ein neuer Landtag gewählt. Noch ist die Partei mit 13 Abgeordneten im Düsseldorfer Landtag vertreten.
„Die AfD verbreitet weiter ihre rassistischen, menschenverachtenden Parolen und ist der parlamentarische Arm der extremen Rechten“, so die Initiator:innen. „Sie versucht Rassismus und rechte Hetze salonfähig zu machen. Wir erleben schon länger einen Rechtsruck in der Gesellschaft. Sich dem aktiv entgegen zu stellen, ist für uns selbstverständlich. Wir hoffen, dass die Bürger:innen das auch so sehen und ihr Kreuz nicht bei der sogenannten Alternative für Deutschland machen.“ Rund 13 Millionen Wahlberechtigte können am Sonntag ihre Stimme abgeben.
Am heutigen Donnerstag wurde bekannt, dass in Essen ein rechtsextremer Terroranschlag verhindert wurde. Dort wurde ein 16-jähriger Schüler verhaftet, der unter dem dringenden Verdacht steht, einen Anschlag geplant zu haben. In seiner Wohnung wurde neben einer Armbrust und Rohrkörpern auch rechtsextremes und ausländerfeindliches Material gefunden, wie NRW-Innenminister Herbert Reul auf einer Pressekonferenz bestätigte. „Wir sehen, dass Rechtsextremismus – auch in Nordrhein-Westfalen – eine Gefahr für alle darstellt“, so die Initiator:innen. Erst am Dienstag hatte Bundesinnenministerin Nancy Faeser bestätigt, dass die größte Gefahr für politisch motivierte Straftaten von rechts ausgeht. „Diese schon seit Jahren andauernde Entwicklung ordnen wir klar auch dem Erstarken der AfD zu. Sie verschiebt wieder und wieder die Grenze des Sag- und Machbaren und ist klar (mit)verantwortlich für den Rechtsruck in unserer Gesellschaft. Rechtsextremes Gedankengut wird so relativiert und wie schnell aus Worten Taten werden können, haben wir heute in Essen gesehen“, sagen die Initiator:innen der heutigen Social Media-Aktion.
Zurück geht die Initiative auf eine Bündnis aus mehreren Gruppen und Bündnissen aus Nordrhein-Westfalen, unter anderem Aufstehen gegen Rassismus Essen, Aufstehen gegen Rassismus Wuppertal, Essen stellt sich quer, Bündnis Herne, Schirme gegen Rechts, SJD – Die Falken LV NRW, ES REICHT! Oberhausen solidarisch gegen Rechts, AfD Watch Bochum.
2020 ist fast vorbei – für vermutlich die meisten von uns war es auf die ein oder andere Weise ein wirklich anstrengendes Jahr.
Auch aus Sicht des Bündnis Herne war 2020 eine große Herausforderung. Aber wir wollen nicht lamentieren, sondern darauf schauen, was wir unter den veränderten Bedingungen daraus machen konnten: Häufig sind wir in den virtuellen Raum umgezogen, z.B. mit dem Livestream am 9. Mai zusammen mit dem Archäologiemuseum („Tag der Befreiung“), mit unseren Beiträgen zum ersten Herner CSD im Juni sowie zur Reichspogromnacht im November, mit unserer allerersten Onlinetagung kurz vor Weihnachten, und dem 14-täglichen Livestream, mit dem wir seit einigen Wochen eine Möglichkeit zum Austausch zwischen euch und uns bieten. In coronagerechtem Rahmen konnten wir zudem einige wenige Vor-Ort-Veranstaltungen umsetzen: Die beiden symbolischen Liveproteste gegen die AfD-Kreisparteitage im Juni, unsere Geburtstagsfeier auf dem Friedrich-Ebert-Platz im August und die Moria-Stühle-Aktion im September.
Nicht alles war virtuell lösbar: Für unsere Kreativaktion „Herzensangelegenheiten“ sind wir euch noch den krönenden Abschluss schuldig – sowohl für die Übergabe der Preise an die Gewinner*innen wie auch für die Abgabe der Herzen für einen guten Zweck finden wir im neuen Jahr eine Möglichkeit, ohne unnötige Risiken eingehen zu müssen. Die Vielfalt und Kreativität, die uns mit euren Rücksendungen erreicht haben, verbuchen wir definitiv unter „Schönes und Wertvolles in 2020“, weshalb wir euch zum Jahresabschluss gern eine Auswahl präsentieren!
Wir wünschen euch und uns für 2021, dass es ein richtig gutes Jahr wird, in dem wir uns alle irgendwann live und v.a. unbeschwert wiedersehen!
Der Kirchenkreis Herne hat nach dreieinhalb Jahren Pfarrer Kornelius Heering verabschiedet. Kornelius tritt nun seine erste Pfarrstelle in Düsseldorf an.
Sehr geehrte Damen und Herren, vor allem aber lieber Kornelius,
vor etwas mehr als einem Jahr haben wir uns kennengelernt, und nun heißt es schon Abschied nehmen.
Ich bin sehr froh, dass ich heute als Vertreterin des Bündnis Herne die Gelegenheit für ein paar persönliche Worte habe.
Am 20.08.2019 sind wir uns zum ersten Mal begegnet. Das war der Tag, an dem sich, wie du es einmal gesagt hast, nicht nur „Wutbürger“, sondern vor allem „Mutbürger mit Zivilcourage“ in Herne versammelt haben:
Ohne voneinander zu wissen, haben wir an diesem Tag gleichzeitig gehandelt, um einem erneuten rechtsradikalen Aufmarsch durch die Herner Innenstadt etwas entgegenzusetzen: Wir standen mit etwa 500 Menschen auf dem Robert-Brauner-Platz und bekamen die Information: Vor der Kreuzkirche macht der Pfarrer auch was! Im Angesicht von etwa 120 ungeduldig wartenden rechten Marschierern hast du mit deinen Kolleginnen Melanie Jansen und Katja Lueg und 50 Gemeindemitgliedern ein spontanes Open-Air-Friedensgebet vor den Türen dieser Kirche veranstaltet.
Dafür hat dich bei Facebook kürzlich jemand als „Don Camillo von Herne“ bezeichnet!
Wir jedenfalls haben dich an diesem Abend als jemand kennengelernt, der die Initiative ergreift, statt zu warten, dass jemand anders etwas unternimmt.
Bei unserem nächsten Treffen warst du mit dabei und fortan fester Bestandteil des Bündnis Herne.
Als wir uns im Orgateam über deinen Abschied von Herne unterhalten haben, hat dich jemand mit den Worten beschrieben, „Kornelius hat eine gute Ader und steht im Leben“. Das trifft es auf den Punkt: Für dich endet dein kirchlicher Auftrag nicht an der Kirchentür, sondern du suchst und siehst die Verbindung zu dem, was „draußen“ passiert. Aufgrund deiner „guten Ader“ ist es zudem leicht, mit dir ins Gespräch zu kommen. Den Pfarrer im angeregten Austausch mit einem Vertreter der islamischen Gemeinde wie auch mit eingefleischten Linken und überzeugten Atheisten zu sehen– das ist eine meiner persönlichen Lieblingserinnerungen an die Arbeit im Bündnis Herne: Wenn das im Kleinen funktioniert, warum sollte es nicht auch im Großen gelingen können?
Unsere gemeinsamen Kundgebungen auf dem Robert-Brauner-Platz standen auf einem breiten Fundament der Zivilgesellschaft. Deine bzw. eure wöchentlichen ökumenischen Friedensgebete vor der Kreuzkirche haben erheblich dazu beigetragen.
Gemeinsam haben wir ein „Format“ für unsere wöchentlichen Aktivitäten gefunden, bei dem für jede und jeden etwas dabei war: Nicht nur der laute Protest gegen die Rechtsradikalen von Angesicht zu Angesicht, sondern auch Gebet und Gesang, Musik, informative und kulturelle Highlights, nicht zu vergessen der Austausch mit Gleichgesinnten. Dazu hast du wichtige Impulse beigesteuert und so die Vielfalt im Bündnis Herne deutlich erweitert. Miteinander haben wir es geschafft, dass die rechtsradikalen Aufmärsche aus dem Stadtbild verschwunden sind. Das Gedankengut ist noch da, deshalb geht unsere Arbeit weiter, nun aber leider ohne dich.
Allein diese wenigen Beispiele machen deutlich, dass du uns sehr fehlen wirst!
Gleichzeitig freuen wir uns für dich über die neuen Aufgaben, die vor dir liegen. Und ganz uneigennützig freuen wir uns auch für die Menschen deiner zukünftigen Gemeinde in Düsseldorf, die nun mit dir zusammenarbeiten dürfen.
Lieber Kornelius, damit du uns auch aus der Ferne in guter Erinnerung behältst, hat unser Orgateam folgendes beschlossen: Wir verleihen dir die allererste Ehrenmitgliedschaft im Bündnis Herne! Leider sind keinerlei Rechte oder Ansprüche damit verbunden, andererseits verpflichtet es dich auch zu nichts. Die Ehrenmitgliedschaft soll dich aber daran erinnern, dass, wann immer du mal nach Herne kommst, du an unserem Tisch einen Platz hast!
Zum Abschied bekommst du von uns außerdem eine kleine Erinnerung an unsere Stadt – und etwas, das du möglicherweise in Düsseldorf auch gut gebrauchen kannst.
Stellvertretend für das gesamte Orgateam des Bündnis Herne sage ich noch einmal „Vielen Dank, dass du bei unserem spannenden Projekt an unserer Seite warst“! Wir wünschen dir und deiner Frau von ganzem Herzen alles Gute für das, was vor dir und vor euch liegt!
Heute vor genau einem Jahr hat die erste Veranstaltung des Bündnis Herne stattgefunden. Der Anlass war ganz sicher kein Grund zum Feiern: Eine Gruppe schwarz gekleideter Männer hatte seit Anfang August 2019 damit begonnen, „Spaziergänge“ über die Bahnhofstraße zu unternehmen, vom Europaplatz vor der Kreuzkirche zum Bahnhof und zurück. Ihr Anliegen machten sie während ihrer „Spaziergänge“ nicht deutlich. Ein bei Facebook verbreiteter Aufruf ließ jedoch nichts Gutes vermuten: Es ging irgendwie um die „Sicherheit auf unseren Straßen“, im Zusammenhang mit Hetze gegen Flüchtlinge. Teilnehmer dieser „Spaziergänge“ waren u. a. Neonazis aus der rechten Hooliganszene aus Herne, Mitglieder der Bruderschaft Deutschland und die „Steeler Jungs“ aus Essen.
Am 20.08.2019 trafen sich nicht nur „Wutbürger“ in Herne, sondern vor allem „Mutbürger“ mit Zivilcourage:
Vor genau einem Jahr haben sich etwa 500 Menschen auf dem Robert-Brauner-Platz versammelt, um diesem rechtsradikalen Mob aus Herne und Umgebung den Marsch durch die Bahnhofstraße zu verwehren! Und das nach nur gerade einmal zwei Tagen Vorbereitungs- und Mobilisierungszeit! Wir standen auf dem Robert-Brauner-Platz und hatten eigentlich nichts: keine Musik, keine Anlage, keine Reden … es gab Flyer, Blumen und Käsebrötchen. Ihr wart alle da und seid geblieben, bis klar war, dass die Polizei die rechte Veranstaltung auf dem Europaplatz vor der Kreuzkirche aufgelöst hatte.
Pfarrer Kornelius Heering hat mit seinen Kolleginnen, den Pfarrerinnen Melanie Jansen und Katja Lueg, gemeinsam mit ca. 50 Gemeindemitgliedern ein spontanes Open-Air-Friedensgebet veranstaltet, inklusive anhaltendem Glockengeläut. Ihnen gegenüber standen etwa 120 rechte Marschierer die ungeduldig auf ihren „Spaziergang“ warteten. Darunter waren auch die Dortmunder Neonazi-Größen Michael Brück und Siegfried Borchardt, genannt „SS-Siggi“.
Dieser vielfältige Einsatz unterschiedlicher Menschen für Frieden und Vielfalt in unserer Stadt war die Geburtsstunde des Bündnis Herne als breites zivilgesellschaftliches Bündnis: Neben den Vertreter*innen verschiedener demokratischer Parteien und Gewerkschaften sowie dem Kulturell-Alternativen Zentrum (KAZ) ist bis heute eine große Zahl von Privatpersonen beteiligt. Partei- und Gewerkschaftszugehörigkeiten spielen in allen Diskussionen eine untergeordnete Rolle. Fast von Anfang an dabei sind auch die christlichen Kirchen Hernes; seit längerem ist zudem die Islamische Gemeinde Röhlinghausen fester Bestandteil des Bündnis Herne. In mehr oder weniger loser Kooperation wissen wir uns außerdem unterstützt von einer ganzen Reihe weiterer Herner Vereine und Institutionen.
Auf dieser breiten Grundlage und mit eurer großartigen Unterstützung haben wir uns gemeinsam dem Aufmarsch der Rechtsradikalen in den Weg gestellt, sieben Monate lang, auch bei Regen, Wind und Kälte – Woche für Woche waren wir da – beginnend mit dem Friedensgebet auf dem Europaplatz und der anschließenden Kundgebung auf dem Robert-Brauner-Platz. Nach und nach verlor der rechte Herner Mob immer mehr die Unterstützung von außen, bis er im Februar schließlich die öffentlichen Aktivitäten einstellte.
Und das ist nun wirklich in der Tat ein Grund zum Feiern: Die Hernerinnen und Herner haben mit sehr viel Ausdauer bewiesen, dass in unserer Stadt kein Platz ist für rechte Hetze. Wir stehen miteinander ein für eine offene, tolerante und friedliche Zivilgesellschaft in Herne! Hinzuzufügen ist ein „Aber …“.
Nur weil die rechten Hetzer aufgehört haben zu marschieren, sind sie nicht weg und ihre Ideen genauso wenig. Sie leben mitten unter uns, sind Nachbar*innen, Kolleg*innen, Freund*innen, Familienangehörige. Wir haben gesehen, dass uns bekannte Personen aus dem rechtsradikalen Umfeld Hernes versucht haben, in Nachbarstädten Fuß zu fassen; sie haben sich den „Hygienedemos“ z.B. in Bochum angeschlossen und waren z.T. auch am 01.08.2020 bei der großen Demo in Berlin dabei.
Aufhören ist für uns daher keine Option.
Das hatten wir tatsächlich schon bei der Gründung des Bündnis Herne vor einem Jahr im Hinterkopf: Wir wollten langfristig daran mitwirken, die Zivilgesellschaft und das demokratische Bewusstsein in Herne zu stärken. Bedingt durch die hohe Schlagzahl bis März konnten wir in dieser Hinsicht noch nicht so aktiv werden, wie wir uns das vorgestellt hatten. Anschließend hat uns – wie vielen anderen auch– Corona einen Strich durch die Rechnung gemacht.
Wie ihr seht, sind wir aber nach wie vor aktiv, und mit uns ist weiterhin zu rechnen!
Und mit euch offenbar auch! Lasst uns heute alle miteinander unser gemeinsames Engagement feiern! Schön, dass ihr da seid – viel Spaß mit unserem bunten Programm!
Wir als Bündnis Herne wollten nicht nur den Aufmarsch des rechtsradikalen Mobs verhindern.
Wir möchten langfristig daran mitwirken, die Zivilgesellschaft und das demokratische Bewusstsein in Herne zu stärken. In diesem Zusammenhang sind wir im vergangenen Jahr auf ein Buch gestoßen, von dem wir denken: „Das passt zu uns!“ Es heißt „Zehn Regeln für Demokratie-Retter“, der Autor ist der Journalist und Philosoph Jürgen Wiebicke. Der eine oder die andere von euch kennt es möglicherweise schon, denn es ist bereits 2017 erschienen. Es hat jedoch in der Zwischenzeit nichts an Aktualität eingebüßt. Wiebicke treibt die Frage um, wie wir jenseits der Wahlkabine die Substanz unserer Demokratie gegen ihre Verächter verteidigen können. Das allein „der Politik“ zu überlassen, ist für ihn nicht die richtige Antwort. Daraus ist ein unkompliziert zu lesendes Buch entstanden. Es soll ausdrücklich kein „Werkzeugkasten“ sein, keine Checkliste, die abgearbeitet werden muss. Es soll mithelfen, das Gefühl wieder zu stärken, dass das eigene Handeln zählt. Auch wenn nicht jeder von Wiebickes Gedanken und Vorschlägen ungeteilte Zustimmung finden wird: Immer fordert er zu eigenem Nachdenken heraus, dazu, persönliche Schlüsse zu ziehen für das eigene Handeln. Mehr wollen wir an dieser Stelle zum Inhalt nicht verraten, denn wir empfehlen euch, es selbst zu lesen.
Warum passt das Buch zu uns?
Das Motto des Bündnis Herne lautet „Mitmachen. Mitreden. Miteinander“: Wir wollen das Handeln nicht allein anderen überlassen, sondern selbst Akzente setzen. Und ihr habt es durch die Teilnahme an unseren Veranstaltungen gezeigt: Auf dem Sofa verharren und von dort aus schimpfen ist auch eure Sache nicht. Aus persönlichen Gesprächen mit vielen von euch wissen wir außerdem, dass ihr auf dem einen oder anderen Gebiet sehr engagiert seid.
Zu unserer heutigen Veranstaltung passt es außerdem aus mehreren Gründen: Da sind zum einen die anstehenden Kommunalwahlen am 13. September: Wir rufen euch auf, euer Wahlrecht verantwortungsvoll wahrzunehmen. Wir werden keine konkrete Wahlempfehlung für oder gegen eine bestimmte Partei aussprechen. Aber wir bitten euch: Prüft das Angebot, verteidigt in der Wahlkabine die Substanz unserer Demokratie! Das gleiche gilt natürlich für die Wahlen zum Ruhrparlament und zum Integrationsrat. Zum anderen hatten wir schon vor einiger Zeit geplant, euch dieses Buch zu schenken – als Anregung für euer und Bestärkung in eurem Engagement jenseits der Wahlkabine, oder auch als Aufhänger für Diskussionen in eurem Umfeld. Lange haben wir auf diese Gelegenheit warten müssen. Aber gerade jetzt, in gesellschaftlich und politisch herausfordernden Zeiten, passt es nun eigentlich besonders gut. Nutzen wir also unseren Geburtstag als gute Gelegenheit, mit diesem kleinen Geschenk „danke“ zu sagen für eure großartige Unterstützung!
Wir laden euch ein, während der nächsten Musikeinlage zu uns an die Infotheke zu kommen und euch ein Exemplar abzuholen. Bitte achtet dabei auf die Einhaltung der Abstandsregeln.
Bedanken möchten wir uns auch beim Verlag Kiepenheuer & Witsch. Die Verantwortlichen waren von der Idee, die „Zehn Regeln für Demokratie-Retter“ im Rahmen einer unserer Veranstaltungen zu präsentieren, sehr angetan und haben unsere Bestellung daher mit einem Rabatt unterstützt.
gemeinsam mit dem LWL-Museum für Archäologie Herne haben wir ein über dreistündige Livesendung ins Internet gebracht.
Das war spannend, denn niemand von uns hatte damit bislang Erfahrung.
Nach den Wochen der Vorbereitung und Umsetzung können wir festhalten:
Die Arbeit hat sich gelohnt!
Wie versprochen ist die Aufzeichnung des Livestreams auch zukünftig verfügbar, sowohl hier bei Facebook als auch bei Youtube.
Einige Beiträge konnten wir am Samstag leider nur in gekürzter Form verwenden, die Langfassung findet ihr demnächst ebenfalls hier.
Wir möchten uns an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich bei allen Mitwirkenden bedanken, die uns auf unterschiedliche Weise unterstützt und zum Gelingen unseres glänzenden Aktionstages beigetragen haben:
Für die finanzielle Förderung bei „Demokratie leben!“